30.01.2026 - 12:30 | News | Source: sd | von: Michael Paral
Melanie Brunnthaler - Von der Gejagten zur Jägerin

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©SKN St. Pölten
Von der Serienmeisterin zur Bundesliga-Herausfordererin: Melanie Brunnthaler hat im Sommer den Schritt vom SKN St. Pölten zum Hamburger SV gewagt. Im Gespräch mit Soccerdonna & Kick it like Women sprach die österreichische Nationalspielerin über ihren Traumstart in Deutschland, die Unterschiede zwischen den Ligen und das Gefühl, gegen die Besten der Welt zu bestehen.

Ein Einstand nach Maß

Der Wechsel zum HSV war für Melanie Brunnthaler ein bewusst gewählter Schritt in ein neues Abenteuer. Dass sie in der deutschen Bundesliga angekommen ist, bewies sie spätestens beim Saisonauftakt gegen den VfL Wolfsburg(3:3). Mit einem sehenswerten Treffer zum 2:3 Zwischenstand war sie am Punktgewinn nicht nur maßgeblich beteiligt, sondern gewann auch die Wahl zum „Tor der Runde“.

An den Moment erinnert sie sich mit Gänsehaut: „Ich habe schon gemerkt, dass ich ihn gut getroffen habe, aber wie er dann wirklich eingeschlagen hat, das war schon richtig cool“, so Brunnthaler.

Vom „Mindeststandard“ zur Spitzen-Infrastruktur

Der Vergleich zwischen der österreichischen und der deutschen Liga fällt deutlich aus. Während Brunnthaler mit St. Pölten jahrelang die heimische Liga dominierte, schlüpft die junge Österreicherin in Hamburg in eine neue Rolle mit neuen Möglichkeiten. In Österreich ist St. Pölten das Maß aller Dinge, doch Brunnthaler betont: „Was St. Pölten hat ist der Mindeststandard in Deutschland und diesen Mindeststandard haben vielleicht zwei oder drei Mannschaften in Österreich“.

Besonders die Fankultur in Deutschland beeindruckt die Stürmerin nachhaltig. Das Erlebnis, vor großen Kulissen zu spielen, sei mit nichts zu vergleichen: „Fußball allgemein ist in Deutschland einfach anders. [...] Jedes Mal freue ich mich, am Platz zu gehen, weil es einfach richtig cool ist und es ist einfach laut“.

Die meistgefoulte Spielerin der Liga

Eine Statistik überraschte die Österreicherin im Interview besonders: Sie führt die Tabelle der meistgefoulten Spielerinnen der Liga an. Brunnthaler nimmt dies als Kompliment für ihre Spielweise, Bälle festzumachen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen: „Man kann es natürlich so sehen, dass man mich nicht anders stoppen kann“, scherzt sie.

Champions-League-Erfahrung als Mutmacher

Ihre Zeit in St. Pölten, gekrönt von Spielen in der Champions League gegen Giganten wie den FC Barcelona oder Manchester City stärkten das Selbstvertrauen. Gegen Weltstars wie Aitana Bonmatí oder Alexia Putellas auf dem Platz zu stehen, sei zwar beeindruckend, aber auch eine Chance gewesen, sie zu „ärgern“, erzählt Brunnthaler schmunzelnd.

Diese Mentalität nimmt sie nun mit in den Abstiegskampf beim HSV. Das Ziel ist klar: der Klassenerhalt. „Wir wollen das selbst in die Hand nehmen und zeigen, dass wir das Zeug haben, in der Bundesliga zu sein“, gibt sie sich kämpferisch.

Nationalteam und eine Message für die nächste Generation

Auch im österreichischen Nationalteam möchte Brunnthaler, die sich im zentralen Sturm am wohlsten fühlt, weiter eine tragende Rolle spielen. Das große Ziel für dieses Jahr ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, auch wenn dies aufgrund der starken Gruppengegner kein leichtes Unterfangen wird. Für junge Fußballerinnen hat sie einen einfachen, aber wertvollen Rat: „Das Wichtigste ist einfach, dass man Spaß am Fußballspielen hat“. Manchmal sei es hart, aber solange der Spaß vorhanden ist, zahlt es sich aus, möchte Brunnthaler der nächsten Generation aufmunternd mitgeben.

Das ganze Gespräch mit Melanie Brunnthaler gibt es im Podcast "Kick it like Women" zu hören.

Hier geht´s zur Podcast Folge mit Melanie

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