07.10.2011 - 15:22 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Christoph Mulitze
Sechster Spieltag: Vorschau mit Stefanie Weichelt (Duisburg)

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©FCR 01 Duisburg
Der sechste Spieltag der Bundesliga steht an, und Soccerdonna.de blickt in einem Gespräch mit Stefanie Weichelt (Foto) vom Tabellenführer FCR 2001 Duisburg auf die Begegnungen.

Soccerdonna.de: Nach fünf Spieltagen steht der FCR 2001 Duisburg mit fünf Siegen an der Tabellenspitze. Wie erklären Sie sich den tollen Saisonauftakt?

Stefanie Weichelt: Die Mischung im Team stimmt, wir verstehen uns alle gut. Wir haben durch die Abgänge zwar spielerische Qualität verloren. Aber jetzt tragen mehrere Schultern die Verantwortung, wir spielen variabler und sind dadurch für die Gegner schwerer auszurechnen.

Soccerdonna.de: Sie haben fünf Jahre für die SG Essen-Schönebeck gespielt und kennen daher Ihren nächsten Gegner sehr gut. Viele hatten den Essenerinnen eine schwere Saison prophezeit. Nun stehen sie auf Platz vier – überrascht Sie der Start der SGS?

Stefanie Weichelt: Ein wenig schon. Obwohl auch dort die Mischung stimmt, der Kader ist weitergehend zusammengeblieben und wurde gezielt verstärkt. Mit Melanie Hoffmann gibt es eine Führungsspielerin, die alle anderen mitreißt. Ich habe die Essenerinnen beim Sieg gegen die favorisierten Bayern gesehen, da haben sie mich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung beeindruckt.

Soccerdonna.de: Ist das Spiel gegen Essen für Sie ein besonderes?

Stefanie Weichelt: Ja, natürlich. Erstens hat es Derbycharakter, und zweitens wohne ich noch in Essen und habe auch noch freundschaftliche Kontakte zu meinen ehemaligen Mitspielerinnen. Auf jeder Seite stehen fünf, sechs Spielerinnen, die auch schon mal für den jeweils anderen Verein gespielt haben. Wir kennen uns deshalb alle gut, und jeder ist bei dem Wiedersehen besonders motiviert und will es dem anderen zeigen. Die Spiele zwischen Essen und Duisburg sind meistens eng und auf hohem Niveau.

Soccerdonna.de: Werdet Ihr umstellen, hat Trainer Marco Ketelaer sich schon geäußert?

Stefanie Weichelt: Nein, er hat noch nichts über die Aufstellung gesagt. Die Elf, die in Freiburg aufgelaufen ist, hat überzeugt. Andererseits sind Linda Bresonik und Mandy Islacker, die dort verletzungsbedingt gefehlt hatten, immer Optionen. Wir sind sehr ausgeglichen besetzt.

Soccerdonna.de: Ein Blick auf die Konkurrenz im Tabellenkeller: Lok Leipzig hat schon früh in der Saison die Trainerin gewechselt. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Stefanie Weichelt: Viele haben sich über die Entlassung gewundert. Ein Neuling muss wachsen und sich dem Niveau in der Bundesliga anpassen. Das geht nicht so schnell. Trotzdem hat Leipzig gute Spiele abgeliefert und ein bisschen Pech gehabt, auch bei uns in Duisburg. Frau von Lanken wurde vor der Saison verpflichtet, weil man von ihr überzeugt war. Sie nach fünf Spielen zu entlassen, wirkt auf mich etwas verfrüht, zumal im unteren Bereich der Tabelle alle Mannschaften noch sehr eng beieinander liegen. Aber das ist eine rein sportliche Betrachtung von außen; ich kann das natürlich nur aus der Ferne beurteilen.

Soccerdonna.de: Sonntag geht es für Leipzig zum Geheimfavoriten nach Wolfsburg – ist dort was zu holen für den Aufsteiger?

Stefanie Weichelt: Das hängt davon ab, wie die Mannschaft mit der Entlassung umgeht. Es ist eine schwere Aufgabe, fußballerisch sehe ich Wolfsburg auf einem höheren Niveau. Aber die Leipzigerinnen können gefährlich kontern, das haben sie schon bei uns in Duisburg gezeigt.

Soccerdonna.de: Ihre beiden Verfolger aus Potsdam und Frankfurt mussten unter der Woche in der Champions League spielen. Am Wochenende haben sie Auswärtsspiele zu bestreiten, wird ein Team stolpern?

Stefanie Weichelt: Fakt ist: Spiele in der Champions League zehren. Aber beide Kader sind so stark und ausgeglichen besetzt, dass die Trainer wechseln können, ohne dass das die Qualität entscheidend beeinflusst. Frankfurt hat noch nicht so richtig den Rhythmus gefunden, der Gegner Leverkusen steht bereits mit dem Rücken an der Wand. In Jena drücke ich unserer Ex-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg gegen Potsdam beide Daumen. Dort hoffe ich auf eine kleine Überraschung.

Soccerdonna.de: Ein Blick noch nach Bad Neuenahr: Dort treffen zwei der bisher größten Enttäuschungen dieser Saison aufeinander. Wer wird am Sonntag etwas durchatmen können?

Stefanie Weichelt: Bad Neuenahr und Bayern hatten höhere Ansprüche vor der Saison. Von den Münchenerinnen war ich in Essen enttäuscht. Ich rechne mit einem offenen Spiel, das für den Verlierer vielleicht schon richtungsweisend sein kann.

So tippt Stefanie Weichelt:

SG Essen-Schönebeck – FCR 2001 Duisburg 0:2

Bayer 04 Leverkusen – 1. FFC Frankfurt 1:2

SC Freiburg – Hamburger SV 3:1

VfL Wolfsburg – 1. FC Lokomotive Leipzig 3:0

FF USV Jena – 1. FFC Turbine Potsdam 1:1

SC 07 Bad Neuenahr – FC Bayern München 2:1



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