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28.10.2026 - 21:10 Uhr | News | Quelle: sd | von: Hanna Hohmann
FC St. Pauli: Professionalisierung als nächstes Ziel

Von den Anfängen bis zur Regionalliga
Bereits 1970 gab es beim FC St. Pauli eine Frauenmannschaft, die sich jedoch nach zwei Jahren wieder auflöste. Erst 1990 wurde der Frauenfußball im Verein neu aufgebaut. In den darauffolgenden Jahren wuchs die Abteilung, wodurch weitere Frauenteams und Mannschaften im Juniorinnenbereich eingeführt wurden.
2016 gelang dann der ersten Mannschaft der Aufstieg in die Regionalliga Nord. Dies schaffte das Team durch eine sehr erfolgreiche vorherige Saison in der Hamburger Verbandsliga. Diese schlossen sie ohne Niederlage als Meister ab. Damit schafften die Kiezkickerinnen den Sprung in die dritthöchste deutsche Spielklasse.
Neben der sportlichen Entwicklung der ersten Mannschaft wurde auch der Nachwuchsbereich ausgebaut. Durch die verschiedenen Frauen- und Juniorinnenteams bietet der Verein Spielerinnen unterschiedliche Möglichkeiten, sich sportlich weiterzuentwickeln.
Die Entwicklung zeigt, wie sich der Frauen- und Mädchenfußball beim FC St. Pauli seit dem Wiederaufbau zu einer festen Abteilung innerhalb des Vereins entwickelt hat.
Neun Teams und eine breite Nachwuchsförderung
Mittlerweile umfasst die Frauen- und Mädchenfußballabteilung des FC St. Pauli neun Teams. Neben der ersten Mannschaft in der Regionalliga Nord spielen die zweite Mannschaft in der Oberliga Hamburg und die U23 in der Bezirksliga. Die weiteren Teams laufen im Juniorinnenbereich von der E- bis zur B-Jugend auf.
Mit dieser Struktur möchte der Verein Spielerinnen verschiedener Altersklassen und Leistungsstufen fördern. Dabei sollen insbesondere junge Talente die Möglichkeit erhalten, sich innerhalb des Vereins sportlich weiterzuentwickeln und langfristig den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. Neben der sportlichen Ausbildung legt die Abteilung Wert auf Gleichberechtigung, gegenseitigen Respekt und einen Fußball ohne Diskriminierung.
Mehrere Millionen Euro für die Professionalisierung
Um die erste Frauenmannschaft langfristig zu professionalisieren und perspektivisch in die 2. Bundesliga zu führen, benötigt der FC St. Pauli zusätzliche finanzielle Mittel. Die damit verbundenen Herausforderungen waren auch Thema eines FCSP-Stammtischs am 21. Oktober 2026. Präsident Oke Göttlich und Vizepräsidentin Hanna Obersteller diskutierten dort über mögliche Wege, das Vorhaben umzusetzen.
Obersteller schätze den Finanzbedarf für die erste Entwicklungsphase auf mehrere Millionen Euro. Für den späteren Aufbau einer konkurrenzfähigen Mannschaft in der 2. Bundesliga könnten weitere Millionenbeträge notwendig werden. Neben der Verstärkung des Kaders geht es auch um geeignete Trainings- und Spielstätten sowie professionelle Strukturen. Diese können mit den bisherigen finanziellen Möglichkeiten der Abteilung jedoch nicht ausreichend abgedeckt werden.
Diese stellten als mögliche Lösung vor, dass die erste Frauenmannschaft aus der bisherigen Abteilungsstruktur herausgelöst wird und eine eigenständige Gesellschaft gründet. Auch die vereinseigene Genossenschaft kommt als mögliche Finanzierungsquelle infrage. Bevor dies jedoch in die Realität umgesetzt werden kann, möchte der Verein Partner gewinnen und ein gut durchdachtes Konzept entwickeln. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Professionalisierung mit den Grundwerten des FC St. Pauli vereinbar bleibt.
Göttlich machte jedoch deutlich, dass die Entwicklung des Frauenfußballs nicht zulasten der wirtschaftlichen Stabilität des Männerfußballs gehen dürfe.
Finanzierungsmodell als nächste Herausforderung
Der angestrebte Entwicklungsschritt hängt damit nicht allein von den sportlichen Leistungen der Mannschaft ab. Entscheidend ist auch, ob der Verein die notwendigen finanziellen Mittel langfristig sichern und geeignete organisatorische Strukturen schaffen kann. Bei der Mitgliederversammlung am 14. November 2026 will das Präsidium ein Mandat für die Finanzierung des Vorhabens einholen. Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen, ist noch offen.
Mit neun Frauen- und Juniorinnenteams verfügt der FC St. Pauli bereits über eine breite Basis im Frauen- und Mädchenfußball. Nun steht der Verein vor der Aufgabe, die bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für den nächsten sportlichen Schritt zu schaffen. Ob langfristig der Sprung in die 2. Bundesliga gelingt, wird davon abhängen, ob sich die geplanten professionellen Rahmenbedingungen realisieren lassen.
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