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30.08.2026 - 12:00 | News | Source: sd
Zwei Europameisterinnen, unterschiedliche Rollen: Spaniens Flügelduo für Polen

©Liga F
Vor dem Start der U20-WM in Polen nimmt Soccerdonna in neun Artikeln jeweils zwei Spielerinnen in den Blick, die das Turnier prägen könnten. Im dritten Teil stehen Daniela Agote und Pau Comendador im Mittelpunkt.
Agote kommt mit der umfangreicheren Spielpraxis der vergangenen Saison nach Polen. Die 20-Jährige durchlief seit ihrem Wechsel in den Nachwuchs von Athletic Club mehrere Mannschaften in Lezama und debütierte im November 2024 für das erste Team. In ihrer ersten Spielzeit kamen 17 Pflichtspiele und zwei Tore für die Profimannschaft sowie elf Einsätze und drei Treffer für Athletic Club B zusammen.
In der Saison 2025/26 gehörte Agote ausschließlich zum Kader der ersten Mannschaft. Sie bestritt alle 30 Partien der Liga F, erzielte sechs Tore und bereitete drei weitere vor. Hinzu kamen zwei Einsätze und ein Treffer in der Copa de la Reina sowie ein Spiel in der Supercopa de España. Insgesamt stehen damit 33 Pflichtspiele und sieben Tore.
Agote wird überwiegend auf der rechten Seite eingesetzt, bleibt dort aber selten an der Außenlinie. Sie sucht nach Ballannahmen den Weg in die Halbräume, kombiniert mit der aufrückenden Außenverteidigerin und taucht selbst im Strafraum auf. Zu ihrer engen Ballführung kommen Geschwindigkeit und die Fähigkeit, Angriffe unter Gegnerdruck fortzusetzen. Ihre sechs Ligatore zeigen, dass sie ihre Aktionen nicht nur vorbereitet, sondern regelmäßig selbst abschließt.
Diese Qualitäten waren bereits bei der U19-Europameisterschaft 2024 erkennbar. Agote traf im Halbfinale gegen England und bereitete im Endspiel gegen die Niederlande das erste spanische Tor vor. Die technischen Beobachterinnen und Beobachter der UEFA zeichneten sie anschließend als beste Spielerin des Turniers aus. Ausschlaggebend waren ihre technischen Fähigkeiten, ihre Beweglichkeit und ihre Beteiligung an zahlreichen spanischen Angriffen.
Ein Jahr später verteidigte Spanien den Titel. Agote erzielte bei der Endrunde in Polen drei Tore, darunter jeweils eines im Halbfinale gegen Italien und beim 4:0 im Endspiel gegen Frankreich. Erneut wurde sie in die Mannschaft des Turniers aufgenommen. Auffällig waren ihre Läufe von der rechten Seite in zentrale Abschlusspositionen sowie ihr Zusammenspiel mit Rechtsverteidigerin Noemí Bejarano.
Comendador hat im Vereinsfußball einen anderen Weg hinter sich. Die 19-Jährige wechselte 2021 aus dem Nachwuchs von Madrid CFF zu Real Madrid und durchlief dort die weiteren Jugendmannschaften sowie das B-Team. Bereits im November 2023 gab sie ihr Debüt für die erste Mannschaft. Im Sommer 2025 wurde sie in den Profikader aufgenommen.
In ihrer ersten vollständigen Saison mit der ersten Mannschaft absolvierte Comendador 22 Pflichtspiele. In der Liga F kam sie auf 16 Partien und zwei Tore, hinzu kamen vier Einsätze in der UEFA Women’s Champions League sowie jeweils einer in der Copa de la Reina und der Supercopa de España. Damit musste sie sich ihre Einsatzmöglichkeiten in einer Offensive erarbeiten, zu der unter anderem Linda Caicedo, Athenea del Castillo, Alba Redondo, Caroline Weir und Signe Bruun gehörten. Anders als Agote war sie noch keine durchgehend gesetzte Größe ihres Vereins, erhielt aber Gelegenheiten in allen vier Wettbewerben.
Comendador kann auf beiden Flügeln sowie näher an der Sturmspitze eingesetzt werden. Besonders häufig beginnt sie auf der linken Seite und zieht von dort in Richtung Tor. Sie sucht früher als Agote den direkten Weg in den Strafraum und besetzt konsequent Räume zwischen Außen- und Innenverteidigerin. Neben Läufen hinter die Abwehr gehören zweite Bälle und schnelle Abschlüsse zu den wiederkehrenden Elementen ihres Spiels.
Ihre Wirkung in einem kurzen Turnier zeigte sich bei der U17-Weltmeisterschaft 2024. Comendador erzielte fünf Tore, darunter drei beim 5:0 im Viertelfinale gegen Ecuador. Spanien erreichte das Endspiel und unterlag Nordkorea dort im Elfmeterschießen. Comendador erhielt den Goldenen Schuh als beste Torschützin und den Silbernen Ball als zweitbeste Spielerin des Turniers.
Parallel dazu gehörte sie bereits zur spanischen U19-Auswahl. Bei der Europameisterschaft 2024 traf sie im entscheidenden Gruppenspiel gegen Deutschland und im Halbfinale gegen England. Auch bei der erfolgreichen Titelverteidigung 2025 stand sie im Aufgebot. Agote und Comendador reisen somit jeweils als zweimalige U19-Europameisterinnen nach Polen, bringen aber unterschiedliche individuelle Turniererfahrungen mit: Agote wurde auf U19-Ebene als beste Spielerin ausgezeichnet, Comendador auf U17-Ebene als beste Torschützin.
In Spaniens Offensive können beide gemeinsam eingesetzt werden. Agote bietet auf der rechten Seite Verbindungen zum Mittelfeld und Läufe in die Halbräume, während Comendador auf der gegenüberliegenden Seite schneller die Tiefe und den Abschluss sucht. Trainer David Aznar kann sie aber ebenso als Alternativen füreinander nutzen und damit innerhalb eines Spiels das Angriffsprofil verändern. Gerade gegen Gegnerinnen, die Spanien lange Ballbesitzphasen überlassen, werden ihre Bewegungen von den Außenpositionen in den Strafraum eine wichtige Rolle spielen.
Relevant Links
- Pau Comendador
- Daniela Agote
- Spanien U20
- Real Madrid
- Athletic Bilbao
- U20 Weltmeisterschaft
- Primera División Femenina
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