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18.10.2026 - 14:30 | News | Kaynak: sd | von: Pascal Winkler
Luzie Zähringer – Der direkte Weg von der U19 in die A-Nationalmannschaft

©IMAGO
Soccerdonna: Luzie, herzlichen Glückwunsch noch zum U19-Vize-Europameistertitel. Was macht es aus eine Mannschaft als Kapitänin durch solch ein Turnier zu führen?
Luzie Zähringer: Dankeschön. Für mich war es eine Riesenehre. Generell war es mein erstes Turnier und dann auch noch als Kapitänin. Das war was ganz besonderes, aber unabhängig davon, ob ich die Kapitänsbinde trage oder nicht, bin ich eine Spielerin, die probiert auf dem Platz mit ihrer Leistung voranzugehen.
Soccerdonna: Die letzten Tage waren sehr turbulent für dich. Melanie Behringer hatte dich erneut als Kapitänin in ihren Kader berufen, um für zwei Testspiele nach Telki unweit von Budapest zu reisen. Doch dann kam alles anders. Auf welche Weise hast du von deiner Nachnominierung in die A-Nationalmannschaft erfahren und warst du zu diesem Zeitpunkt schon in Ungarn?
Luzie Zähringer: Ja, ich war schon in Ungarn. Es war der zweite Tag dort und ich war an dem Abend mit meiner Mitspielerin, Marie Gmeineder spazieren, als ich gesehen habe, dass Mel (Melanie Behringer) mich angerufen hatte und meinte, dass ich mich bei ihr melden soll, wenn ich das lese. Dann sind wir zurück zum Hotel und dort hat sie mir die Nachricht überbracht. Anschließend hatte ich noch ein kurzes Telefonat mit Christian Wück und dann ging alles relativ schnell.
Soccerdonna: Was hat dieser Moment bei dir ausgelöst?
Luzie Zähringer: Ich war einfach richtig glücklich. Ich konnte gar nicht richtig realisieren, dass es passiert ist. Ich glaube, das macht man erst jetzt im Nachhinein, aber ich war sehr glücklich und habe mich gefreut, dass es so gekommen ist.
Soccerdonna: Wie waren die Reaktionen bei deiner Familie, deinen Freunden und Mitspielerinnen?
Luzie Zähringer: Die waren alle sehr stolz auf mich, haben sich richtig gefreut und konnten es auch nicht richtig glauben. Ich habe auch sehr viele Nachrichten bekommen.
Soccerdonna: Was waren die weiteren Abläufe, bis du in Heidelberg beim Rest des Teams angekommen bist?
Luzie Zähringer: Ich habe es am Abend gegen 20:30 Uhr erfahren. Dann habe ich nur noch die Sachen gepackt und am Morgen sind wir um 6:30 Uhr vom Hotel zum Flughafen nach Budapest losgefahren. Dann bin ich nach Frankfurt geflogen und von dort nochmal eine Stunde nach Heidelberg gefahren.
Soccerdonna: Wurdest du auf der Reise nach Deutschland begleitet?
Luzie Zähringer: Die Teammanagerin von der U-19 hat mich zum Flug gebracht und in Frankfurt wurde ich vom Fahrdienst abgeholt.
Soccerdonna: Wie war diese Erfahrung für dich und wie hat sich diese Zeit zu einer Länderspielpause mit der U-19 unterschieden?
Luzie Zähringer: Es ist schon nochmal etwas ganz anderes, vom Tempo und von der Qualität her. Man merkt natürlich, dass es in der Vorbereitung auf die WM um etwas geht, aber es war eine richtig schöne Zeit. Alle haben geholfen mich gut einzufinden und ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Soccerdonna: Gibt es spezielle Augenblicke, die du aus den Trainingseinheiten der A-Nationalmannschaft und der Zeit rund um die Einheiten und Spiele mitnimmst?
Luzie Zähringer: Ich habe jetzt nicht den einen einzigen Augenblick, sondern der ganze Lehrgang war sehr wertvoll. Es war sehr wichtig für mich, dass ich mal reinschnuppern konnte und die Abläufe, den ganzen Staff und die Spielerinnen kennenlernen konnte.
Soccerdonna: In der Bundesliga steht für dich und den VfB Stuttgart als nächstes das Auswärtsspiel in München an. Für dich ein besonderer Gegner. Wie kannst du deine aktuellen Mitspielerinnen auf ein Team vorbereiten, das du am besten aus deiner Mannschaft kennst?
Luzie Zähringer: In erster Linie ist das die Aufgabe von unserem Trainerteam. Die haben gute Ideen und wissen was für einen Matchplan wir in diesem Spiel umsetzen wollen und bringen uns den nahe. Auch wenn ich den FC Bayern sehr gut kenne, weiß auch die ganze Mannschaft wie sie Fußball spielen wollen und dass sie einfach ein richtig guter Verein sind.
Soccerdonna: Als Neuaufsteiger habt ihr in den ersten drei Ligaspielen 7 Punkte geholt. Was waren eure Trainingsschwerpunkte in der Saisonvorbereitung für diesen Erfolgsstart und mit welcher Herangehensweise plant ihr die Hinrunde positiv abzuschließen?
Luzie Zähringer: Am Anfang war es sehr wichtig für uns, dass wir uns erstmal als Team finden, weil wir sehr viele Neuzugänge hatten. Das hat in der kurzen Zeit auch gut funktioniert. Auf dem Platz war es wichtig die Spielerinnen kennenzulernen und zu sehen, auf welche Art und Weise sie einen Ball haben wollen. Wir hatten den Fokus auch auf unseren tiefen Block. Einerseits wie wir dort stehen wollen und andererseits wie wir anlaufen wollen. Um das alles noch positiv zu gestalten, ist es wichtig, dass wir daran anknüpfen und die Stärken, die wir haben, weiterentwickeln und unser Potenzial probieren auszubauen.
Soccerdonna: Am 30. Oktober folgt das DFB-Pokalachtelfinale gegen die SGS Essen. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr am 1. November 2025 hast du gegen den gleichen Verein mit gerade einmal 17 Jahren dein Bundesliga-Debüt für den FC Bayern gegeben. Zwei Wochen vor deinem Debüt wurdest du mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Wie blickt man fast ein Jahr später auf diese beiden Ereignisse zurück? Kommen da immer noch Emotionen in einem hoch?
Luzie Zähringer: Ja, ich denke schon noch gerne daran zurück. Ein Debüt ist immer etwas ganz besonderes, was einem immer in Erinnerung bleiben wird. Die Auszeichnung war für mich ebenfalls sehr besonders. Das erlebt man nicht jeden Tag. Von daher sind es schöne Momente, die man nochmal gerne vor Augen hat. Es ist auch wichtig im Hier und Jetzt zu sein und probiert immer besser zu werden und sich weiterzuentwickeln.
Soccerdonna: Man kann also sagen, deine Karriere war letzten Herbst genau so turbulent wie aktuell. Wie kann man im Profifußball von all dem Erfolg auch mal kurz abschalten, um sich wieder etwas zu erholen?
Luzie Zähringer: Es ist ganz wichtig auch mal abzuschalten. Mir hilft es da vor allem etwas mit meiner Familie und meinen Freunden zu machen. In den Austausch zu gehen und dann komme ich auch immer mal ganz gut vom Fußball weg.
Soccerdonna: Bis zum Sommer 2024 hast du noch in der U-17-Jungenmannschaft beim FSV Waiblingen gespielt. Wie war die Umstellung für dich plötzlich nicht mehr mit Jungs zusammen zu spielen?
Luzie Zähringer: Das ist auf jeden Fall schon nochmal etwas anderes, wenn man es davor gewöhnt war. Mir hat es auch geholfen, weil ich es schon durch die U-Nationalmannschaften kannte, nur mit Mädchen zusammen zu spielen. Mir fiel es dadurch gar nicht so schwer. In Bayern hatte ich sehr schöne zwei Jahre und da lernt man immer wieder Freunde fürs Leben kennen.
Soccerdonna: Wie waren die regelmäßigen Wechsel zwischen dem Ligabetrieb mit der Jungenmannschaft vom FSV Waiblingen und den Länderspielpausen mit den U-Nationalmannschaften der Mädchen?
Luzie Zähringer: Es war immer etwas Schönes. Man hat sich gefreut alle zu sehen, weil es nochmal etwas anderes ist mit Mädchen zusammen zu sein. Auch von der Spielweise her, ist alles auch nochmal anders. Es geht um mehr Taktik und es sind die ersten Länderspiele, die man dort hat, aber es macht total viel Spaß.
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