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14.01.2026 - 12:30 | News | Kaynak: sd | von: Michael Paral
Karriere mit Pfiff – Sara Telek über das Schiedsrichterwesen

Vom Regelkurs zur Leidenschaft
Teleks Weg war keineswegs vorgezeichnet. Da sie aus einer „Anti-Fußballfamilie“ stammt, entdeckte sie den Sport erst mit 14 Jahren auf dem Schulhof für sich. Der Entschluss, einen Schiedsrichterkurs zu besuchen, entsprang dem Wunsch nach mehr Wissen für ihr eigenes Spiel:
„Eigentlich war es nie meine Intention, dass ich tatsächlich auch auf dem Feld stehe und da ein Spiel als Schiedsrichterin pfeife, sondern meine Intention war es, dass ich diesen Kurs besuche, damit ich einfach über die Fußballregeln aufgeklärter werde“, erzählt Telek schmunzelnd.
Doch schon bei ihrem ersten Einsatz an einem eiskalten Januartag spürte sie die besondere Faszination dieser Rolle. Es war der Moment, in dem ihr klar wurde: „Das Spiel läuft da jetzt so lange, bis ich pfeife“. Diese unmittelbare Verantwortung für die Gerechtigkeit auf dem Platz prägt sie nachhaltig. Heute zählt Telek zur absoluten Elite und blickt auf Einsätze in der österreichischen Frauen- & Herren Bundesliga, sowie zahlreiche internationale Turniere zurück.
Die Schiedsrichterin als Hochleistungssportlerin
Dass das Schiedsrichterwesen weit mehr als nur das Pfeifen von Fouls ist, wird besonders bei der körperlichen Komponente deutlich. Sara Telek betont im Gespräch, dass sie sich selbst ganz klar als Athletin wahrnimmt, da die Fitness als Schiedsrichterin eine zentrale Rolle spielt. Im Trainingsbereich fordert dies natürlich enorme Disziplin, für Telek ist das Training jedoch ein Teil den sie gerne mag: „Ich bin sehr sportlich, Grundausdauer ist mir immer gelegen, da hatte ich nie Probleme und das hat mir auch immer sehr viel Spaß gemacht!“
Dieser sportliche Alltag war gerade auf UEFA- und FIFA-Ebene von einem harten „Drill“ nach exakten Plänen geprägt, bei dem jede Einheit getrackt und die Daten genauestens verglichen wurden. Die körperliche Belastung während einer Partie ist dabei beachtlich, da eine Schiedsrichterin, je nach taktischer Ausrichtung des Spiels und der Größe des Feldes, zwischen 7 und 15 Kilometern pro Einsatz zurücklegt. Für Telek ist dieser Einsatz jedoch auch ein Motivationsfaktor. Sie genießt es, in vollen Stadien Bestleistungen abzurufen, da die Atmosphäre sie zusätzlich anspornt.
Wachstum durch Kritik
Neben der Athletik ist es vor allem die mentale Stärke, die diesen Beruf ausmacht. Das Schiedsrichterwesen sei eine echte Lebensschule, in der man lernt, sich von der Erwartungshaltung anderer zu lösen.
„In der Rolle als Schiedsrichterin lernst du sehr früh, dass du aufhören musst zu entsprechen [...] du lernst dir selbst zu entsprechen und die Entscheidungen so zu treffen, dass du damit leben kannst und dass du dir danach in den Spiegel schauen kannst“.
Ein Blick in die Zukunft
Für die Zukunft hofft Telek, dass noch mehr junge Talente – besonders Frauen – den Mut finden, die Pfeife in die Hand zu nehmen. Die Konkurrenz sei noch überschaubar, während die Chancen, den Sport sogar professionell als Job auszuüben, stetig wachsen. Ihr Rat ist daher simpel: Man sollte es einfach einmal ausprobieren, um die Perspektive zu wechseln und an den Herausforderungen zu wachsen.
Das ganze Gespräch mit Sara Telek gibt es zu Hören im Podcast „Kick it like Women“
Hier geht´s zur Folge
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