05.02.2012 - 19:42 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Ichthys/jafowemei
Die Entdeckung der Saison

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©FCR 01 Duisburg
Die User von Soccerdonna haben die Elf der Vorrunde gewählt. In loser Folge porträtieren wir die besten Spielerinnen des vergangenen halben Jahres. Teil vier: Laura Neboli (FCR Duisburg).

Die 23-jährige Italienerin ist nur 1,64 Meter groß und gehörte in der Hinrunde dennoch zu den größten Entdeckungen der Liga. Für eine Abwehrspielerin im Vergleich sehr klein, würde man meinen, dass sie in der Innenverteidigung gegen eine Spielerin wie Luisa Wensing wohl keine Chance hätte. Doch weit gefehlt: Seit sie im Sommer zum FCR Duisburg kam, war sie neben Annike Krahn im Abwehrzentrum gesetzt und verdrängte Wensing auf die rechte Abwehrseite. Die zehn Zentimeter Größenunterschied machte sie dabei locker durch ihre unglaubliche Einsatzbereitschaft und ihre Zweikampfstärke am Boden wett.

Durch sie bekam eine Abwehr, die in der vergangenen Saison einige Male regelrecht auseinandergenommen wurde, wieder Struktur und Stabilität. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zwar aus den Spielen gegen die Top drei (Potsdam, Frankfurt und Wolfsburg) ganze sieben Punkte mitgenommen wurden, doch das einzige Spiel, in dem Neboli aussetzen musste, gegen den damaligen Tabellenletzten Bad Neuenahr 0:2 verloren ging. Dies wiederum zeigt auch den Wert dieser Spielerin für ihren Verein, die ansonsten alle Spiele über die volle Zeitspanne bestritt. Dass sie dabei stets fair bleibt, lässt sich daran erkennen, dass sie – ähnlich wie Babett Peter – lediglich eine gelbe Karte in allen Wettbewerben der laufenden Saison kassiert hat.

Schaut man auf ihre bisherige Laufbahn, so zeigte sich bereits während der Zeit in ihrer Heimat ihr Potenzial. Ausgebildet bei einem der beiden über lange Zeit größten Vereine Italiens, dem A.S.D. C.F. Bardolino Verona, gewann sie mit diesem bereits im Alter von 17 die italienische Meisterschaft und sammelte damals bereits UEFA-Cup-Erfahrung. Nach einem darauffolgenden Fünf-Jahres-Arrangement beim ASD Reggiana wechselte sie zum aufstrebenden Verein UPC Tavagnacco, mit dem sie automatisch im letzten Jahr die erstmalige Champions League-Qualifikation schaffte. Dennoch entschied sie sich für den Wechsel zum „Chaos“-Club Duisburg, zu dem ihr auch ein paar Wochen später ihr Berater Claudio Marcone als Sportlicher Leiter folgte, was sich bis heute als die absolut richtige Wahl erwies.

Auch in der italienischen Nationalmannschaft ist sie mittlerweile ein fester Bestandteil. Nach ihrem Debüt 2008 musste sie sich bei der Europameisterschaft ein Jahr später noch mit der Reservistenrolle zufrieden geben, bevor sie während der Qualifikation zur WM 2011 zur absoluten Stammspielerin in der italienischen Formation wurde. Dabei stand sie auch in beiden Playoff-Spielen gegen die USA auf dem Platz, konnte aber letztendlich das knappe Aus nicht verhindern. Auch im Vorbereitungsspiel gegen Deutschland (0:5) stand sie auf dem Platz, war aber gegen den deutschen Offensivsturm zusammen mit ihrer Hintermannschaft machtlos.

Dafür sieht es in der Qualifikation für die EM 2013 in Schweden umso besser aus: Nach fünf Spielen ist die Mannschaft noch ohne Punktverlust und Gegentor, eine Bilanz, die außer ihnen nur noch Dänemark aufweisen kann. Auch dabei stand Neboli in allen Spielen über die volle Spielzeit auf dem Feld, so dass sie nun mittlerweile 14 Länderspiele auf dem Konto hat, zu denen in Zukunft noch viele mehr kommen werden.

Die Soccerdonna-Elf der Hinrunde:

Alyssa Naeher, Torhüterin – Kerstin Boschert, rechte Innenverteidigerin – Babett Peter, Libero – Laura Neboli, linke Innenverteidigerin – Melanie Hoffmann, defensive Mittelfeldspielerin – Bianca Schmidt, rechte Mittelfeldspielerin – Nadine Kessler, linke Mittelfeldspielerin – Simone Laudehr, offensive Mittelfeldspielerin – Conny Pohlers, rechte Stürmerin – Celia Okoyino da Mbabi, Mittelstürmerin – Genoveva Anonma, linke Stürmerin

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