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31.08.2026 - 18:00 | News | Kaynak: sd
Saldívar und Clarinha: Zwei Wege, ein auffälliger Torriecher

©SL Benfica
Vor dem Start der FIFA U20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026 nimmt Soccerdonna in neun Artikeln jeweils zwei Spielerinnen in den Blick, die das Turnier prägen könnten. Im vierten Teil stehen Montserrat Saldívar und Clarinha im Mittelpunkt.
Saldívar gehört trotz ihrer erst 19 Jahre bereits zu den erfahrensten Spielerinnen im mexikanischen Aufgebot. Die Flügelspielerin debütierte mit 14 Jahren für Club América in der Liga BBVA MX Femenil und hat inzwischen mehr als 100 Partien im Profifußball absolviert. Inzwischen ist sie bei América nicht mehr nur ein Nachwuchstalent, sondern erzielt regelmäßig Tore und sorgt mit ihren Läufen auf der linken Seite für Durchbrüche.
In der Spielzeit 2025/26 kam sie in der Liga BBVA MX Femenil einschließlich der Liguilla auf 42 Einsätze und 18 Treffer. América erreichte zunächst das Finale des Apertura 2025 und gewann anschließend den Clausura 2026. Saldívars Saison wurde im Frühjahr durch eine Oberschenkelverletzung unterbrochen, vor der Weltmeisterschaft meldete sie sich jedoch auch auf Vereinsebene wieder wirkungsvoll zurück. In ihren ersten drei Partien des Apertura 2026 verbuchte sie drei Tore und zwei Vorlagen.
Ihre auffälligste Qualität ist die Geschwindigkeit, mit der sie aus einer zunächst unscheinbaren Situation einen direkten Angriff entwickeln kann. Saldívar erhält den Ball bevorzugt auf der linken Seite, beschleunigt früh und sucht entweder selbst den Weg in den Strafraum oder eine Mitspielerin im Zentrum. Dabei ist sie keine Flügelspielerin, die dauerhaft an der Außenlinie bleibt. Sobald sich eine Lücke öffnet, zieht sie in den Halbraum oder taucht neben der Mittelstürmerin auf.
Diese Bewegungen machten sie bei der 2025 Concacaf Women’s U-20 Championship so schwer zu kontrollieren. Mit acht Treffern wurde Saldívar beste Torschützin und beste Spielerin des Turniers. Selbst im mit 2:3 nach Verlängerung verlorenen Finale gegen Kanada erzielte sie beide mexikanischen Tore. Saldívar bringt damit sowohl die Erfahrung aus der U20-Weltmeisterschaft 2024 als auch die einer Qualifikation mit, in der Mexikos Angriff stark von ihrer Abschlussqualität geprägt wurde.
Clarinha bringt einen anderen Entwicklungsweg mit. Die 20-Jährige kam im Alter von vier Jahren nach Portugal und wechselte 2019 vom Valadares Gaia in den Nachwuchs von Benfica. Ihr vollständiger Name lautet Ana Clara Campos Rocha Oliveira, auf dem Platz hat sich jedoch längst die Kurzform durchgesetzt. 2022 unterschrieb die Linksfüßerin ihren ersten Profivertrag, der inzwischen bis 2027 verlängert wurde.
In der Saison 2025/26 kam Clarinha zwölfmal in Pflichtspielen für Benficas erste Mannschaft zum Einsatz. Ein Treffer gelang ihr dabei nicht. Sie debütierte in der UEFA Women’s Champions League und gewann mit Benfica die portugiesische Meisterschaft. Für Benfica B bestritt sie eine weitere Partie und erzielte dabei ein Tor. Ihre Zahlen auf Vereinsebene zeigen noch eine Spielerin im Übergang. Bei der brasilianischen U20-Auswahl nahm sie dagegen schon eine deutlich zentralere Rolle ein.
Clarinha kann als offensive Mittelfeldspielerin, in einem Halbraum oder weiter vorne eingesetzt werden. Anders als Saldívar sucht sie den Einfluss häufig nicht über einen langen Antritt von außen, sondern über ihre Position zwischen den gegnerischen Linien. Sie bietet sich in engen Räumen an, verbindet Mittelfeld und Angriff und kann mit dem linken Fuß sowohl den nächsten Pass als auch den eigenen Abschluss suchen. Ihre Bewegungen sind weniger geradlinig, dafür stärker auf Kombinationen und wechselnde Positionen ausgerichtet.
Beim CONMEBOL Sudamericano Femenino Sub-20 2026 gehörte Clarinha zur brasilianischen Mannschaft, die sich den elften Titel des Landes sicherte. Im abschließenden 2:0 gegen Venezuela erzielte sie das zweite Tor. Bis Ende Juni kam sie im Kalenderjahr auf fünf Treffer für die brasilianische U20-Auswahl und wurde zudem erstmals für einen Trainingslehrgang der A-Nationalmannschaft berufen. Bei der U20-WM dürfte sie vor allem dort wichtig werden, wo Brasilien gegen tief verteidigende Gegnerinnen Lösungen im Zentrum benötigt.
Beide Spielerinnen beginnen das Turnier am 5. September gegen einen WM-Neuling. Mexiko trifft in Gruppe A auf Benin, Brasilien in Gruppe B auf Tansania. In den weiteren Gruppenspielen warten auf Saldívar Polen und Argentinien, auf Clarinha Kanada und England. Dabei könnten ihre unterschiedlichen Profile entscheidend werden. Saldívar kann eine geordnete Defensive mit Tempo auseinanderziehen, Clarinha muss Räume erkennen, bevor sie sich vollständig öffnen.
Önemli haberler
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