02.03.2013 - 10:30 | News | Source: Soccerdonna
Spiel des Jahres für den SC Freiburg

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©SC Freiburg
Für den SC Freiburg ist es das Spiel der Spiele: Im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg geht es um alles oder nichts. Noch nie in ihrer Vereinsgeschichte haben die Breisgauerinnen den Einzug ins Endspiel geschafft. Anstoß ist am heutigen Samstag um 14 Uhr im Möslestadion. Alle Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre können das Spiel kostenlos besuchen.

SC-Trainer Milorad Pilipovic (Foto) wirft eine Frage in den Raum, die zunächst etwas absurd klingt: «Gegen wen spielen wir am Samstag?» Nach einer kurzen Pause antwortet er selbst: «Gegen die Nationalmannschaft.» Wie wahr! Der VfL Wolfsburg besteht aus aktuellen, ehemaligen und Jugend-Nationalspielerinnen. Alexandra Popp, Viola Odebrecht und Nadine Keßler sind nur drei in einer sehr langen Liste. Kein Wunder also, dass die Wölfinnen momentan im deutschen Frauenfußball das Maß aller Dinge sind. Der Meinung ist auch SC-Abteilungsleiterin Birgit Bauer: «Sie sind in der Bundesliga Erster und stehen im Viertelfinale der Champions League. Alles andere als ein Sieg der Wolfsburgerinnen wäre eine Überraschung.»

Genau für diese Überraschung möchte der SC Freiburg gut sein. «Eine Chance hat man immer. Und die kleine Chance, die wir haben, wollen wir natürlich nutzen», meint Bauer. SC-Coach Pilipovic stimmt ihr zu: «Wir wissen, dass wir gegen eine Topmannschaft spielen, aber wir fühlen uns stark und bereiten uns top auf das Spiel vor.» Dass der VfL nicht unschlagbar ist, haben die Bayern gezeigt. Anfang Dezember gewannen sie ein Nachholspiel in der Bundesliga beachtlich und überraschend deutlich mit 3:0. Und auch die Begegnung der Hinrunde gegen den SC Freiburg gewann Wolfsburg nur knapp mit 1:0 durch einen Foulelfmeter.

Deswegen ist Pilipovic zuversichtlich, dass seine Mädels den Gegner durchaus bezwingen können. «Es wird darauf ankommen, dass wir in beide Richtungen gut spielen. Wir müssen mit Mut, Entschlossenheit und Wille nach vorne spielen und gleichzeitig hinten sehr gut stehen.» Taktisch bereitet er seine Mannschaft ideal vor: «Wir sind im Moment voll auf das Spiel am Samstag fokussiert.» Sicher sind Pilipovic und Bauer sich außerdem, dass der Druck alleine auf der Werkself liegt: «Sie kann viel mehr verlieren als wir. Wir werden einfach das Beste aus unseren Möglichkeiten machen», sagt Pilipovic. Dabei kann er voraussichtlich auf fast alle Spielerinnen zurückgreifen; fehlen werden allerdings die Langzeitverletzte Jobina Lahr und Fiona O’Sullivan, die Meniskusprobleme hat.

Der Tabellenvierte der Bundesliga, eine der Überraschungsmannschaften der Saison, schiebt die Favoritenrolle weiter zum VfL nach Wolfsburg. «Gern nehmen wir diese Rolle an», gibt dessen Trainer Ralf Kellermann zurück. «Wir wissen um die Klasse, die wir haben.» Der Spitzenreiter kann personell aus dem Vollen schöpfen. Mit an Bord im Zug in den Schwarzwald: Verena Faißt. Für die Nationalspielerin ist es eine Fahrt in die Heimat. Die gebürtige Ettenheimerin hatte von 2004 bis 2010 für den SC Freiburg gespielt. Danach wechselte sie in die VW-Stadt.

Auf besondere Gastfreundlichkeit darf Faißt allerdings nicht hoffen: Denn wenn die SC-Frauen es schaffen, ins Finale einzuziehen, dann hat der Verein etwas Historisches geschafft. Erstens war für die Frauen bisher immer spätestens im Halbfinale Schluss. Und zweitens könnten sie zusammen mit den Männern, die auch bereits im Halbfinale stehen, ins Endspiel einziehen - die einen am 19. Mai in Köln, die anderen zwei Wochen später in Berlin. (cmu)

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