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10.02.2012 - 20:20 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Ichthys/jafowemei
Zweiter Frühling im Herbst der Karriere

©SG Essen-Schönebeck
Dass sie noch einmal mit 37 Jahren einen zweiten Frühling erleben würde, das hätte sich Melanie Hoffmann vor der Saison in dieser Art wohl nicht träumen lassen.
In Essen hatten sie sich vor der Saison auf Abstiegskampf pur eingestellt; doch plötzlich fand man sich im oberen Tabellendrittel wieder. Und daran hatte die nur 1,60 Meter kleine Mittelfeldspielerin großen Anteil. War sie doch mit ihrer ganzen Routine und Erfahrung aus jetzt bereits 17 Jahren Bundesligaerfahrung die Führungsfigur schlechthin in einem Team, das sich vor allem im Mittelfeld aus Spielerinnen zusammensetzt, die zum Teil bei Hoffmanns erstem Ligaspiel noch gar nicht auf der Welt waren und sogar ihre Töchter sein könnten. Dabei war sie nicht nur die Autoritätsperson auf dem Platz, sondern auch Schaltzentrale auf dem Platz, der Mittelfeldmotor.
Gerade in den Spielen gegen Turbine Potsdam oder gegen den 1. FFC Frankfurt lief sie zur Hochform auf und brachte mit ihren gefährlichen Torschüssen und Torschussvorlagen den Gegner immer wieder zum Wanken. Dreimal (u.a. gegen Potsdam) belohnte sie sich dabei auch selbst und steuerte dazu noch zwei Torvorlagen bei, die gerade in wichtigen Spielen wie beim 1:1 gegen Duisburg die Punkte sicherten.
Trotz Top-Hinrunde zeigt ein Blick auf Hoffmanns Karriere: Ihre erfolgreichsten Jahre liegen schon lange zurück, sie reichen zurück bis ins alte Jahrtausend. Sie wechselte mit 20 zu Rumeln-Kaldenhausen (heute: FCR Duisburg), und schon ein Jahr später, 1995, gab sie ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Prompt wurde sie sogar in den Kader für die Weltmeisterschaft in Schweden und Norwegen berufen, mit dem sie Vizeweltmeisterin wurde. In den folgenden Jahren kamen noch einige Erfolge hinzu, so wurde sie 1997 Europameisterin und gewann 1998 mit Rumeln-Kaldenhausen das Double. Nach dem olympischen Turnier 2000, bei dem sie die Bronzemedaille gewann, wurde sie nach 36 Spielen allerdings nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen.
Im Sommer 2005 wechselte sie dann nach elf Jahren beim FCR Duisburg, nur unterbrochen durch ein halbjähriges Intermezzo in den USA, zum Lokalrivalen Essen-Schönebeck, bei dem sie bis heute die Kapitänsbinde trägt. Ob die älteste Spielerin der Liga allerdings noch ein oder zwei Jahre zulegt, wird sich erst noch entscheiden, da ihr Vertrag bei Essen-Schönebeck im Sommer ausläuft. Es wäre mit Sicherheit ein Gewinn für Essen wie auch für die Liga, wenn diese dynamische, quirlige und technisch versierte Spielerin ihr Karriereende noch einmal verschieben und auch im nächsten Saison wieder als Spielführerin das junge Team anführen würde.
Bis dahin zählt aber erst mal nur diese Saison, in der auch noch einiges möglich ist und in der sie sicherlich die „Großen“ hier und da noch einmal ärgern wollen wird.
Die Soccerdonna-Elf der Hinrunde:
Alyssa Naeher, Torhüterin – Kerstin Boschert, rechte Innenverteidigerin – Babett Peter, Libero – Laura Neboli, linke Innenverteidigerin – Melanie Hoffmann, defensive Mittelfeldspielerin – Bianca Schmidt, rechte Mittelfeldspielerin – Nadine Kessler, linke Mittelfeldspielerin – Simone Laudehr, offensive Mittelfeldspielerin – Conny Pohlers, rechte Stürmerin – Celia Okoyino da Mbabi, Mittelstürmerin – Genoveva Anonma, linke Stürmerin
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