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Zenia Mertens: Ich habe es in mir, eine Führungsperson auf dem Platz zu sein
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| Zenia Mertens: Ich habe es in mir, eine Führungsperson auf dem Platz zu sein | Startbeitrag 02.10.2026 - 17:24 |
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emiliebitsch
Beiträge: 1 IP: logged
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Zenia Mertens, eine der Senkrechtstarterinnen der Saison, wechselte vor der Saison von OH Leuven zu RB Leipzig. Sie gehört zum Stammpersonal und ist Vizekapitänin. Im Interview mit Soccerdonna spricht sie über die Eingewöhnung bei Leipzig, die Bundesliga im Vergleich und zu Ansprüchen an sich selbst und das Team. Soccerdonna: Wie hast du dich bei RB Leipzig eingelebt? Zenia Mertens: Sehr gut. Meine ersten Wochen waren sehr hektisch und chaotisch, weil mein Transfer so schnell passiert ist. Jetzt fühle ich mich jeden Tag besser und besser und ich kann sagen, dass ich mich hier schon ein bisschen zuhause fühle. Soccerdonna: Mit Linde Veefkind und Sára Pusztai hast du hier zwei ehemalige Teamkolleginnen aus deiner Zeit bei OH Leuven. Wie gut ist es, sie um dich zu haben und was sind ihre besten Qualitäten auf und neben dem Platz? Zenia Mertens: Ich habe fünf Jahre mit Linde gespielt. Für mich ist sie eine der besten Spielerinnen. Es war lustig: Beim letzten Spiel in Leuven wusste ich, dass wir beide gehen und wir haben uns tausendmal verabschiedet. Als mein Transfer fix war, schrieb ich ihr: „Ich komme zurück.“ Deshalb waren wir wirklich froh, dass wir weiter zusammen spielen können. Dasselbe gilt für Sára. Ich habe zwei Jahre mit ihr gespielt. Auf dem Platz ist sie eine großartige Spielerin. Sie hat nicht die „größten Aktionen“, aber wenn du wirklich genau hinschaust, wie sie spielt, gibt sie immer Gas, läuft für das Team viel mit und ohne den Ball. Neben dem Platz ist sie einfach ein bisschen verrückt, aber das mögen wir an ihr! Soccerdonna: Wie hat der Club dir geholfen, dich einzuleben, zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder mit der Sprache? Hast du regelmäßig Sprachkurse? Zenia Mertens: Als ich hierher kam, haben wir direkt ein paar Wohnungen besichtigt und dann konnte ich wählen. Ein paar andere Spielerinnen wohnen auch im selben Gebäude, was schön ist. Wir helfen einander viel. Mit der Sprache: Wir haben Deutschkurse, also tut der Club viel, um uns zu helfen, damit wir uns hier wohlfühlen. Soccerdonna: Hast du auf Jugendniveau andere Positionen als Innenverteidigerin gespielt? Zenia Mertens: Bis vor ein paar Jahren sollte ich eine Mittelfeldspielerin sein (grinsend). Soccerdonna: Solltest …? Zenia Mertens: Ich meine, ich war eine Mittelfeldspielerin. Bei meinem vorherigen Club hatten wir viele Verletzungen und dann musste ich als Innenverteidigerin spielen. Ich weiß, dass es dort ein großes Thema war, weil ich es nicht mochte, Innenverteidigerin zu sein. Ich wollte auf der Sechs bleiben, aber ich musste als Innenverteidigerin spielen. Jetzt bin ich Innenverteidigerin und will nicht zurück auf die Sechs. Soccerdonna: Gibt es einen Teil deines Spiels, bei dem du das Gefühl hast, dass du jetzt eine komplett andere Spielerin bist, im Vergleich zu vor zwei Jahren oder vielleicht sogar vor einem Jahr? Zenia Mertens: Die Champions-League-Saison, die ich letztes Jahr mit Leuven hatte, hat mich als Spielerin reifer gemacht, aber auch als Mensch abseits des Platzes. Wenn du gegen bessere Gegner spielst, wirst du insgesamt auch eine bessere Spielerin. Wenn ich es mit der Situation hier in Leipzig vergleiche: Du hast jede Woche ein Spiel, was wirklich schwierig sein kann. In Belgien hatten wir das nicht. Das ist auch der Grund, warum ich gehen wollte: Ich hatte das Gefühl, dass die Trainings, zum Beispiel hier in Deutschland, härter sind als manche Spiele, die wir in Belgien hatten. Soccerdonna: Du bist die Interimskapitänin. Wie fühlt es sich an, so viel Verantwortung zu haben, wenn du neu in einem Club bist? Zenia Mertens: Es ist schön, dass der Trainer Jonas Stephan mir die Option gibt, die Vize-Kapitänin zu sein. In der Vergangenheit war ich nie Kapitänin. Also, für mich ändert es nicht viel. Ich habe es in mir, eine Führungsperson auf dem Platz zu sein. Es ist nicht so, dass ich die Kapitänsbinde trage und dann denke: „Oh, jetzt muss ich mehr tun.“ Ich habe dem Trainer auch gesagt, dass ich nichts ändern werde (lacht). Soccerdonna: Also bist du dann eine natürliche Führungsperson. Du musst dich nicht verändern. Zenia Mertens: Ich denke, ein bisschen, ja. Auf dem Platz, aber auch abseits des Platzes. Ich bin nicht jemand, der die ganze Zeit redet, aber ich bringe Führungsqualitäten mit. Soccerdonna: Als du in diese Liga kamst, was waren die ersten Dinge, die dir aufgefallen sind? Zum Beispiel die Geschwindigkeit, die Intensität, die Zweikämpfe etc. Zenia Mertens: Mein erstes Spiel gegen Leverkusen, die ersten Minuten, da dachte ich: Es ist sehr anders als in Belgien. Alles hier ist schneller, die Intensität ist höher, die Zweikämpfe sind härter. Es ist nicht nur doppelt so hart, sondern fünf- bis sechsmal so hart. Aber jetzt bin ich daran gewöhnt. Ich habe mich schnell eingelebt. Soccerdonna: Das Leverkusen-Spiel ist interessant. Für den größten Teil des Spiels wart ihr ziemlich konkurrenzfähig. Wenn ihr mit ihnen auf Augenhöhe mithalten könnt, fühlst du dann eine Art Erfolg, nach dem Motto: „Wir sind als Gruppe so gut?“ Oder ist es immer noch „nur“ eine Niederlage und du nimmst nichts Positives daraus mit? Zenia Mertens: Gegen Leverkusen waren es tatsächlich zwei unglückliche Tore, die wir bekommen haben. Aber abgesehen von diesen zwei Toren denke ich nicht, dass sie viel besser waren als wir. Und ich denke auch, es ist nicht nur in Spielen so, sondern auch im Training: Wenn ich schaue, wie wir Dinge machen, dann sehe ich, dass wir tatsächlich wirklich ein gutes Team sind. Aber es ist ein Prozess. Und du brauchst auch diese Fehler oder eine Niederlage, um daraus zu lernen. Also ist nichts falsch daran, ein Spiel zu verlieren. Es kommt darauf an, wie du verlierst und was du daraus lernst, um danach besser zu werden. Soccerdonna: Viele Leute haben überhaupt keine Vorstellung davon, wie ein Bundesliga-Club funktioniert und welche Einrichtungen euch zur Verfügung stehen. Du siehst auch, dass das eine professionelle Institution ist. Kannst du ein bisschen davon erzählen? Zenia Mertens: Bei RB Leipzig ist es professioneller. Bei meinem vorherigen Club hatten wir einen Physio, aber wenn du fünf verletzte Spielerinnen hattest, gingen sie zu einem anderen Physio, weil der Physio des Clubs es nicht alleine bewältigen konnte. Und hier hast du alles, was du brauchst. Und wenn du Behandlung brauchst oder wenn du etwas mehr brauchst, dann kannst du einfach fragen und RB Leipzig wird es für dich regeln. Wir mussten in Leuven unseren Trainingskomplex mit den Jungs teilen. Wir waren nicht die erste Wahl. Es waren immer die Frauen, die später oder früher trainieren mussten, weil die Jungs am wichtigsten waren. Du merkst, dass du hier wichtig für den Club bist. Und es heißt nicht: „Ach, das sind ja nur die Frauen.“ Soccerdonna: Es stehen große Spiele an: DFB-Pokal und dann Ligaspiele gegen FC Bayern München, VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt. Wie aufgeregt bist du, gegen diese Top-Gegner zu spielen und wie ist es im Vergleich zu der Champions-League-Erfahrung, die du schon hast? Zenia Mertens: Ich freue mich wirklich darauf, weil ich denke, wenn du eine Fußballerin bist, freust du dich immer auf die großen Spiele. Aber wenn du mir diese Frage vor zwei oder drei Jahren gestellt hättest, dann wäre ich ein bisschen starstruck gewesen: „Oh, ich werde gegen Bayer Leverkusen spielen.“ Aber weil wir Champions League gespielt haben mit Leuven, ist es ein wenig anders. Die meisten Leute würden sagen, vielleicht ist es nicht realistisch, gegen Bayern zu gewinnen, aber ich würde immer ins Spiel gehen und sagen, es spielt keine Rolle, ob du gegen Bayern München oder jemand anderen spielst. Ich will immer gewinnen, deshalb freue ich mich darauf gegen die besten Teams in Deutschland zu spielen. Dann kannst du dich auch als Team messen und sehen, wo du stehst. Soccerdonna: Nächstes Jahr ist die Weltmeisterschaft und du warst bereits Teil des EM-Kaders. Wie wichtig ist es für dich, jede Woche eine gute Leistung zu zeigen? Zenia Mertens: Die kommenden Spiele mit Belgien sind wirklich wichtig. Aber jetzt bin ich noch hier in Leipzig und ich fühle mich gut. Wenn du dich gut fühlst, dann spielst du automatisch auch gut. Ich werde nicht darüber nachdenken: „Ich muss gut spielen, um in der Nationalmannschaft zu sein.“ Wenn ich mich auf die richtigen Dinge konzentriere und gut spiele, wird die Trainerin Elisabet Gunnarsdóttir mich hoffentlich auswählen. Soccerdonna: Du spielst bereits in einer Top-5-Liga in Europa, bist die Vize-Kapitänin und spielst für die belgische Nationalmannschaft. Was gibt es für dich zu erreichen? Zenia Mertens: Ich war bei der EM in der Schweiz, aber ich habe dort nicht wirklich gespielt. Mein nächstes Ziel ist es, zur Weltmeisterschaft zu fahren. Ich denke, wenn du eine junge Spielerin bist, willst du immer zur WM. Letztes Jahr habe ich in der Champions League gespielt. Außerdem will ich hier in Leipzig eine gute Leistung zeigen und die Liga so weit oben wie möglich beenden. |
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