08.04.2017 - 09:30 Uhr | News | Quelle: dpa
Blässe freut sich aufs «Heimspiel»

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©VfL Wolfsburg
Für eine zünftige Grill-Party mit Thüringer Köstlichkeiten aus der Fleischerei Blässe in Weimar bleibt wohl keine Zeit. Doch Nationalspielerin Anna Blässe will ihren Mädels bis zum Länderspiel am Sonntag in Erfurt gegen Kanada (15 Uhr/ZDF live) dennoch nahelegen, wenigstens eine original «Thüringer» zu probieren. «Für eine Wurst sollte es reichen», sagt die 30-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln.

Erstmals kommt Anna Blässe als Nationalspielerin zurück in ihre thüringische Heimat. «Es ist immer ein besonderes Gefühl, wenn ich mit dem VfL Wolfsburg in der Bundesliga in Jena antrete. Und das ich nun mit der Nationalmannschaft in Thüringen spiele, macht mich sehr stolz», berichtet die inzwischen 30-Jährige. In Weimar in jungen Jahren ausgebildet, spielte sie bis 2006 beim damaligen Zweitligisten FF USV Jena, ehe sie für eine Saison zum Hamburger SV und danach nach Wolfsburg wechselte.

Dort reifte sie in den vergangenen zehn Jahren zu einer variabel einsetzbaren Fußballerin und zur Nationalspielerin. «Aber ich habe nicht vergessen, woher ich komme. Immer wenn ich da bin, kommen viele Erinnerungen wieder. Ich war damals ja so klein», sagt die einstige Angreiferin, die sich im System von Bundestrainerin Steffi Jones mittlerweile auf der Verteidigerposition wiederfindet.

«Das ist der Entwicklung des Fußballs geschuldet», erklärt Blässe. Früher wäre sie keinesfalls für die Position der Außenverteidigerin geeignet gewesen. «Heute musst du auch von da für Offensivimpulse sorgen. Das kommt mir entgegen», berichtet sie. Und sieht noch einen weiteren Vorteil. «Ich kann die gegnerische Angreiferin leichter ausrechnen. Es ist schon besser, wenn man weiß, was man selbst als Stürmerin in einer bestimmten Situation machen würde.»

Blässe hat sich vieles erarbeitet. Zwar durchlief sie alle Jugend-Auswahlmannschaften und wurde mit der U19 2004 Weltmeisterin, doch erst vor zwei Jahren schaffte sie den Sprung ins A-Nationalteam. Die WM 2015 in Kanada und die erfolgreichen Olympischen Spiele in Rio fanden jedoch ohne sie statt.

Momentan ist sie Stammspielerin bei Jones. Was sie vor allem auf ihre Entwicklung beim VfL Wolfsburg schiebt, bei dem sie gerade erst ihren Vertrag bis 2019 verlängerte. «In den Jahren hat sie die Entwicklung, die wir hier beim VfL vorangetrieben haben, maßgeblich mitgestaltet. Ihre Mentalität ist auf dem Platz für das gesamte Team extrem wichtig», sagt ihr Vereinstrainer Ralf Kellermann anerkennend. «Dass ich gerade meinen zweiten Frühling erlebe, ist dem Verein und dessen Entwicklung zu verdanken. Ich bin gerade ich richtig gut drauf», meint die 1,67 Meter große Spielerin.

Die Form würde sie zu gern konservieren, um bei der EM ihr erstes großes Turnier zu erleben. «Momentan habe ich einen ganz guten Stand und ich bin mittlerweile auch eine der erfahrensten Spielerinnen. Aber all das ist kein Freifahrtschein. Steffi Jones hat ihre Vorstellungen, mit welchen Spielertypen sie zur EM fahren will. Da muss ich mich immer wieder neu anbieten», sagt die zweimalige Champions-League-Siegerin und deutsche Meisterin. Gegen den Olympia-Dritten Kanada in Erfurt hat sie vor vielen Familienmitgliedern und Freunden Gelegenheit dazu.

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