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15.10.2026 - 20:30 Uhr | News | Quelle: sd | von: Emilie Bitsch
The Women’s League Summit: Was der Frauenfußball für nachhaltiges Wachstum braucht

©privat
Der Frauenfußball wächst. Doch um diesen Aufschwung langfristig zu nutzen, braucht es mehr als sportliche Erfolge und steigende Aufmerksamkeit. Auch professionelle Strukturen, wirtschaftliche Perspektiven, eine nachhaltige Talentförderung und eine kontinuierliche mediale Präsenz spielen eine Rolle. Wie diese Bereiche zusammenspielen können, steht im Mittelpunkt des The Women’s League Summit 2026.
Die von The Football Week vorgestellte Online-Veranstaltung bringt am 22. Oktober Menschen zusammen, die den Frauenfußball in unterschiedlichen Funktionen gestalten. Das Programm reicht von sportlicher Führung und Trainerentwicklung über Vermarktung und Kommunikation bis hin zu Datenanalyse, Scouting und internationaler Sportentwicklung. Damit richtet sich der Summit nicht nur an Vereine und Verbände, sondern auch an Menschen aus Medien, Wirtschaft und weiteren Bereichen des Sports.
Fünf Themen, eine gemeinsame Herausforderung
Das Programm ist in fünf Themenbereiche gegliedert. Sie verdeutlichen, dass die Entwicklung des Frauenfußballs auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet.
Unter Global Development geht es um die internationale Entwicklung des Sports und die Frage, wie nachhaltige Strukturen geschaffen werden können. Zu den angekündigten Speakern gehören Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball beim FC Bayern München, Soleen El Zoubi von der Malaysian Football Association, Phil Taylor, CEO von Blueprint Sport UK, und Madina Shukoor von der UEFA.
Der Bereich Investment & Commercial Growth widmet sich den wirtschaftlichen Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Wie lassen sich neue Einnahmequellen erschließen, Investitionen ermöglichen und Menschen langfristig für den Frauenfußball begeistern? Zu den Speakerinnen zählen Arianna Criscione von der Krause Group MCO, Elena Mirandola, The Breakaway (früher bei Mercury tätig) und Pip Penman von Women in Soccer.
Mit Technical Leadership & Coaching Development rücken sportliche Führung, Trainerentwicklung und Talentförderung in den Mittelpunkt. Hier sind unter anderem Natalia Arroyo, ehemals bei Aston Villa FC, Mirelle van Rijbroek, Talent ID Education Lead bei der FIFA, Mark Torcaso, Cheftrainer der philippinischen Nationalmannschaft, und ehemaliger TSG Hoffenheim Coach Theodoros Dedes vertreten.
Der Themenbereich Brand Building, Media & Communication beschäftigt sich mit Marken, Kommunikation und medialer Sichtbarkeit. Neben Laura Kohlhaas von Soccerdonna gehören unter anderem Content Creatorin Emily Evans, Gloria Mariwa von der Medienplattform Wecheza und Ronja Jäger von der PUMA Group zum Speaker-Aufgebot.
Der fünfte Bereich, Data, Scouting & Recruitment, wird von SCOUTASTIC präsentiert. Hier geht es um die Identifikation von Talenten, datenbasierte Entscheidungen und strategische Kaderplanung. Zu den angekündigten Speakern gehören James Hocken, Sportlicher Direktor des NWSL-Klubs Washington Spirit, Andrés García Santamaría, Head of Scouting bei Atlético de Madrid, Kevin Murphy, Player ID Lead bei Arsenal FC, Mark Carr, Director of Recruitment & Scouting bei Portland Thorns FC, sowie Osman Çankaya, Sportlicher Leiter beim Bundesligisten 1. FC Nürnberg.
Hocken verlängerte erst vor Kurzem seinen Vertrag bei Washington bis 2028, mit der Option auf ein weiteres Jahr.
Die Themen stehen dabei nicht isoliert nebeneinander. Sportliche Entwicklung braucht ebenso passende Rahmenbedingungen wie wirtschaftliche Investitionen. Mediale Aufmerksamkeit kann neue Zielgruppen erreichen, während Scouting und Nachwuchsförderung dazu beitragen, sportliche Qualität langfristig zu sichern. Der Summit bietet Raum, diese unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen.
Vom Wissen zum Dialog: Die Vision hinter The Women’s League Summit
Hinter dem Women’s League Summit steht Ersel Aybasti, der vor zwei Jahren mit The Football Week das internationale Fachmagazin The Women’s League ins Leben gerufen hat. Das Magazin richtet sich gezielt an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger im Frauenfußball und verfolgt das Ziel, relevantes Branchenwissen, aktuelle Entwicklungen und internationale Perspektiven zugänglich zu machen. Mit Formaten wie "Who Is…?", "Cracking the Data", Fachbeiträgen und Buchempfehlungen beleuchtet The Women’s League die Menschen, Strategien und Entwicklungen, die den Frauenfußball weltweit prägen.
Mit dem Summit führt Aybasti diesen Ansatz konsequent weiter. Während das Magazin Wissen vermittelt und internationale Entwicklungen sichtbar macht, soll die Veranstaltung die Menschen zusammenbringen, die den Frauenfußball auf unterschiedlichen Ebenen gestalten.
„Als wir The Women’s League vor zwei Jahren ins Leben gerufen haben, war unsere Vision, Entscheidungsträger im Frauenfußball weltweit durch Wissen, Bildung und relevante Brancheninformationen zu erreichen und miteinander zu verbinden. Mit dem Summit gehen wir jetzt den nächsten Schritt. Wir möchten nicht nur Wissen und Perspektiven teilen, sondern die Menschen direkt zusammenbringen, die die Zukunft des Frauenfußballs gestalten. Denn nachhaltiges Wachstum entsteht auch dort, wo Erfahrungen ausgetauscht, neue Perspektiven gewonnen und langfristige internationale Beziehungen aufgebaut werden“, erklärt Aybasti.
Die Entscheidung für ein reines Online-Format ist dabei Teil des Konzepts. Der Summit soll Fachleuten aus möglichst vielen Ländern und unterschiedlichen Bereichen der Fußballbranche die Möglichkeit bieten, unabhängig von ihrem Standort teilzunehmen.
„Der Frauenfußball entwickelt sich weltweit, allerdings unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Deshalb war es uns wichtig, ein internationales Format zu schaffen, das möglichst vielen Menschen offensteht. Wertvoller Wissensaustausch sollte nicht davon abhängen, wo jemand lebt oder ob eine Reise möglich ist. Unser Ziel ist es, mit dem Women’s League Summit einen globalen Treffpunkt zu etablieren, an dem Entscheidungsträger, Fachleute und neue Perspektiven zusammenkommen und Impulse entstehen, die über die Veranstaltung hinaus Wirkung entfalten können“, so Aybasti.
Laura Kohlhaas: Sichtbarkeit schaffen und Beziehungen aufbauen
Mit Laura Kohlhaas ist auch Soccerdonna beim Women’s League Summit vertreten. Sie gehört zum Themenbereich Brand Building, Media & Communication und bringt die Perspektive eines auf Frauenfußball spezialisierten Daten- und Medienportals ein.
Für Kohlhaas sind solche Zusammenkünfte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Sports. „Ich glaube, solche Zusammentreffen sind nötig, um das Wachstum, welches wir im Frauenfußball alle so anstreben, überhaupt zu ermöglichen. Die Sichtbarkeit kommt automatisch damit und Sichtbarkeit schafft bekanntlich Möglichkeit“, erklärt sie.
Dabei geht es ihr nicht allein darum, dass Frauenfußball häufiger in den Medien stattfindet. Entscheidend sei auch, wie der Sport dargestellt wird. Regelmäßige Berichterstattung und Diskussionen könnten dazu beitragen, den Frauenfußball für Menschen greifbarer zu machen.
„Ich finde es immer wichtig, dass der Frauenfußball nicht nur durch inspirierende Erfolgsgeschichten oder als Gegenstück zum Männerfußball geprägt wird, sondern auch das Potenzial hat, als eigenständiger Sport mit Qualität, Charakteren und Emotionen wahrgenommen zu werden“, sagt Kohlhaas.
Damit beschreibt sie eine Herausforderung, die über reine Reichweitenzahlen hinausgeht: Frauenfußball soll nicht nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn außergewöhnliche Erfolge gefeiert werden oder ein Vergleich mit dem Männerfußball naheliegt. Vielmehr geht es darum, seine sportlichen Geschichten, Persönlichkeiten und Wettbewerbe kontinuierlich zu erzählen.
Für Medien wie Soccerdonna bedeutet das, Spielerinnen, Vereine und Entwicklungen sichtbar zu machen und dem Frauenfußball eine eigene Plattform zu bieten. Der Summit schafft die Möglichkeit, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Herausforderungen aus unterschiedlichen beruflichen Perspektiven kennen.
Warum Vernetzung über Klickzahlen hinausgeht
Besonders freut sich Kohlhaas darauf, dass der Summit ein spezialisiertes Frauenfußballformat ist. „Alle Menschen dort arbeiten auf die ein oder andere Art im Bereich Frauenfußball und sind mit der Entwicklung des Sports vertraut, wissen aber auch, was diese tägliche Arbeit bedeutet“, erklärt sie.
Für sie steht deshalb nicht nur der fachliche Austausch im Mittelpunkt. „Reichweite und Klickzahlen sind zwar schön, aber der wichtigste Aspekt von Kommunikation ist für mich das Aufbauen von Beziehungen.“
Gerade in einer Sportart, deren Strukturen sich weiterentwickeln, kann der Austausch zwischen Medien, Vereinen, Verbänden, Unternehmen und weiteren Akteuren neue Perspektiven eröffnen. Unterschiedliche Erfahrungen lassen sich teilen, Herausforderungen gemeinsam diskutieren und mögliche Kooperationen anstoßen.
Neben den thematischen Sessions ist deshalb auch ein Networking-Break vorgesehen. Er bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Bereichen des Frauenfußballs auszutauschen. So können internationale Perspektiven zusammenkommen und neue Verbindungen entstehen, die über die Veranstaltung hinausreichen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung des Frauenfußballs gehört zu den Themen, auf die Kohlhaas besonders gespannt ist. Sie interessiert sich dafür, wie sich Menschen nicht nur kurzfristig für den Sport begeistern, sondern langfristig an ihn binden lassen. Damit verbindet sich die Frage nach Reichweite unmittelbar mit der Frage nach nachhaltigem Wachstum: Aufmerksamkeit ist ein Anfang, entscheidend ist, was daraus entsteht.
Austausch als Impuls für die Zukunft
The Women’s League Summit bringt unterschiedliche Bereiche des Frauenfußballs zusammen und macht deutlich, wie vielfältig die Voraussetzungen für seine weitere Entwicklung sind. Sportliche Qualität, wirtschaftliche Stabilität, mediale Sichtbarkeit und professionelle Strukturen lassen sich nicht unabhängig voneinander betrachten.
Ob aus den Diskussionen konkrete Veränderungen entstehen, wird sich erst im Anschluss zeigen. Der Austausch bietet jedoch die Gelegenheit, Erfahrungen zusammenzuführen und gemeinsame Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Für Kohlhaas liegt genau darin ein wesentlicher Wert der Veranstaltung: Menschen, die den Frauenfußball täglich gestalten, kommen miteinander ins Gespräch – und können so Beziehungen aufbauen, die über den Summit hinausreichen.
Hier könnt ihr euch Tickets kaufen.
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