Jasmin Janning und Isabella Jaron über Abstiegskampf, Nationalmannschaft, mentale Stärke und die Liebe zum Fußball


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Jasmin Janning und Isabella Jaron über Abstiegskampf, Nationalmannschaft, mentale Stärke und die Liebe zum Fußball |  Başlangıç girişi 25.02.2026 - 16:09
hannaaahoh
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Jasmin Janning und Isabella Jaron, zwei Spielerinnen mit unterschiedlichen Profilen, übernehmen in einer herausfordernden sportlichen Phase beim FC Carl Zeiss Jena Verantwortung. Die 20-jährige Torhüterin und die 23-jährige Offensivspielerin stehen stellvertretend für die Mischung aus Entwicklungspotenzial und Erfahrung im Kader – Faktoren, die im Abstiegskampf von entscheidender Bedeutung sein könnten.

Jasmin Janning, die Nummer eins zwischen den Pfosten des FC Carl Zeiss Jena, hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Sie wechselte im Jugendbereich ins Paradies und arbeitete sich über die U17 und U20 in den Kader der 1. Mannschaft. Ihr Debüt im Profifußball feierte sie noch vor ihrem 18. Geburtstag. In der Aufstiegssaison 2023/24 zur 1. Bundesliga sammelte sie zahlreiche Einsätze und etablierte sich als verlässlicher Rückhalt für die Mannschaft. Mittlerweile hat sie über 40 Pflichtspieleinsätze für den FCC absolviert. Auch auf internationaler Ebene konnte Janning bereits Erfahrung sammeln. Mit ihren starken Reflexen, ihrem guten Spielaufbau und ihrer Präsenz im Strafraum bringt sie Stabilität in einer sportlich herausfordernden Phase. Isabella Jaron, die 23-jährige Angreiferin, verstärkt die offensive Außenbahn des FC Carl Zeiss Jena. Ihre Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammelte sie vor allem im Trikot des SV Meppen, für den sie über mehrere Spielzeiten auflief und am Aufstieg in die FLYERALARM Frauen-Bundesliga beteiligt war. In dieser Phase gehörte sie zu den offensiv auffälligsten Spielerinnen ihres Teams und kam regelmäßig auf Treffer und Vorlagen im zweistelligen Scorerbereich. Anschließend zog es sie ins Ausland: Beim österreichischen Erstligisten SC Rheindorf Altach stand sie in der Saison 2024/25 unter Vertrag und sammelte Spielpraxis in der ADMIRAL Frauen Bundesliga. Im Anschluss folgte der Wechsel nach Jena, wo sie sich schnell integrierte und mit wichtigen Treffern im Abstiegskampf auf sich aufmerksam machte. Mit ihrer Schnelligkeit, ihrem direkten Zug zum Tor und ihrer hohen Laufbereitschaft bleibt sie eine variable Offensivoption im Kader.

Während Janning als junge Stammkeeperin Verantwortung übernimmt und bereits viel Erfahrung im Nachwuchsbereich Jenas sammeln konnte, bringt Jaron Routine aus Aufstiegssaisons und Bundesliga-Duellen mit. In einem gemeinsamen Soccerdonna-Interview sprechen sie über den Druck im Abstiegskampf, persönliche Entwicklungsschritte, mentale Stärke und darüber, wie die Liebe zum Fußball trotz aller Herausforderungen immer im Mittelpunkt steht.

Persönlicher Einstieg & Kennenlernen Soccerdonna: Isabella und Jasmin, euch kennt man vor allem aus der Bundesliga. Wenn man euch noch nicht kennen würde: Wie würdet Ihr euch außerhalb des Fußballs beschreiben? Jasmin Janning: Ich würde mich als sehr familienbezogen beschreiben. Grundsätzlich bin ich eher introvertiert und brauche etwas Zeit, um warm zu werden. Mit den richtigen Menschen, vor allem im Freundeskreis, werde ich aber deutlich offener. Dann bin ich auch extrovertierter und durchaus abenteuerlustig. Isabella Jaron: Ich bin ein sehr humorvoller Mensch und grundsätzlich eher zurückgezogen. Wenn ich mich wohlfühle, werde ich aber schnell offener. Außerdem bin ich sehr spontan und abenteuerlustig.

Frühe Jahre, Vorbilder & der Traum vom Profi Soccerdonna: Ihr habt beide sehr früh mit dem Fußball angefangen und zunächst in Mannschaften mit Jungen gespielt. Was habt Ihr aus dieser Zeit mitgenommen? Isabella Jaron: Ich habe sehr lange mit Jungs gespielt und das war für mich eine der prägendsten Zeiten. Das Spieltempo ist deutlich höher, dazu kommt eine andere Intensität. Ich glaube, dass man davon sowohl das Tempo als auch eine gewisse Aggressivität in den eigenen Fußballstil mitnimmt – und das hilft mir bis heute sehr. Jasmin Janning: Ich habe bis zur U17 mit Jungs gespielt. Gerade auf meiner Position habe ich davon extrem profitiert, vor allem was Schusshärte und Zweikampfstärke betrifft. Besonders bei Flanken muss man präsent sein und das habe ich in dieser Zeit sehr gut gelernt.

Soccerdonna: Hattet Ihr zu Beginn eurer Karriere ein bestimmtes Vorbild oder Idol? Jasmin Janning: Auch wenn ich lange im Feld gespielt habe, war mein Vorbild eigentlich immer Manuel Neuer. Isabella Jaron: Mein Vorbild war schon immer Alexandra Popp.

Soccerdonna: Ab wann wusstet Ihr, dass ihr Profis werden wollt? Jasmin Janning: Ich finde, dass man ab den Auswahlmannschaften gemerkt hat, dass man mithalten kann. Ab da wurde der Gedanke an eine Profikarriere konkreter. Davor stand der Spaß im Vordergrund, aber der Gedanke, dass es mehr werden kann, war immer da. Isabella Jaron: Profifußball war für mich früh ein Thema, weil man sehr viel geopfert hat – Zeit, Freizeit, alles war dem Sport untergeordnet. Für mich war relativ früh klar, dass ich diesen Weg einschlagen möchte und dass Fußball mein Beruf werden soll.

Individuelle Karrierewege Soccerdonna: Jasmin, du hast bereits in jungen Jahren den Sprung in die erste Mannschaft geschafft und trägst mittlerweile die Nummer 1 im Tor. Wie hast Du den Übergang vom Jugend- in den Profibereich erlebt und was war dabei die größte Herausforderung? Jasmin Janning: Ich bin 2022 in die U17 gekommen und war nach einem halben Jahr U20 direkt bei der ersten Mannschaft dabei. Der Trainer hat mich schon vorher regelmäßig oben mittrainieren lassen, sodass ich langsam herangeführt wurde. Dieses Vertrauen hat mir viel Sicherheit gegeben und mir geholfen, den Sprung gut zu meistern – auch in Bezug auf das höhere Tempo.

Soccerdonna: Jasmin, Du hast im Sommer 2024 dein Bundesligadebüt gegen Eintracht Frankfurt gegeben. Was ging dir an diesem Tag durch den Kopf, als Du wusstest: Heute stehe ich zum ersten Mal in der 1. Bundesliga im Tor? Jasmin Janning: Beim Einlaufen war es ein ganz besonderer Moment, vor allem wegen der Ehrungen der Olympiaspielerinnen. Da wurde mir erst richtig bewusst, mit wem man auf dem Platz steht. Im Spiel selbst fällt die Nervosität aber schnell ab, weil man sich voll fokussiert. Trotzdem bleibt dieses Gefühl etwas ganz Besonderes.

Soccerdonna: Isabella, Du bist im Februar 2025 auf Leihbasis zum FCC gewechselt. Was hat dich hier überzeugt im Sommer einen langfristigen Vertrag zu unterschreiben? Isabella Jaron: Die Rückrunde lief sehr gut für mich. Ich habe mich sofort wohlgefühlt, wieder in meinen Rhythmus gefunden und gemerkt, dass ich hier alles habe, um mich weiterzuentwickeln. Die Gespräche, das Umfeld und die Menschen haben einfach gepasst – deshalb war es eine sehr schnelle Entscheidung.

Soccerdonna: Du hast beim SCR Altach bereits wichtige Erfahrungen gesammelt. Worin unterscheidet sich diese Zeit im Vergleich zu deiner aktuellen Station beim FC Carl Zeiss Jena – sportlich und persönlich? Isabella Jaron: Sportlich ist die Liga in Österreich nicht ganz so weit wie die Bundesliga. Das Niveau würde ich mit einer sehr guten zweiten Liga vergleichen oder mit dem unteren Teil der ersten Liga. Eins zu eins kann man das natürlich nicht vergleichen. Persönlich war es auf jeden Fall eine Umstellung, aber man gewöhnt sich relativ schnell an neue Gegebenheiten.

Nationalmannschaft & persönliche Highlights Soccerdonna: Ihr durftet beide bereits für Deutschland auflaufen. Isabella Du für die U20, Jasmin Du für die U19 und wurdest vor kurzem auch erstmals in den Kader für die kommenden Spiele der U23 berufen. Was bedeutet euch dieses Länderspiel auf persönlicher Ebene? Isabella Jaron: Den Adler auf der Brust zu tragen, ist ein unglaublich schönes Gefühl. Als Kind träumt man davon, dieses Trikot tragen zu dürfen. Es ist eine große Ehre und eine Belohnung für harte Arbeit. Jasmin Janning: Es ist jedes Mal etwas Besonderes. Man sammelt neue Eindrücke, lernt andere Spielstile kennen und kann sportlich wie persönlich davon profitieren.

Soccerdonna: Ihr habt diese Saison schon viele Highlightspiele gehabt und wollt auch das anstehende Spiel gegen den HSV zu einem machen. Doch welches Spiel der aktuellen Saison ist euch besonders im Gedächtnis geblieben – und warum? Isabella Jaron: Das Spiel gegen den 1. FC Köln. Da ist viel Druck abgefallen, wir haben ein gutes Spiel gemacht und wichtige drei Punkte geholt. Das hat uns als Mannschaft sehr gutgetan. Außerdem natürlich auch das Pokalspiel in Berlin. Jasmin Janning: Für mich war es das Ligaspiel in Berlin. Der Last-Minute-Sieg war ein perfekter Start in die Rückrunde und extrem wichtig für uns.

Soccerdonna: Isabella, Du hast in dieser Saison bereits entscheidende Tore erzielt, unter anderem den Treffer zum ersten Saisonsieg gegen den 1. FC Köln. Wie gehst Du persönlich mit dem Druck in solchen Momenten um? Isabella Jaron: Druck gehört zum Fußball dazu. Alle Teams spüren ihn. Für uns ist es zusätzlich eine Herausforderung, dass wir nicht so viele Chancen vor dem Tor bekommen, deshalb zählt jede einzelne umso mehr. Aber letztendlich ist es halt einfach nur Fußball.

Alltag, mentale Stärke & Abstiegskampf Soccerdonna: Jasmin, neben dem Profifußball absolvierst Du auch ein Studium in Jena. Wie gelingt dir das Jonglieren zwischen Studium, Training und Spielbetrieb? Jasmin Janning: Die Trainer passen das Training an unsere Studienpläne an. Außerdem gibt es an der Uni Jena einen Kooperationsvertrag für Leistungssportler, der viel Flexibilität ermöglicht. Dafür bin ich sehr dankbar.

Soccerdonna: Isabella gibt es Rituale oder Routinen, die Du vor jedem Spiel hast? Isabella Jaron: So bewusst eigentlich nicht. Ich glaube, ich ziehe meinen linken Schienbeinschoner immer zuerst an, aber das ist eher Gewohnheit als Ritual. Ich würde nicht sagen, dass es ein richtiges Ritual ist.

Soccerdonna: Die Saison ist durch den DFB-Pokal und die viele Nachholspiele besonders intensiv. Wie schafft Ihr es, trotz des hohen Drucks auch mental abzuschalten? Isabella Jaron: Indem man sich bewusst mit Dingen außerhalb des Fußballs beschäftigt – Freunde treffen, kochen, shoppen oder andere Sportarten. Das hilft, den Kopf freizubekommen. Jasmin Janning: Mir hilft vor allem das Studium und mein Freundeskreis außerhalb des Fußballs, wo ganz andere Themen im Vordergrund stehen.

Soccerdonna: Der FCC kämpft aktuell gegen den Abstieg. Was sind aus eurer Sicht die größten Herausforderungen für das Team – und welche Rolle seht Ihr selbst darin, die Mannschaft nach vorne zu bringen? Isabella Jaron: Ich glaube, die größte Herausforderung ist, am Spieltag wirklich alles abrufen zu können. Wir müssen uns bewusst machen, worum es geht, und mehr als 100 % geben, weil jeder Punkt zählt. Besonders die direkten Duelle, die wir in der Hinrunde nicht immer für uns entscheiden konnten, sind jetzt entscheidend – Spiele gegen den HSV oder Essen mitzunehmen, ist mehr als nur ein Punkt. Die Zeit rennt, der Druck wächst, aber trotzdem muss man einen kühlen Kopf behalten und mental fit bleiben, um alles richtig einzuordnen. Jasmin Janning: Für mich ist es ähnlich: Die größte Herausforderung ist, trotz Zeitdruck und möglicher Rückschläge cool zu bleiben. Wir dürfen uns nicht zu sehr verkrampfen oder zu verbissen werden. Wichtig ist, eine gewisse Leichtigkeit im Spiel zu bewahren, auch wenn es gerade um viel geht.

Reflexion & Ausblick Soccerdonna: Isabella wie würdest Du das Niveau der Bundesliga im internationalen Vergleich einschätzen und wie nimmst Du die aktuelle Entwicklung im deutschen Frauenfußball wahr? Isabella Jaron: Ich würde sagen, die Bundesliga ist im Vergleich zu anderen Ligen eine sehr zweikampfstarke Liga. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es der schönste Fußball ist – da hat man in der englischen Liga doch noch mal ein Stück weit etwas anderes. Aber mit den Top-Clubs wie Bayern, Wolfsburg und je nachdem, wer es am besten schafft, Hoffenheim, Frankfurt oder Bremen, ist es schon eine attraktive Liga. Gerade für junge Talente bietet sie eine gute Plattform, um sich für das internationale Geschäft zu beweisen.

Soccerdonna: Gibt es Themen im Profifußball, über die eurer Meinung nach öffentlich noch zu wenig gesprochen wird? Isabella Jaron: Ich finde die Montagsspiele im Moment ein bisschen absurd, gerade auch für die Fans, aber natürlich auch für die Medien und die Einschaltquoten. Ansonsten vielleicht noch ein Punkt, der die Schiedsrichterleistung betrifft. Ich glaube, dieser Punkt verfolgt uns sehr, und ich weiß nicht, ob man diese mit dem VAR nicht doch verbessern könnte. Jasmin Janning: Bei uns hier in Jena würde ich mir wünschen, dass man mehr Werbung für unsere Spiele macht. Ich merke zum Beispiel beim Campus, dass sehr viele sportbegeistert sind, aber die wenigsten wissen, dass Jena auch in der ersten Liga spielt oder dass hier im Ernst-Abbe-Stadion gespielt wird. Es wäre schön, wenn man stärker darauf aufmerksam macht – sowohl für unsere Spiele als auch generell für den Frauenfußball.

Soccerdonna: Wenn Ihr morgen keine Profifußballerinnen mehr wärt – was würdet Ihr am meisten daran vermissen? Jasmin Janning: Ich würde die Leute vermissen, aber auch den Spaß am Spielen. Wir spielen alle Fußball, weil es uns wirklich Freude macht und das würde mir im Leben fehlen. Andererseits würde ich mich wahrscheinlich mehr auf mein Studium konzentrieren und die Zeit dort investieren, aber trotzdem nebenbei weiter Sport treiben – vielleicht Skifahren, Tennis oder Volleyball. Isabella Jaron: Ich würde auf jeden Fall die Leute und die Freundschaften vermissen, die man dabei knüpft. Wenn ich kein Fußball mehr spielen würde, wäre ich trotzdem sportlich aktiv, wahrscheinlich eher in Richtung Beratung oder Spieler-Vermarktung unterwegs.

Soccerdonna: Was würdet Ihr jungen Spielerinnen raten, die gerade erst mit dem Fußball anfangen?

Isabella Jaron:Verliert niemals den Spaß und die Leidenschaft. Unterstützung aus dem Umfeld ist wichtig – und ein bisschen Glück gehört auch dazu. Jasmin Janning: Man sollte sich nicht zu sehr darauf versteifen, Profi werden zu müssen. Wenn man aus innerer Motivation spielt, ergibt sich der Weg oft ganz von selbst.

Fragenhagel Am Ende des Gesprächs geht es noch einmal schnell. Ohne lange zu überlegen, beziehen Jasmin Janning und Isabella Jaron klar Stellung. Kurze Antworten, die ihre Einstellungen, Vorlieben und ihre gemeinsame Mentalität widerspiegeln.

Frühaufsteherin oder Nachteule? Jasmin Janning: Frühaufsteherin Isabella Jaron: Frühaufsteherin

Heimspiel oder Auswärtsspiel? Jasmin Janning: Heimspiel Isabella Jaron: Auswärtsspiel

Musik oder Stille vor dem Spiel? Jasmin Janning: Musik Isabella Jaron: Musik

Sieg in letzter Minute oder souveränes 3:0? Jasmin Janning: Sieg in letzter Minute Isabella Jaron: Sieg in letzter Minute

VAR – Fluch oder Segen? Jasmin Janning: Segen Isabella Jaron: Segen

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