31.08.2017 - 15:14 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Die SD-Trainerumfrage zum Saisonstart

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Am kommenden Wochenende startet die Bundesliga, und wir haben uns, wie vor jeder Saison, mal wieder bei den Trainerinnen und Trainern umgehört, was sie erwarten und welche Ziele sie haben. Die Resonanz war wieder sehr gut, nur Stephan Lerch, der neue Coach von Doublesieger VfL Wolfsburg, hat sich an der Umfrage nicht beteiligt. Sein Verein ist allerdings in der neuen Spielzeit wieder der große Favorit auf den Titel. Alle elf Trainerinnen und Trainer rechnen damit, dass der VfL gute Chancen hat, erneut Deutscher Meister zu werden. Zudem wurden der FC Bayern (sechs Nennungen) und Turbine Potsdam (drei) genannt. Vor allem dem SC Freiburg (sieben), aber auch der SGS Essen (vier) wird eine positive Überraschung zugetraut. Mandy Islacker wird in der neuen Saison für Bayern München auf Torejagd gehen – und das wieder sehr erfolgreich, wie die Trainerinnen und Trainern vermuten: Gleich fünf gehen davon aus, dass sie im dritten Jahr in Folge so oft treffen wird wie keine andere Spielerin.

Die Fragen und Antworten:

WER IST IHR FAVORIT AUF DEN MEISTERTITEL 2017/18?

Willi Breuer (1.FC Köln): Wenn man sich die aktuellen Kader anschaut, erwarte ich einen Dreikampf zwischen Potsdam, Wolfsburg und dem FC Bayern. Frankfurt sehe ich direkt dahinter. Zum Start steht für uns deshalb ein richtig schweres Spiel auf dem Programm.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): Wolfsburg und Bayern München.

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): VfL Wolfsburg.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Wolfsburg, Bayern und mit Außenseiterchancen Potsdam.

Thomas Wörle (FC Bayern): VfL Wolfsburg.


Sascha Glass (SC Sand): Wolfsburg, Bayern.

Carmen Roth (Werder Bremen): Wolfsburg, München, Potsdam.

Daniel Kraus (SGS Essen): VfL Wolfsburg.

Jens Scheuer (SC Freiburg): VfL Wolfsburg, Bayern München.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): VfL Wolfsburg.

Katja Greulich (FF USV Jena): VfL Wolfsburg.

WELCHE MANNSCHAFTEN SPIELEN GEGEN DEN ABSTIEG?

Willi Breuer (1.FC Köln): Neben Aufsteiger Bremen, die ihre Mannschaft in der vergangenen Saison zusammenhalten konnten, sehe ich uns als Top-Außenseiter, denn wir hatten viele Wechsel. Das ist eine Rolle, die wir annehmen.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): -

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): FF USV Jena und Werder Bremen.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Die mit den wenigsten Punkten.

Thomas Wörle (FC Bayern): Ich denke die Aufsteiger werden erstmal um den Klassenerhalt spielen.

Sascha Glass (SC Sand): Ich glaube, es gibt in diesem Jahr keine Mannschaft, die komplett abgeschlagen sein wird. Nach Wolfsburg und Bayern werden vermutlich Potsdam und Freiburg wieder in der oberen Tabellenhälfte zu finden sein. Ich denke, danach ist alles relativ offen.

Carmen Roth (Werder Bremen): Keine Angabe.

Daniel Kraus (SGS Essen): Schwer zu sagen, da es sehr viele Wechsel in diesem Jahr gab. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Aufsteiger meist sehr lange um den Klassenerhalt kämpfen mussten.

Jens Scheuer (SC Freiburg): Kein Kommentar.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Einige.

Katja Greulich (FF USV Jena): Duisburg, Köln, Bremen.

WELCHER MANNSCHAFT TRAUEN SIE ZU, POSITIV ZU ÜBERRASCHEN?

Willi Breuer (1.FC Köln): Das ist für mich relativ klar: Schon letztes Jahr hat sich gezeigt, dass Freiburg und Essen sich gut verstärkt haben. Sie werden die Teams an der Spitze auf jeden Fall herausfordern.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): SGS Essen.

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): SC Freiburg im Kampf um die UWCL-Qualifikation, 1.FC Köln als sicherer Nicht-Absteiger.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): SC Freiburg. Dort wurde eine ohnehin starke Mannschaft sinnvoll und gut verstärkt.

Thomas Wörle (FC Bayern): SGS Essen.


Sascha Glass (SC Sand): Das ist jetzt keine Überraschung, aber ich traue Potsdam wieder sehr viel zu. Vielleicht können sie Wolfsburg und Bayern Paroli bieten.

Carmen Roth (Werder Bremen): SC Freiburg.

Daniel Kraus (SGS Essen): SC Freiburg.

Jens Scheuer (SC Freiburg): SGS Essen.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): SC Freiburg.

Katja Greulich (FF USV Jena): SC Freiburg.

WELCHES ZIEL HABEN SIE MIT IHRER MANNSCHAFT IN DER KOMMENDEN SAISON?

Willi Breuer (1.FC Köln): Frankfurt hat als Ziel die Champions League ausgegeben. «Champions League» bedeutet für uns, zwei Teams hinter uns zu lassen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): Wir wollen einen Platz im oberen Tabellendrittel erreichen!

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): Zwischen Platz 3 und 6 in der Bundesliga, dazu das DFB-Pokal-Finale.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Platz 10.

Thomas Wörle (FC Bayern): Wir wollen nach unserem großen personellen Umbruch die Weichen für die nächsten Jahre stellen und versuchen, uns zum vierten Mal hintereinander für die Champions League zu qualifizieren.


Carmen Roth (Werder Bremen): Klassenerhalt.

Sascha Glass (SC Sand): Neben dem Klassenerhalt wollen wir Woche für Woche mit der Mannschaft an der Umsetzung unserer Spielphilosophie arbeiten und darüber hinaus unsere Mannschaft weiterentwickeln.

Daniel Kraus (SGS Essen): Wir wollen schnellstmöglich die neuen Spielerinnen integrieren und in der oberen Tabellenhälfte mitspielen.

Jens Scheuer (SC Freiburg): Top 5.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Zuerst mal eine bessere Vorrunde spielen als letzte Saison.

Katja Greulich (FF USV Jena): Klassenerhalt.

WELCHE SPIELERIN DER BUNDESLIGA WIRD IN DER SAISON 2017/18 BESONDERS ÜBERRASCHEN?

Willi Breuer (1.FC Köln): Schon bei der Nationalmannschaft hat sich gezeigt, wie stark Linda Dallmann aus Essen und Lina Magull vom SC Freiburg sind. Ich schätze, sie werden diese positive Entwicklung in dieser Saison fortsetzen.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): -

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): Lea Schüller. Sie kann einer der Top-Torschützinnen mit 15 Treffern und mehr werden.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Nicole Anyomi. Sie hat sich in der vergangenen Saison schon an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen können. Ihr traue ich zu, einen großen Schritt nach vorne zu machen.

Thomas Wörle (FC Bayern): -

Sascha Glass (SC Sand): Ewa Pajor hat bereits in der letzten Saison gezeigt, wieviel Potenzial in ihr steckt. Sie bringt einiges mit, um eine große Spielerin zu werden. Ich würde es ihr wünschen. Neben ihren fussballerischen Fähigkeiten, besitzt Sie einen guten Charakter.  Ich hätte natürlich auch nichts dagegen, wenn die eine oder andere Spielerin aus unserem Team sich gut entwickelt.

Carmen Roth (Werder Bremen): Gjulia Gwinn.

Daniel Kraus (SGS Essen): Die Liga bietet viele gute Spielerinnen und es wird spannend zu sehen, welche Talente den Sprung schaffen und wie sich «etablierte» Spielerinnen weiterentwickeln.

Jens Scheuer (SC Freiburg): Kein Kommentar.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Da gibt es einige, vielleicht jemand, den fast noch keiner kennt!

Katja Greulich (FF USV Jena): Da können einige überraschen. Auch wir haben Spielerinnen im Kader denen wir zutrauen positiv zu überraschen.

WELCHE SPIELERIN DER KONKURRENZ HÄTTEN SIE GERNE IN IHREM KADER?

Willi Breuer (1.FC Köln): Da gibt es ganz, ganz viele. Die große Anzahl an Spielerinnen, die bei der Euro vertreten waren, spiegelt die hohe Qualität der Liga wider. Es ist die beste Frauen-Liga in Europa. Man könnte sich bei einigen Klubs bedienen, eine einzige herauszuheben, wäre vermessen.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): -

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): Lina Magull.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Darüber muss ich mir keine Gedanken machen. Wir haben einen der geringsten Etats der Liga.

Thomas Wörle (FC Bayern): -

Sascha Glass (SC Sand): Erstmal bin ich über die Charaktere in unserem Team sehr froh und dankbar. Wir haben einen sehr kleinen Kader, aber eine gute Gemeinschaft. Das ist wichtig. Natürlich würde ich zu einer Pernille Harder oder Mandy Islacker nicht nein sagen. Es gibt aber Spielerinnen wie Babette Peter, die ein absolutes Vorbild für alle jungen Spielerinnen ist, da sie ein absoluter Top-Profi ist. Das fängt bei der Ernährung an und hört bei der Einstellung auf. Ich denke auch, dass die wichtigste Verpflichtung von Bayern München in den letzten Jahren Melanie Behringer war. Sie ist eine absolute Führungspersönlichkeit. Ich hatte das Glück, in Frankfurt mit beiden Spielerinnen zu arbeiten. Wir haben in unserem Team auch die eine oder andere erfahrene Spielerin und Persönlichkeit. Darüber bin ich sehr dankbar. Das ist absolut wichtig.

Carmen Roth (Werder Bremen): Pernille Harder.

Daniel Kraus (SGS Essen): Ich bin sehr zufrieden mit den Spielerinnen meines Kaders und habe mir von daher keine Gedanken über externe Spielerinnen gemacht.

Jens Scheuer (SC Freiburg): Kein Kommentar.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Mandy Islacker.

Katja Greulich (FF USV Jena): Pernille Harder, Sara Björk Gunnarsdottir.

WER WIRD TORSCHÜTZENKÖNIGIN DER SAISON 2017/18?

Willi Breuer (1.FC Köln): Ich tippe auf die dänische Torjägerin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): Ich hoffe, dass dies eine Spielerin von Turbine Potsdam sein wird.

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): Lina Magull oder Hasret Kayikci.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Wahrscheinlich keine Spielerin des MSV.

Thomas Wörle (FC Bayern): Da gibt es ein paar Kandidatinnen.

Sascha Glass (SC Sand): Mandy Islacker.

Carmen Roth (Werder Bremen): Alexandra Popp.

Daniel Kraus (SGS Essen): Mandy Islacker wird wieder eine große Rolle spielen.

Jens Scheuer (SC Freiburg): Mandy Islacker.

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Mandy Islacker.

Katja Greulich (FF USV Jena): Alex Popp oder Mandy Islacker.

WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT DIE SCHWACHE EM DER DEUTSCHEN MANNSCHAFT AUF DIE KOMMENDE BUNDESLIGA-SAISON?

Willi Breuer (1.FC Köln): Das wird sich nicht negativ auswirken. Die sehr erfolgreichen Däninnen und Österreicherinnen werden ihren Schwung mit in die Liga nehmen. Die Spielerinnen, die beim Turnier weniger gut abgeschnitten haben, wollen zeigen, dass sie Qualität haben.

Matthias Rudolph (Turbine Potsdam): -

Matt Ross (1.FFC Frankfurt): Ich hoffe, dass die EM einen motivierenden Effekt auf die Vereine haben wird und in Sachen Weiterentwicklung wieder mehr aufs Gaspedal getreten wird. Die Ligen in anderen Ländern, ebenso andere Nationalmannschaften, holen gerade im Eiltempo auf, so dass die Frauen-Nationalmannschaft und die Allianz Frauen-Bundesliga alles daransetzen müssen, die Führungsrolle, die sie im internationalen Vergleich lange inne hatten, zu verteidigen. Hier gilt die alte Weisheit: Stillstand ist Rückschritt.

Christian Franz-Pohlmann (MSV Duisburg): Die EM wird Auswirkungen haben, was das taktische Verhalten betrifft. Ich erwarte, dass viele Mannschaften erst einmal tief stehen und kompakt verteidigen werden mit vielen Spielerinnen in der letzten Reihe. Gerade gegen «große» Gegner, die dann Lösungen finden müssen, um den Riegel aufzubrechen.

Thomas Wörle (FC Bayern): Die EM ganz grundsätzlich hat gezeigt, dass sich die vermeintlich kleineren Teams an den Top-Teams orientieren, ihr vorhandenes Entwicklungspotenzial mehr und mehr ausschöpfen und deutlich aufgeholt haben. Im gleichen Zuge konnten die Top-Teams, die diesen Entwicklungsprozess bereits hinter sich haben, sich nicht im gleichen Maße auf dem bereits hohen Niveau erneut weiterentwickeln. Es gilt, Antworten auf die veränderte Situation zu finden. Ich erwarte deshalb auch eine sehr ausgeglichene neue Allianz Frauen-Bundesliga-Saison.

Sascha Glass (SC Sand): Ich denke, dass sich alle etwas mehr von der EM erhofft haben, aber ich erwarte nicht, dass es große Auswirkungen auf die Bundesliga haben wird. Steffi Jones und ihr Team haben einigen jungen Spielerinnen die Chance gegeben und frischen Wind in die Nationalmannschaft gebracht. Man sollte ihnen die nötige Zeit einräumen. Ich bin mir sicher, dass dort etwas zusammenwächst. Fakt ist, dass im Nachwuchsbereich und in der Bundesliga sehr gute Arbeit gemacht wird. Es bietet uns aber auch allen die Chance, zu überlegen, was man noch besser machen kann. Ich denke, gerade das Herausspielen von Torchancen und die Chancenverwertung sind große Themen im Frauenfußball. Dort ist extrem viel Luft nach oben, auch in der Ausbildung. Das sage ich schon seit Jahren. Wir haben viele gut ausgebildete Spielerinnen. Uns fehlen aber Spielerinnen mit Zielstrebigkeit und Killerinstinkt. Davon gibt es viel zu wenige, und das müssen wir einfordern und fördern. Dazu gehört auch der Mut zum Egoismus. Es darf nicht der erste Gedanke sein, wenn ich den 16er betrete, wen ich noch anspielen kann. Der erste Gedanke sollte sein: «Ich will das Tor machen!» Da ist großer Nachholbedarf.

Carmen Roth (Werder Bremen): Sie wird keine Auswirkung haben.

Daniel Kraus (SGS Essen): Zunächst einmal sehe ich durch die EM eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Frauenfußball im Allgemeinen – was sehr positiv ist. Die Liga ist sehr attraktiv und international. Die große Aufgabe wird sein, die Allianz-Frauen-Bundesliga dauerhaft in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren. Dies gelingt natürlich leichter durch attraktive Spiele und Persönlichkeiten. Packen wir es also an!

Jens Scheuer (SC Freiburg): Keine

Jürgen Ehrmann (TSG Hoffenheim): Hoffe erstmal keine.

Katja Greulich (FF USV Jena): Keine. Die Liga ist stark und ausgeglichen. Dies verspricht Spannung und wird auch für die Zuschauen so interessant werden.

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