31.05.2014 - 14:38 | News | Source: Soccerdonna/dpa
Heißer Dreikampf um den Titel

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©VfL Wolfsburg
So langweilig wie in der Männer-Bundesliga ist der Titelkampf bei den Frauen nicht: Der vorletzte Spieltag bietet den Schlager Frankfurt - Potsdam - und richtig gute Karten hat auch noch Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg.

Für Siegfried Dietrich, den erfahrenen Manager des 1.FFC Frankfurt, ist es «das spannendste Saisonfinale in der Geschichte der Frauen-Bundesliga.» Und die eingleisige erste Liga gibt es immerhin schon seit 1997. Am vorletzten Spieltag empfängt Spitzenreiter Frankfurt am Sonntag (14 Uhr/HR- und RBB-Fernsehen) den Tabellendritten und Dauerrivalen Turbine Potsdam. Und zum Saisonfinale geht es für den siebenfachen deutschen Meister zum direkten Verfolger und Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg.

«Da krieg ich jetzt schon Gänsehaut», sagte Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann (Foto) beim Gedanken, was am 8. Juni vielleicht noch möglich ist. Frankfurt liegt nur einen Punkt vor Wolfsburg und zwei vor Potsdam. Nur die zwei Ersten qualifizieren sich für das europäische Geschäft. «Wir haben überhaupt keinen Druck, sondern genießen vielmehr die Situation. Durch den Gewinn der Champions League sind wir in jedem Fall auch nächste Saison wieder international dabei. Das ist unser großer Vorteil gegenüber den anderen Teams», sagte Kellermann.

Sein Team tritt zeitgleich beim Abstiegskandidaten BV Cloppenburg an. «Wir wollen jetzt natürlich auch alles dafür tun, um Cloppenburg zu schlagen und anschließend im eigenen Stadion unser Endspiel zu haben», meinte Kellermann.

Der Tabellenvorletzte hatte zuletzt aber mit einem 2:2 in Potsdam dem Team von Bernd Schröder einen herben Dämpfer versetzt. Bei den Turbinen sind die Titelhoffnungen deutlich gesunken. «Wenn man so ein Spiel nicht gewinnt, braucht man nicht über die Mannschaft und Champions League zu reden», erklärte Schröder.

Frankfurts Trainer Colin Bell muss zwar weiter auf Nationalstürmerin Celia Sasic (Außenbandriss) verzichten, der Pokalsieger hofft aber inständig auf den ersten Bundesliga-Titel seit 2008. «Am Sonntag steckt aufgrund der engen Tabellensituation noch ein Schuss Extra-Brisanz in diesem Traditionsduell», sagte Bell. «Unsere Marschroute wird es sein, diese Aufgabe so anzugehen wie das mit 3:0 gewonnene Hinspiel, als wir Tempo und Rhythmus über 90 Minuten bestimmt und trotz der Führung zu keiner Zeit nachgelassen haben.»

Wegen der Baumaßnahmen im Stadion am Brentanobad ziehen die Frankfurterinnen für den Schlager in die Zweitliga-Arena des FSV Frankfurt um. 4500 Tickets waren am Freitag laut Manager Dietrich verkauft, auf 6000 Zuschauer hofft er. Zwischen 2001 und 2012 hatten immer Frankfurt oder Potsdam die Meisterschaft gewonnen, zuletzt aber war Wolfsburg mit dem Triple 2013 und der Titelverteidigung in der Champions League die Nummer eins im Lande.

Genauso spannend wie an der Spitze geht es auch im Abstiegskampf zu. Die TSG Hoffenheim (19 Punkte), den MSV Duisburg (18) und Cloppenburg (17) trennen nur zwei Zähler. Hoffenheim muss beim Tabellenvierten FC Bayern München antreten, der als einziges Team neben Sindelfingen auf dem letzten Rang seine Abschlussplatzierung bereits sicher hat. Die Stimmung vor der Partie im Sportpark Aschheim ist bei den Gästen gut, haben sie doch die Pole Position: «Unsere gute Ausgangslage motiviert mich», sagt TSG-Spielerin Christine Schneider. Sollte die Kraichgauerinnen in der bayerischen Landeshauptstadt gewinnen, ist ihnen der Klassenerhalt sicher. Gute Erinnerungen hat Hoffenheim ans Hinspiel. Im Dezember des vergangenen Jahres teilten sich die beiden Kontrahenten die Punkte. «Es tut gut zu wissen, gegen Bayern schon mal gepunktet zu haben», so Schneider.

Der MSV muss in Jena beim FF USV antreten, der auf Rang fünf liegt. Das Leistungsvermögen des Gegners will der MSV keinesfalls am etwas überraschenden 1:1 in Sindelfingen messen. «Erstens war Jena in diesem Spiel klar überlegen. Außerdem zählt für uns viel mehr die konstant gute Saison auf gleichbleibend hohem Niveau, die der USV gespielt hat», geht Duisburgs Trainer Sven Kahlert von einer schwierigen Auswärtsaufgabe aus. Die Thüringerinnen haben sich entschieden, das letzte Heimspiel der Saison zu einem ganz besonderen zu machen – mit einem attraktiven Rahmenprogramm und einem sehr ehrgeizigen Ziel: Sie wollen gegen die Zebras unter dem Motto «Macht die Hütte voll!» den eigenen Allzeit-Zuschauerrekord toppen, und der liegt bisher bei 2672 Besuchern. Kahlert hofft, dass sich sein Team von der Kulisse nicht beeindrucken lässt: «Wir wollen kämpfen, gut stehen und unaufgeregt nach vorne spielen. Dann gelingt es uns bestimmt, den Bock umzustoßen, endlich mal wieder den Führungstreffer zu erzielen und vielleicht auch etwas mitzunehmen.»

Außerdem spielen der VfL Sindelfingen gegen Bayer Leverkusen, und die SGS Essen empfängt den SC Freiburg. Alle Begegnungen des 21.Spieltags werden um 14 Uhr angepfiffen.

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