15.12.2013 - 09:14 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Zweitligisten wollen wieder überraschen

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Drei Zweitligisten stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals, das am heutigen Sonntag das Fußballjahr bei den Frauen ausklingen lässt. Das hat es noch nie gegeben. Erstaunlich auch, dass mit Turbine Potsdam, Bayern München und dem Titelverteidiger VfL Wolfsburg drei Top-Teams bereits ausgeschieden sind. Der haushohe Favorit auf den Pokal ist deshalb der einzige im Wettbewerb verbliebene Spitzenklub, der 1.FFC Frankfurt. Der Tabellenführer der Bundesliga muss beim Zweitligisten SV Werder Bremen antreten (Anstoß 13 Uhr, Platz 11).

«Wir freuen uns riesig, gegen Frankfurt spielen zu dürfen. Es ist für jede Spielerin eine Ehre, gegen solche Top-Mannschaften antreten zu dürfen. Wir hoffen, dass ganz, ganz viele Zuschauer ins Stadion kommen werden und es ein wahres Frauenfußball-Fest wird», so Werders Trainerin Chadia Freyhat, die sich mit ihrem Team gegen die wohl beste deutsche Mannschaft «nicht abschießen lassen» möchte.

Das möchte auch Mannschaftsführerin Stephanie Goddard keinesfalls, die mit den Nationalspielerinnen Lira Alushi und Simone Laudehr einst beim FCR 2001 Duisburg zusammengespielt hat: «Wir gehen mit großem Respekt aber ohne Angst in die Partie. Alles was wir haben, werden wir in diese Partie werfen. Wir wollen gut dagegenhalten und dieses Spiel einfach genießen», so die 25-Jährige, die ebenfalls auf eine «Mega-Kulisse» hofft.

FFC-Cheftrainer Colin Bell hat den Gegner studiert und kennt dessen Stärken: «Werder verfügt über eine junge und spielstarke Mannschaft, die kombinationssicher ist und präzise Bälle in die Spitze spielen kann. Besonders beachten müssen wir Stephanie Goddard und Cindy König, die in der 2. Bundesliga zusammen 20 Treffer erzielt haben. Zudem gibt es einige großgewachsene Spielerinnen im Werder-Kader, die bei Standardsituationen Gefahr ausstrahlen.»

Auch der FF USV Jena hat es mit einem Zweitligisten zu tun, allerdings haben die Thüringerinnen Heimrecht: Um 13 Uhr gastiert der Spitzenreiter der Südstaffel, SC Sand, im Ernst-Abbe-Sportfeld. Die beiden Mannschaften verbindet eine Geschichte mit vielen spannenden Duellen. Zahlreiche Schlachten schlugen beide Vereine während ihrer gemeinsamen Zeit in der 2.Liga. Unvergessen aus Sicht der Jenaerinnen ist das Aufstiegsspiel 2008, das der FF USV durch ein Tor von Lisa Seiler mit 1:0 für sich entscheiden konnte und dann in die Bundesliga aufstieg.

Auch im Pokal kreuzten beide Teams schon die Klingen. In der Saison 2009/10 traf man beim Zweitligisten SC Sand aufeinander. Damals hatte der Erstligist zumindest zu Beginn seine Probleme gegen die Defensive und entschied die Partie erst im Laufe der zweiten Halbzeit standesgemäß mit 5:0 für sich. Ein ähnlich klares Ergebnis erwarten die Gastgeberinnen diesmal nicht; sie wissen, wie unangenehm die Baden-Württembergerinnen sind. Seit nunmehr 26 Pflichtspielen ist der SC Sand ungeschlagen, dessen Stars die ehemaligen Juniorennationalspielerinnen und erstligaerfahrenen Anne van Bonn und Patricia Hanebeck sind. Eine zusätzliche Warnung ist der 6:0-Erfolg im Achtelfinale gegen den FCR 2001 Duisburg.

Entsprechend selbstbewusst fährt der Zweitligist in den Osten. Zwar sieht sich das Team von Dieter Wendling in der Außenseiterrolle, doch keinesfalls chancenlos. Mit spielstarken Mannschaften wie Jena kommt Sand besser zurecht als mit Solchen, die sich einigeln. Möglicherweise zwei Ausfälle drohen Wendling: Mit dem Einsatz der neuseeländischen Nationalspielerin Rebekah Stott ist nach der Knieverletzung vom Sonntag gegen Bad Neuenahr nicht zu rechnen, bei Torjägerin Ilaria Mauro besteht indes noch Hoffnung, auch wenn sie unter der Woche nur mit Schmerzen trainieren konnte.

Das einzige Erstliga-Duell im Viertelfinale wird ab 11 Uhr in Freiburg ausgetragen: Dort empfängt der Sportclub den BV Cloppenburg. In der Bundesliga-Tabelle liegen die Breisgauerinnen einen Punkt und zwei Plätze vor dem Aufsteiger. Deren Trainerin Tanja Schulte hofft, dass Freiburg am Mittwoch beim Nachholspiel in Wolfsburg Kraft gelassen hat und schätzt die Chancen auf einen Pokalerfolg ihrer Mannschaft auf fifty-fifty.

Der dritte Zweitligist unten den letzten Acht, der 1.FC Köln, muss im West-Derby bei der SGS Essen antreten. Das Spiel wird um 14 Uhr angepfiffen und im Internet auf www.DFB-TV.de live übertragen. SGS-Trainer Markus Högner warnt vor den Domstädterinnen, die in den vorherigen Runden mit Hoffenheim und Bayern zwei Erstligisten ausschalteten: «Meiner Meinung nach könnte Köln mit diesem Kader auch in der Bundesliga eine ordentliche Rolle spielen. Wenn wir die unterschätzen, bekommen wir Probleme.»

Die FC-Frauen können unbeschwert ins Pokalviertelfinale nach Essen gehen. «Die Außenseiterrolle steht uns ganz gut», erklärt FC-Trainer Willi Breuer. «Aber wir werden alles geben, um eine weitere Überraschung zu schaffen. Natürlich kann man nicht erwarten, dass wir jedes Mal einen Bundesligisten aus dem Pokal befördern, aber wir sind nicht chancenlos.»

(cmu)

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