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26.02.2011 - 10:53 Uhr | News | Quelle: Vereine
DFB-Pokal-Halbfinale: Können die Außenseiter den Favoriten ein Bein stellen?

©www.fcb-ff.de
Die Vorzeichen sind klar, die Favoritenrollen zweifelsfrei vergeben. Läuft alles wie erwartet, stehen am 26. März in Köln Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt im Finale. Wenn nur der Pokal nicht seit jeher seine eigenen Gesetze hätte...
In dieser Saison ist Frankfurt bereits zweimal auf Bad Neuenahr getroffen - und hat beide Mal deutlich gewonnen (4:1 und 8:0). Aber für Frankfurts Trainer Sven Kahlert haben diese Ergebnisse keine Bedeutung fürs Halbfinale. „Die Begegnung beginnt bei 0:0, und beide Mannschaften wollen unbedingt das Finale in Köln erreichen“, sagt Kahlert. „Bei Bad Neuenahr sind neben vielen jungen Talenten besonders die Nationalspielerinnen Lena Goeßling, Célia Okoyino da Mbabi und Bianca Rech herauszuheben.“ Kahlert muss weiterhin auf Silvana Chojnowski (Reha nach Rückenprellung) und Valeria Kleiner (Reha nach Innenbandriss) verzichten.
Für den Gegner Bad Neuenahr ist es laut Homepage "das wichtigste Spiel des Jahres". Allein finanziell wäre eine Finalteilnahme wichtig: Denn wer in Köln spielt, erhält ein TV-Geld in sechsstelliger Höhe, die große Teile eines Jahresetats abdecken kann. Dem Verlierer des Halbfinales bleiben immerhin noch Einnahmen von mehr als 30.000 Euro. Wie groß die sportliche Distanz zwischen dem FFC und dem SC 07 ist, zeigt die Statistik: Von 28 Spielen in Meisterschaft und Pokal ging Bad Neuenahr nur einmal als Sieger vom Platz: Am 23. April 2008 gewann der SC 07 durch ein Kopfballtor von Jasmin Stümper bereits nach neun Minuten mit 1:0.
„Wir wollen nach Köln ins Finale“, stört sich Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers nicht an solchen Nebensächlichkeiten. „Frankfurt ist der Top-Favorit und hat sicherlich den größeren Druck.“ Zu denken gibt ihm, dass seine Mannschaft zuletzt viele Chancen ungenutzt ließ. Viele Möglichkeiten wird sein Team wohl nicht bekommen, „aber wenn, dann müssen wir zuschlagen“. Personelle Sorgen hat Obliers nicht. „Es sieht so aus, als ob alle Spielerinnen fit wären, lediglich hinter Marie Pyko steht noch ein kleines Fragezeichen.“
Auch für den FC Bayern würde sich mit einem Sieg gegen Turbine Potsdam ein Traum erfüllen - die erste Teilnahme an einem Pokalfinale seit 1990. „Wir sind heiß, die Mädels sind heiß, wir werden alles in die Waagschale werfen, um weiter zu kommen“, verspricht FCB-Coach Thomas Wörle, dessen Mannschaft bereits im Viertelfinale mit einem überraschend klaren 3:0-Erfolg gegen den Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg für ein großes Ausrufezeichen gesorgt hat. „Wir werden alles geben. Wir wollen den Champions-League-Sieger schlagen“, so Nicole Banecki.
Die Vorfreude auf die Partie im Sportpark Aschheim „wird von Tag zu Tag größer“, sagt Spielmacherin Julia Simic (Foto). „Wir sind positiv angespannt und freuen uns darauf, eine Sensation wie im Viertelfinale zu schaffen.“
Vor dem Duell mit Potsdam konnten die FCB-Frauen ein paar Tage regenerieren. „Die Pause hat uns gut getan, wir konnten mal wieder zur Ruhe kommen“, so Wörle, der gegen die mit zahlreichen Nationalspielerinnen bestückten Brandenburgerinnen, allen voran Fatmire Bajramaj (Wörle: „Eine überragende Kickerin“) aus dem Vollen schöpfen kann. Einzig Katharina Baunach und Viktoria Schnaderbeck fehlen aus Verletzungsgründen.
Ein „interessantes Spiel“ erwartet auch Turbine-Trainer Bernd Schröder. „Die Bayern haben zuletzt bewiesen, dass sie auf Augenhöhe mit uns spielen.“ Mittelfeldspielerin Viola Odebrecht sieht es ähnlich. „Einen Favoriten gibt es im Pokal nicht. Die Karten werden am Sonntag neu gemischt.“ Sie träumt insgeheim vom Triple. „Die Titel allein habe ich alle schon geholt. Doch die Meisterschaft, den Pokal und die Champions League zusammen habe ich noch nicht gewonnen.“ Einige Potdamer Akteurinnen sind angeschlagen. So auch Lira Bajramaj, die wegen der muskulären Probleme zuletzt nicht trainieren konnte.
Die Höhepunkte beider Spiele sind am Sonntagabend auf DFB-TV zu sehen.
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