01.09.2020 - 10:29 Uhr | News | Quelle: dpa | von: Ulrike John
Nationalkeeperin Frohms hofft auf gute Zeiten in Frankfurt

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©Saskia Nafe Photography
Merle Frohms ist die Nummer 1 im Tor der deutschen Fußballfrauen. Ihr neuer Club ist das spannendste Projekt der Bundesliga. Die Ex-Freiburgerin soll die Eintracht mit nach oben führen.

Die DFB-Zentrale liegt ums Eck, mit Kevin Trapp gibt's einen Männer-Nationalkeeper im selben Club und bei der Eintracht sollen die neuen Fußballerinnen gleich richtig durchstarten. Beste Voraussetzungen für Merle Frohms, ihre Karriere weiter voranzutreiben: Die 25 Jahre alte Nummer 1 im deutschen Tor ist der prominenteste Neuzugang der ambitionierten Frankfurterinnen.

«Ich sehe bei der Eintracht sehr großes Potenzial. Wir wollen in der Bundesliga eine gute Rolle spielen und auch gegen größere Vereine unser Können zeigen», sagte Frohms der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonauftakt am Sonntag (14.00 Uhr) gegen Werder Bremen. Die Großen, das sind Champions-League-Finalist VfL Wolfsburg und der FC Bayern München, die regelmäßig in der Königsklasse spielen.

Ein Anreiz auch für Frohms, zumal am Saisonende erstmals auch der Tabellendritte das Ticket für den internationalen Wettbewerb löst. «Die Entwicklung unseres jungen Teams steht im Vordergrund. Wir werden die Saison nutzen, um zu sehen, wohin die Reise gehen kann», sagte die vom SC Freiburg in die Mainmetropole gekommene Torfrau.

Zuvor war die inzwischen zehnmalige Nationalspielerin in Wolfsburg die Nummer 2 hinter Almuth Schult. Die langjährige Stammkeeperin im DFB-Team pausiert derzeit nach der Geburt ihrer Zwillinge. «Ich habe unglaublich gern mit ihr gearbeitet. Ich habe damals gemeinsam mit ihr fürs Mathe-Abi gelernt, dadurch ist eine Freundschaft entstanden», sagte Schult über Frohms.

Nachdem sich die Spielerinnen des Rekordmeisters 1. FFC Frankfurt der Eintracht angeschlossen haben, soll das Projekt weitere prominente Clubs animieren, intensiv den Frauenfußball zu fördern. Frohms ist es wichtig, «mich persönlich wie auch sportlich zusammen mit dem Team weiterzuentwickeln.» Ihre klare Ansage: «Ich möchte hier bei der Eintracht eine Führungsspielerin werden und noch lautstärker und selbstbewusster auf dem Platz auftreten, um dem Team von meiner Position heraus helfen zu können. Das ist mein Anspruch.»

Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist «gespannt» auf Frohms' weitere Entwicklung bei ihrem dritten Erstliga-Club. «Merle hat in den vergangenen Monaten gute Leistungen gezeigt. Sie zählt zu den jungen, entwicklungsfähigen Torfrauen und wir sehen sie insgesamt auf einem guten Weg. Sie hat stets den eigenen Anspruch, immer besser zu werden. Dieser Ehrgeiz zeichnet sie aus», sagte sie.

Die in Celle geborene BWL-Studentin tauscht sich wie andere Nationalspielerinnen in der Corona-Zeit regelmäßig mit Voss-Tecklenburg aus. «Natürlich meist in Videokonferenzen oder per Telefon. Es gab auch ein virtuelles Livecooking-Event», erzählte sie.

Kontakt zur Eintracht-Männermannschaft und damit zu Trapp gab es bisher nicht groß. «Ein genereller Austausch ist aber geplant, es gab mit zwei Mitspielerinnen ein Fotoshooting mit zwei Männer-Profis», berichtete Frohms und betonte: «Insgesamt ist der Gesamtverein Eintracht top aufgestellt. Die Frauenteams profitieren von der professionellen Struktur und dem großen Miteinander im Verein, das es auf allen Ebenen gibt. Das ist nicht überall so oder selbstverständlich.»

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