29.12.2016 - 16:03 Uhr | News | Quelle: dpa
Neu-Coach Rudolph – der Anti-Schröder

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Selbst der einstige Rivale gratulierte den Fußballerinnen des 1.FFC Turbine Potsdam zur Herbstmeisterschaft. Siegfried Dietrich, Manager des Bundesliga-Konkurrenten 1.FFC Frankfurt und lange Zeit erbitterter Gegenspieler Bernd Schröders, lobte die Entwicklung bei den Turbinen. Ob er dies gemacht hätte, wenn das Trainer-Urgestein Schröder noch da wäre, sei dahingestellt. Fakt ist: Seit dieser Saison ist Matthias Rudolph neuer Cheftrainer – und mit ihm läuft es prächtig.

Rudolph hat dem ins Mittelmaß abgesackten früheren Serienmeister neues Leben und neuen Geist eingehaucht. Und das mit fast demselben Team, die Schröders Abschiedssaison auf Platz sieben abgeschlossen hatte – dem schlechtesten Ergebnis überhaupt. «Die Spielerinnen haben sehr gut zusammengefunden. Wir haben einen sehr guten Teamgeist», erklärte Rudolph der Deutschen Presse-Agentur. Das bestätigte auch Abwehrspielerin Johanna Elsig. «Wir sind eine geschlossene Einheit, in der aggressiv bereits ganz vorne verteidigt wird und dann jeder für jeden kämpft.»

Nach 45 Jahren Schröder war der Verschleiß in Brandenburgs Hauptstadt-Team nicht zu übersehen. Rudolph hat die eingefahrenen Strukturen aufgebrochen – auf die sanfte Art. Denn der frühere Spieler des SV Babelsberg 03 könnte kaum unterschiedlicher als sein Vorgänger: freundlich, zurückhaltend, verbindlich. Der knurrige Schröder war ein Mann der alten Schule, dem Diplomatie abging. «Bei Matthias Rudolph merkt man, dass er selbst früher Fußball gespielt hat», erklärte Nationalstürmerin Svenja Huth. «Wir machen sehr viel im taktischen Bereich. Jede Spielerin weiß genau, was zu tun ist.»

Vormittags ist der im Brandenburgischen Niemegk aufgewachsene Rudolph bei Turbine nur in Ausnahmefällen anzutreffen. Normalerweise arbeitet er tagsüber als Geografie- und Sport-Lehrer am Humboldt-Gymnasium in Potsdam. Erst für die am Abend beginnenden Einheiten steht der 34-Jährige zur Verfügung. Davor lässt er seine Assistenten ran.

Das funktioniert gut. Denn Rudolph führt das sehr gute Abschneiden auch «auf die hohe Trainings-Qualität» zurück, die «am Wochenende vom Team umgesetzt» wird. Trotz des souveränen Auftretens der Mannschaft und Tabellen-Platz eins mit fünf Punkten Vorsprung auf Verfolger FC Bayern München spricht er immer noch von einer «Übergangs-Saison, und ich lasse mir von niemandem etwas anderes einreden.»

Rudolph möchte nach dem überraschenden Höhenflug eine zu hohe Erwartungshaltung von außen von seinen Team fern halten. «Wir werden unser Ziel nicht korrigieren. Und das heißt besser abschneiden als in der Vorsaison», sagte der Fan des FC Bayern München. Neulich, als seine Mannschaft mit 2:1 beim deutschen Meister aus München gewann, durfte er dem Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß die Hand schütteln. Für Rudolph war das ein besonderes Erlebnis.

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