02.12.2011 - 20:32 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: flingern-zebra/evchen
DFB-Pokal: Für ein Topteam kommt in Frankfurt das Aus

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©1. FFC Turbine Potsdam
Schafft der amtierende Pokalsieger 1. FFC Frankfurt die Trendwende? Nach vier Niederlagen hintereinander in der Bundesliga und in der Champions League wollen die Frankfurterinnen zurück in die Erfolgsspur. Einfach wird das Vorhaben am Sonntag nicht, denn im Viertelfinale des DFB-Pokals kommt der Deutsche Meister und aktuelle Tabellenführer Turbine Potsdam ins Stadion am Brentanobad. Es ist das zweite Aufeinandertreffen innerhalb von drei Wochen: In der Bundesliga setzten sich die Turbinen mit 2:0 durch.

Das Ziel der Frankfurterinnen ist die Titelverteidigung im Pokal, doch dafür muss es im Spitzenspiel, das um 13 Uhr angepfiffen und live im DFB-TV und auf hr-online übertragen wird, runder laufen als zuletzt: In den letzten drei Bundesliga-Spielen in Freiburg und zu Hause gegen Potsdam und Wolfsburg erzielte der FFC nicht ein einziges Tor.

Frankfurts Trainer Sven Kahlert: «Man hört aus der Mannschaft den absoluten Willen heraus, aber bei der Umsetzung auf dem Platz haben wir zuletzt die nötige Durchschlagskraft und Chancenverwertung vermissen lassen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns bei dem ewig jungen Duell gegen Potsdam mit großem Teamgeist und positiver Körpersprache präsentieren werden.»

Im Kader des 1. FFC Frankfurt fehlen weiterhin verletzungsbedingt Kim Kulig (Reha nach Kreuzbandriss), Ana-Maria Crnogorcevic (Reha nach Schultereckgelenksprengung), Valeria Kleiner (Aufbautraining nach Innenbandriss) sowie Silvana Chojnowski (Aufbautraining nach Rückenproblemen). Torfrau Desirée Schumann ist nach einem überstandenen Fingerbruch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, aber in Spielen noch nicht einsatzfähig.

Turbine-Coach Bernd Schröder (Foto) sagt auf der Potsdamer Internetseite, dass die momentane Situation - die vergangenen Spiele Frankfurts sowie die Niederlage seines Teams gegen Duisburg - eher den Frankfurtern in die Hände spiele. «Für den FFC Frankfurt kann es kaum noch schlimmer werden, aufgrund der letzten Niederlagen wissen sie mit der Situation wesentlich besser umzugehen. Für unsere Mannschaft ist das neu. Zudem sitzt unsere Niederlage in meinen Augen wesentlich tiefer, weil wir sie so, wie sie zustande gekommen ist, nicht erwartet haben.» Die Gäste müssen wahrscheinlich auf Patricia Hanebeck (Grippe) verzichten. Fraglich ist auch der Einsatz der angeschlagenen Viola Odebrecht und Babett Peter.

Ebenfalls am Sonntag um 13 Uhr empfängt der SC 07 Bad Neuenahr den Ligakonkurrenten FC Bayern München. Nach dem zunächst schlechten Saisonstart hat sich der SC Bad Neuenahr inzwischen aus der Abstiegszone befreien können und befindet sich derzeit stark im Aufwärtstrend. Der FC Bayern, der in den vergangenen Spielzeiten noch zu dem Top-Mannschaften gehörte, gerät dagegen immer tiefer in den Abstiegskampf und steht seit der vergangenen Woche sogar auf dem vorletzten Tabellenplatz. Beim Spiel am Sonntag muss Bayern-Trainer Thomas Wörle auf Sylvie Banecki, Sarah Puntigam, Tanja Wörle, Julia Simic, Sarah Romert, Bianca Eder und Corinna Paukner verzichten.

Bad Neuenahr kann allerdings auch nicht aus dem Vollen schöpfen und zittert sogar um die Beste: Top-Stürmerin Celia Okoyino da Mbabi muss mit einer Muskelverletzung wahrscheinlich passen. In der Bundesliga trafen beide Mannschaften bereits aufeinander: Die Bayern konnten das Spiel mit 1:0 knapp für sich entscheiden.

Der letzte verbliebene Zweitligist im Wettbewerb, der FSV Gütersloh 2009, erwartet mit Freude sein Spiel des Jahres: Als Gegner kommt am Sonntag (14 Uhr) der FCR 2001 Duisburg nach Ostwestfalen. Der Zeitpunkt könnte für die Gastgeberinnen nicht besser sein. Nach einem 7:0-Sieg im besten Saisonspiel gegen den FFC Oldesloe belegt der FSV den zweiten Tabellenplatz in der Nordstaffel, der zurzeit zum Aufstieg berechtigen würde, weil die Tabelle von Turbine Potsdam II angeführt wird. Besonders aufpassen müssen die Duisburgerinnen auf Annabel Jäger: Die 17 Jahre alte Stürmerin von Gütersloh hat in 13 Pflichtspielen bereits 16 Tore erzielt.

Der FCR belegt ebenfalls Platz zwei, allerdings in der Bundesliga, so dass die Favoritenrolle eindeutig an die Gäste vergeben ist. Duisburgs Trainer Marco Ketelaer formuliert die Marschroute entsprechend selbstbewusst: «Für uns ist ein Sieg in diesem Spiel Pflicht, jede andere Vorgabe wäre unglaubwürdig.» Linda Bresonik, zuletzt die überragende Spielerin beim 3:2-Sieg in Potsdam, sagt: «Wir wissen um die Riesenchance, am Sonntag im Pokal unter die letzten Vier zu kommen.» Ketelaer kann in Gütersloh fast auf den gesamten Kader zurückgreifen, allein Torfrau Meike Kämper ist noch verletzt.

Den Auftakt im Pokal-Viertelfinale machen bereits am Samstag der Hamburger SV und der 1. FC Lokomotive Leipzig. Anstoß ist um 13 Uhr an der Hagenbeckstraße in Hamburg. In der Bundesliga stehen beide Vereine auf benachbarten Rängen kurz über der Abstiegszone, dabei rangiert Lok Leipzig als Aufsteiger etwas überraschend einen Platz vor dem HSV.

Das direkte Duell beider Teams in der Bundesliga konnte der HSV mit einem 3:0-Auswärtssieg für sich entscheiden. Ob es wieder zu einem so glatten Sieg reicht, ist allerdings fraglich: Bei den Hanseatinnen fallen Carolin Simon, Lena Petermann, Maja Schubert und Louisa Nöhr verletzungsbedingt aus. Ob Aferdita Kameraj rechtzeitig wieder fit wird, ist noch unklar.

Vor der Saison wechselten gemeinsam mit Trainerin Claudia von Lanken einige Spielerinnen vom Hamburger SV nach Sachsen. Von Lanken wurde bereits gefeuert, doch mit Angelina Lübcke, Vera Homp, Jobina Lahr und Gaelle Thalmann kehren vier Ex-HSV-Akteurinnen an ihre alte Wirkungsstätte zurück.

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