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Livia Peng: Ein Sommer zwischen Europameisterschaft und Women’s-Super-League-Traum
Foren - Diskussionsforen - News-Forum - Livia Peng: Ein Sommer zwischen Europameisterschaft und Women’s-Super-League-Traum
| Livia Peng: Ein Sommer zwischen Europameisterschaft und Women’s-Super-League-Traum | Başlangıç girişi 05.02.2026 - 13:01 |
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emiliebitsch
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Mit der Europameisterschaft rückte sie endgültig ins internationale Rampenlicht: Livia Peng. Die Schweizer Nationaltorhüterin überzeugte bei der EM nicht nur sportlich, sondern bewies auch mental große Reife, trotz öffentlicher Diskussionen um die Nummer-eins-Rolle. Kurz nach dem Turnier folgte der nächste große Schritt: der Wechsel vom SV Werder Bremen zum englischen Topklub FC Chelsea. Im Gespräch mit Soccerdonna spricht die 23-Jährige ausführlich über ihre Erlebnisse bei der EM, den emotionalen Abschied aus Bremen, das historische Nordderby im DFB-Pokal und ihren neuen Alltag in London. Zudem gibt sie tiefe Einblicke in ihre offensive Spielweise als Torhüterin, den Umgang mit Druck und Rückschlägen sowie ihre persönlichen Zukunftspläne – auf und neben dem Platz. Soccerdonna: Livia, das größte Ereignis des vergangenen Jahres war für Dich vermutlich die EM – noch dazu im eigenen Land. Nimm uns mal mit: Wie hast Du das alles erlebt? Livia Peng: Das ganze Jahr war für mich speziell. Die EM war auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Es war nicht von Anfang an klar, dass ich spielen werde. Deswegen war das Eröffnungsspiel gegen Norwegen ein sehr großer und emotionaler Moment, da ich da erst richtig realisiert habe, dass ich für die Nationalmannschaft in meinem Heimatland eine EM spielen darf. Vor dem Spiel war ich sehr nervös, vor allem als wir mit dem Bus zum Stadion in Basel gefahren sind und gesehen haben, dass alles rot ist. Es waren 35.000 Menschen da, die uns unterstützten. So etwas hatte ich zuvor auf nationaler oder internationaler Ebene noch nie erlebt. Dann die Hymne: Gänsehaut, Tränen in den Augen. Ein Kindheitstraum, der in Erfüllung gegangen ist. Mir gingen alle Momente durch den Kopf, in denen es auch mal schwieriger war. Ich hab an alle Menschen gedacht, die mich auf meinem Weg unterstützen. Mein Umfeld, meine Familie, die immer für mich da sind. Ich war sehr dankbar, dass ich da auf dem Feld stehen durfte. Soccerdonna: Gab es während der EM besondere Highlights – vielleicht auch abseits deiner eigenen Spiele? Livia Peng: Unser Media Officer Seba hat vor jedem Spiel ein Video gemacht, mit Szenen aus den vergangenen Spielen, aber auch von den Fanmärschen. Wir haben das alles selbst gar nicht so mitbekommen, aber diese Bilder kurz vor dem Spiel zu sehen, war eine enorme Extra-Motivation. Außerdem haben viele kleine Dinge uns als Team zusammengeschweißt, wie die Mannschaftsabende. Vor dem Viertelfinale gab es ein Video, in dem unsere Eltern zu Wort kamen, da waren wir alle sehr berührt. Soccerdonna: Konntest du das alles nach der EM überhaupt verarbeiten, gerade auch mit dem Wechsel nach London? Livia Peng: Ehrlich gesagt, nicht ganz. Nach der EM ging es direkt weiter: Medientermine, SRF Sportstudio, und ich durfte bei den Biathleten reinschnuppern. Es hat sehr viel Spass gemacht, wirklich Zeit, alles zu verarbeiten hatte ich aber nicht. Dann bin ich nach England gegangen und dort ging es direkt weiter. Erst jetzt, mit etwas Abstand, habe ich angefangen, alles Revue passieren zu lassen. Ich glaube, ganz verarbeitet ist es immer noch nicht. Mir hilft es sehr, darüber zu reden, Bilder und Videos anzuschauen. Das bringt immer wieder schöne Emotionen hoch. Soccerdonna: Hat die EM dein Torhüterinnen-Spiel nachhaltig geprägt? Livia Peng: Es ist schon noch einmal etwas anderes, wenn ein ganzes Stadion voll ist, vor allem in der Kommunikation. Wenn alle schreien, wird es komplizierter. Das habe ich bereits bei Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale erlebt, aber international war es nochmal anders. Aber am Ende ist es genau das, was wir wollen. Mein Ziel war es aber, Spaß zu haben und mein Ding zu machen. Soccerdonna: Wenn Du es gerade ansprichst, schauen wir auf das DFB-Pokal-Halbfinale Werder Bremen gegen den HSV. War dir bei der Auslosung sofort bewusst, dass es das erste Nordderby überhaupt ist – auch mit Blick darauf, dass es das bei den Männern durch Abstieg und Corona jahrelang nicht gab? Livia Peng: Ja, auf jeden Fall, das war uns bewusst. Wir haben darauf gehofft, dass es dazu kommt. Ich selbst komme nicht aus Bremen, aber das war eines der ersten Dinge, die ich dort gelernt habe, dass diese Rivalität da oben extrem ist. Das weiß man einfach. Der Hype war schon Wochen vorher riesig. Wir haben uns alle extrem gefreut und ich glaube, es war für jede Einzelne von uns ein sehr spezieller Moment. Soccerdonna: Zwischen Auslosung und dem Halbfinale hattest du im Spiel gegen Hoffenheim eine Gehirnerschütterung erlitten. Wie sah diese Zeit für dich im Alltag aus? Wann wusstest du, dass du rechtzeitig fit wirst? Livia Peng: Meine erste Frage an unseren Arzt war, ob ich es rechtzeitig zum HSV-Spiel zurückschaffe. Es haben alle eine super Arbeit gemacht und mir geholfen, dass ich mich richtig erholen konnte und dieses Highlight Spiel spielen durfte. Soccerdonna: Kommen wir zum Spiel selbst. Es ist in vielen Stadien laut, aber dieses Spiel war nochmal spezieller. War das für Dich in der Kommunikation mit der Hintermannschaft ein Problem? Habt Ihr euch darauf vorbereitet? Livia Peng: Uns war auf jeden Fall klar, dass das Reden schwierig wird. Aber wir haben uns auch ohne viele Worte verstanden. Wir haben diese Lautstärke für uns genutzt. Wir haben zwar auswärts gespielt, aber unsere eigenen Fans waren extrem laut. Das hat uns einen zusätzlichen Push gegeben. Soccerdonna: Wenn Du heute an dieses Spiel zurückdenkst: Gibt es eine Szene, die dir sofort in den Kopf kommt? Livia Peng: Die erste Szene, an die ich denke, war das 2:1 von Sophie Weidauer in der 117. Minute. Es war kurz vor Ende der Verlängerung und bei uns sind alle Dämme gebrochen. Ich war selten so emotional wie in diesem Moment. Soccerdonna: Nach diesem Highlight stand später fest, dass Du zu Chelsea wechseln wirst. Wie waren diese letzten Wochen bei Werder für Dich? Livia Peng: Ehrlich gesagt, hatte ich nicht wirklich Zeit, Abschied zu nehmen. Ich habe mich auch nicht bewusst auf diesen Abschied fokussiert. Ich wusste, dass es wahrscheinlich zu Ende geht und dass ich im Sommer wechseln werde, aber ich habe versucht, die Spiele einfach noch mal zu genießen und im Moment zu sein. Natürlich ist es Fußball, man will sich weiterentwickeln und neue Schritte gehen. Es ist normal, dass man sich dann nicht mehr so oft sieht, aber mit vielen habe ich weiterhin Kontakt. Werder liegt mir sehr am Herzen, und ich hatte dort zwei extrem spezielle und schöne Jahre, in denen ich unglaublich viel mitgenommen habe. Soccerdonna: Dann lass uns mal über deinen neuen Verein Chelsea sprechen, der zugleich auch dein Traumverein ist. Wie kam der Kontakt zustande und warum hast Du Dich entschieden, diesen Schritt zu gehen? Livia Peng: Dass Chelsea mein Traumverein ist, habe ich nie geheim gehalten. Als der Verein dann tatsächlich Interesse gezeigt hat, war das für mich eine riesige Ehre. Als mir das mein Spielerberater Jens erzählt hat, konnte ich es erst gar nicht glauben. Für mich war schnell klar, dass ich das machen will. Ich bin dankbar, dass ich hier sein darf und bei so einem großen Verein spielen kann. Es ist ein Traum, der wahr geworden ist. Soccerdonna: Du hast mit der englischen Nationalkeeperin Hannah Hampton eine starke Konkurrenz im Tor. War Dir von Anfang an bewusst, dass Du wahrscheinlich weniger spielen wirst? Hatte das Einfluss auf deine Entscheidung? Livia Peng: Das war mir bewusst und das Spielen ist für mich sehr wichtig. Ich gehe ins Training, um am Wochenende spielen zu können. Ich wusste, dass Hannah eine super Torhüterin ist, trotzdem wollte ich diesen Schritt machen, weil ich noch viel lernen kann und eine hohe Konkurrenz für mich wichtig ist, um mich weiterzuentwickeln. Ich versuche mich mehr auf mich selbst zu konzentrieren und nicht ständig zu vergleichen. Die Trainer entscheiden am Ende, wer spielt, und das kann ich nur über meine Leistung im Training beeinflussen. Bislang habe ich viel gespielt und muss einfach bereit sein, wenn ich dran bin. Fußball ist wie eine Lebensschule und ich kann nicht nur fußballerisch, sondern auch mental viel lernen. Soccerdonna: Wie ist es im Training bei Chelsea im Vergleich zu Werder? Merkt man da die Unterschiede? Livia Peng: Es ist schon sehr anders. Die ersten zwei Wochen musste ich mich im Training extrem konzentrieren, das Tempo ist viel höher. Die Spielerinnen haben extrem viel Qualität. Alles geht viel schneller. Alle hier haben dieses professionelle Denken, diese Mentalität, immer gewinnen zu wollen. Im Training ist immer Wettkampfmodus – jeder will gewinnen. Das gefällt mir sehr und passt auch zu mir. Soccerdonna: Mittlerweile hast Du in vielen verschiedenen Ligen in Ländern wie der Schweiz, Spanien, Deutschland, Schweden und England gespielt. Wie hat dich das persönlich und sportlich geprägt? Livia Peng: Verschiedene Länder bedeuten verschiedene Kulturen und Spielarten. In Schweden ist es sehr physisch, alle sind sehr fit. In Spanien mehr technisch, Deutschland vereint beides. England ist extrem professionell, ob bei Chelsea oder anderen Clubs. In Spanien war es schwieriger, weil ich die Sprache nicht konnte und auch kein Englisch überall gesprochen wurde. Das war am Anfang anspruchsvoll, hat mich aber auch extrem weitergebracht, ich habe gelernt mich auch in schwierigen Situationen durchzubeißen. Ich wollte einfach meinen Traum leben. In Bremen habe ich mich wie zu Hause gefühlt, und hier in London fühle ich mich auch sehr wohl. Soccerdonna: Du bist für deine offensive Spielweise bekannt, auch als Elfmeterkillerin. Wie bereitest Du dich darauf vor oder entscheidest Du eher aus dem Bauch heraus? Livia Peng: Meine offensive und mutige Spielweise wurde von klein auf durch die intensive Arbeit mit Romano geprägt. Als mein Torwarttrainer bei den Jungs im Team Südostschweiz und später auch als mein Personal Coach hat er mich kontinuierlich begleitet und gezielt weiterentwickelt. Er hat meinen offensiven Spielstil stets gefördert und wir haben extrem viel daran gearbeitet und trainiert. Durch seine konsequente Unterstützung und seine Leidenschaft hat er einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, mich zu der Torhüterin zu formen, die ich heute bin. Früher habe ich mir alle Elfmeter aufgeschrieben, bei Chelsea bekomme ich die Daten mittlerweile zugeschickt, aber ich verinnerliche das immer noch gerne selbst. Bei potentiellen Spielen, wie dem FA-Cup-Halbfinale gegen Manchester City, schaue ich mir jeden Elfmeter sehr genau an und bereite mich darauf vor. Soccerdonna: Wie gehst Du mit Rückschlägen um? Bleiben diese lange hängen oder kannst Du sie schnell abhaken? Livia Peng: Früher habe ich lange darüber nachgedacht und vieles hinterfragt. Jetzt ist es schneller abgehakt. Im Spiel denke ich kurz über die Situation nach und frage mich, wie ich es anders hätte machen können. Danach konzentriere ich mich direkt auf die nächste Situation. Ich analysiere meine Spiele sehr genau. Fehler möglichst schnell abhaken und daraus lernen – das ist für mich wichtig. Soccerdonna: Derzeit bereitest Du dich für deine Zukunft vor und studierst Sportmanagement an einer Fernuniversität. Siehst Du das als langfristige Option nach deiner Karriere? Willst du dem Fußball erhalten bleiben? Livia Peng: Ich will auf jeden Fall im Sport bleiben, vermutlich auch im Fußballbereich. Das Studium macht mir viel Spaß. Außerdem ist es ein Ausgleich zum Fußball, ich will auch im Kopf gefordert werden. Ich finde es spannend, weil ich in der Schule nur begrenzt Berührungspunkte mit Themen wie Buchhaltung oder anderen wirtschaftlichen Bereichen hatte. Es ist mir wichtig, dass ich mir das aneigne, damit ich später mehr Möglichkeiten habe. Es passt auch gut, weil wir viel reisen und die Uni einen guten Ausgleich und Zeitvertreib bietet. Soccerdonna: Wie läuft es aktuell in der Schweizer Nationalmannschaft mit dem neuen Trainer Rafel Navarro? Livia Peng: Sehr gut. Er kommt aus Barcelona, hat jahrelang Erfolg gehabt, bringt viel Kompetenz mit. Ich kenne ihn noch nicht so gut, aber bisher ist alles sehr positiv. Er will viel mit dem Ball arbeiten, was cool ist und mir gefällt. Die ersten Länderspiele waren ein Anfang, man muss sich als Team finden. Niederlagen gehören dazu, man kann daraus lernen und sich verbessern. Und das werden wir auch. Soccerdonna: Wie läuft die Kommunikation im Team, gerade mit verschiedenen Sprachen? Livia Peng: Die meisten sprechen Deutsch, auch die Westschweizer sprechen alle Deutsch. Meetings mit Pia Sundhage oder jetzt mit Rafel sind oft auf Englisch. In Gruppen ist es oft Schweizerdeutsch oder Französisch – man versteht sich immer irgendwie. Da wird die Frage in einer Sprache gestellt und diese wird in einer anderen beantwortet. Es ist bunt, aber funktioniert. Soccerdonna: Und Nadine Angerer als Torwarttrainerin – was nimmst Du von ihr mit? Livia Peng: Nadine ist extrem erfahren und hat unglaublichen Erfolg gehabt. Ich kann sehr viel von ihr lernen und mitnehmen. Sie ist sehr kompetitiv und will immer gewinnen. Das gefällt mir. Es macht viel Spass mit ihr zu trainieren, ein lustiger Spruch ist da auf jeden Fall auch immer dabei (lacht). Soccerdonna: Zum Abschluss: Denkst Du, dass große Events wie die EM in der Schweiz den Frauenfußball voranbringen? Wie lange dauert es, bis das wirklich ankommt? Livia Peng: Für die Schweiz ist es wichtig, dass dieser Hype um die EM mitgenommen wird. Das Turnier selbst ist schon sehr groß und schön, aber die Nachhaltigkeit danach ist entscheidend. Wichtig ist, dass viele junge Mädchen den Spaß am Fußball finden. Gute Bedingungen, eigene Kabinen, Trainingsplätze, Essen im Verein – das sind die kleinen Dinge, die das Level insgesamt verbessern. Turniere können viel auslösen, aber wir müssen die Energie mitnehmen. |
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