11.11.2011 - 15:46 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna.de | von: Christoph Mulitze
Melanie Behringer: «Der Trainer hatte mit seiner Kritik recht»

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Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam am Sonntag (Anstoß 14 Uhr, live auf DFB-TV, HR und RBB) sprach Christoph Mulitze mit der Nationalspielerin Melanie Behringer vom 1. FFC Frankfurt.

Soccerdonna.de: Hallo Frau Behringer, ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam am Sonntag hat Ihr Verein, der FFC, die letzten beiden Pflichtspiele verloren. Stecken Sie in einer Krise?

Melanie Behringer: Nein, das denke ich nicht. Wir hatten in beiden Spielen genügend Chancen, diese aber nicht genutzt. Wenn ich in Freiburg den Elfmeter nicht verschossen hätte, wäre das Spiel anders ausgegangen. Dann hätten wir gewonnen.

Soccerdonna.de: Nun steht also das Bundesligaspiel des Jahres an. Wie lange fiebern Sie als Spielerin diesem Duell schon entgegen?

Melanie Behringer: Ich freue mich jetzt auf das Spiel und bin auch sehr gespannt, wie es laufen wird. Aber ich denke immer nur von Spiel zu Spiel. Die Meisterschaft wird nicht in diesem einen Spiel gegen Potsdam entschieden.

Soccerdonna.de: Was für ein Spiel erwarten Sie?

Melanie Behringer: Ein ganz enges. Ich sehe beide Teams auf Augenhöhe, die Tagesform und vielleicht auch das nötige Quäntchen Glück werden über den Ausgang entscheiden.

Soccerdonna.de: Die Potsdamerinnen haben seit dem vergangenen Spieltag drei Punkte Vorsprung und spielen auswärts. Wird Turbine zunächst defensiv agieren und auf Konterchancen lauern?

Melanie Behringer: Nein, damit rechne ich nicht, das wäre nicht ihr Spiel. Potsdam ist sehr athletisch und offensivstark. Ich erwarte einen offensiven Schlagabtausch.

Soccerdonna.de: Wie ist Potsdam zu besiegen?

Melanie Behringer: Es wird schwer. Gerade Anonma in der Spitze trifft und trifft. Auf die müssen wir höllisch aufpassen. Aber auch wir werden unsere Chancen bekommen, wir müssen sie nur besser verwerten als zuletzt. Dann wird es hoffentlich zum Dreier reichen.

Soccerdonna.de: Das Spiel verspricht attraktiven Angriffsfußball. Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?

Melanie Behringer: Ich habe gehört, dass die Tribüne schon ausverkauft sein soll. Super wären mindestens 3000. Vor so einer Kulisse zu spielen, macht besonders viel Spaß. Das wäre auch der passende Rahmen für ein Top-Spiel.

Soccerdonna.de: In der vergangenen Spielzeit fand das Spiel gegen Potsdam bereits am dritten Spieltag statt, in dieser Saison wurde es auf den drittletzten Spieltag terminiert. Wer profitiert von der späten Ansetzung mehr - Potsdam oder Frankfurt?

Melanie Behringer (lacht): Die Zuschauer. Sowohl Potsdam als auch Frankfurt hatten am Saisonanfang eine Reihe neuer Spielerinnen einzubinden. Das ist passiert, die Mannschaften sind eingespielt und haben sich im Laufe der Hinrunde gesteigert. Über die Qualität beider Teams werden sich am Sonntag die Zuschauer freuen können.

Soccerdonna.de: Ein Verein wie der FFC Frankfurt ist aufs Siegen programmiert. Niederlagen sind nicht vorgesehen. Selbst wenn die Mannschaft glatt gewinnt, aber nicht glänzt, wird sie kritisiert - auch von Trainer Sven Kahlert, der mit den ersten Saisonspielen unzufrieden war. Sind diese Ansprüche nicht überzogen?

Melanie Behringer: Nein. Wir sind als Top-Mannschaft diesen Anspruch gewohnt. Am wichtigsten ist schlussendlich aber immer, dass wir gewinnen. Der Trainer hatte mit seiner Kritik recht: Wir waren in den ersten Spielen zwar erfolgreich, hatten aber nicht gut gespielt.

Soccerdonna.de: Schauen Sie noch mit einem Auge auf Ihren alten Verein SC Freiburg?

Melanie Behringer: Natürlich, dort sind immer noch sieben oder acht Spielerinnen, mit denen ich schon gespielt hatte. Ich frage an den Spieltagen immer zuerst nach dem Freiburger Ergebnis und informiere mich regelmäßig, was dort los ist.

Soccerdonna.de: Und was ist dort los? Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Freiburgerinnen?

Melanie Behringer: Ich freue mich sehr über deren Erfolg. Sie sind auf einem guten Weg, sich in der Bundesliga zu etablieren. Großen Anteil daran hat Milorad Pilipovic, der ein sehr guter Trainer für den SC Freiburg ist.

Soccerdonna.de: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Behringer, und am Sonntag uns allen ein tolles Spitzenspiel.

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