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12.10.2026 - 12:30 | News | Kaynak: sd | von: Almedina Hadžifejzović
Zećira Mušović: „Kein Traum ist zu groß“

©IMAGO
Von der schwedischen Nachwuchshoffnung zur WM-Heldin: Zećira Mušović hat sich mit harter Arbeit, Ehrgeiz und mentaler Stärke im internationalen Frauenfußball etabliert. Die schwedische Torhüterin spielte für den FC Rosengård und den FC Chelsea, bevor sie 2025 zu Malmö FF zurückkehrte. Bei der Weltmeisterschaft 2023 wurde sie mit ihren herausragenden Paraden im Achtelfinale gegen die USA weltweit bekannt und gewann mit Schweden später die Bronzemedaille.
Im Interview mit Soccerdonna spricht Mušović über ihren Weg an die Spitze, den Umgang mit Druck und Rückschlägen sowie die Bedeutung ihrer bosnischen Wurzeln. Außerdem erklärt sie, warum sie an das Potenzial des Frauenfußballs auf dem Balkan glaubt, welche Rolle Investitionen und Förderung spielen und was sie jungen Fußballerinnen mit auf den Weg geben möchte.
Soccerdonna: Zećira, deine Profikarriere begann beim FC Rosengård und bist dem Verein bis 2020 treu geblieben. 2021 bist du zum FC Chelsea gewechselt. Spätestens 2023 hast du beim entscheidenden Spiel gegen die USA dein Weltklasse-Niveau unter Beweis gestellt. Wie hat deine Leidenschaft für den Fußball begonnen und wie hat es sich angefühlt, zum ersten Mal einen Schuss zu halten, der beinahe im Tor gelandet wäre?
Zećira Mušović: Ich war schon immer sportbegeistert und hatte Spaß daran, alle möglichen Sportarten auszuprobieren. In den Schulpausen habe ich immer Fußball gespielt, genauso wie mit meinen Freunden nach der Schule. Außerdem hatte ich einen Bruder, der ebenfalls Fußball spielte, und habe ihn oft zu seinen Trainingseinheiten und Spielen begleitet. Mir war deshalb früh klar, dass Sport immer ein Teil meines Lebens sein würde – ich wusste nur noch nicht, welche Sportart es letztendlich werden sollte.
Angefangen hat alles bei einem Fußballturnier an meiner Schule. Ein Trainer wurde auf mich aufmerksam und lud mich zum Training seiner Mannschaft ein. Dort hatte ich sofort großen Spaß daran, mich mit anderen zu messen und neue Freundschaften zu schließen. So bin ich zum Fußball gekommen.
Zunächst habe ich als Feldspielerin gespielt, bevor ich mit elf Jahren ins Tor gewechselt bin. An meine erste Parade kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß aber noch genau, wie es dazu kam, dass ich überhaupt Torhüterin wurde: Unsere Stammtorhüterin war krank, also bin ich für sie eingesprungen. Offenbar habe ich ein ganz ordentliches Spiel gemacht, denn danach bin ich im Tor geblieben.
Es war also keineswegs geplant, dass ich Torhüterin werde. Aber ich hatte Spaß daran, einige gute Paraden zu zeigen, gewann dadurch Selbstvertrauen und blieb schließlich dabei.
Soccerdonna: Du hast erzählt, dass deine Familie zunächst skeptisch war, weil Fußball in ihren Augen eher ein Sport für Jungen und Männer war, und darauf wartete, dass du irgendwann damit aufhörst. Wie bist du als junge Spielerin mit diesem Druck und Vorurteilen umgegangen?
Zećira Mušović: Zunächst ist mir wichtig zu betonen, dass meine engste Familie – meine Eltern und meine Geschwister – nie dagegen war, dass ich Fußball spiele. Sie wollten einfach, dass ich glücklich bin. Das stand für uns alle an erster Stelle: dass ich mich wohlfühle und als Mensch glücklich bin.
Die Vorbehalte kamen eher von anderen Verwandten, insbesondere aus meiner Familie in Bosnien und Serbien. Wenn ich in den Balkanurlaub fuhr, hatte ich ständig meine Fußballschuhe dabei. Dann kamen Fragen wie: Warum trägt sie immer Shorts und Fußballtrikots? Hat sie denn kein Kleid? Sie verstanden meine Leidenschaft für den Sport einfach nicht. Ich wusste aber, wie sehr ich Fußball liebte, und habe mir deshalb nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Meistens war es meine Mutter, die sich mit diesen Verwandten auseinandersetzen musste. Sie wusste, wie glücklich mich der Fußball machte und dass ich dadurch sogar bessere Leistungen in der Schule zeigte – und das war ihr besonders wichtig. Als ich älter wurde und schließlich Profifußballerin war, begannen die Leute zu verstehen, dass ich es wirklich ernst meinte. Plötzlich wurde klar, dass ich nicht nur zum Spaß ständig meine Fußballschuhe trug und im Urlaub nichts lieber tat, als Fußball zu spielen.
Damals habe ich gar nicht richtig wahrgenommen, wie sehr solche Vorurteile mich hätten beeinflussen oder sogar davon abhalten können, Fußball zu spielen. Heute, wo ich älter bin und solche Diskussionen gelegentlich immer noch mitbekomme, wird mir das erst bewusst. Ich war einfach sehr ehrgeizig und stur, wenn es um meine Ziele ging. Ich wollte die Beste werden und habe mich davon nicht abbringen lassen. Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber, denn genau deshalb spiele ich heute immer noch Fußball.
Soccerdonna: Du hast in der Jugend für Stattena IF gespielt und bist zunehmend in den Fokus von Scouts gerückt, bevor du 2012 den Schritt in den Seniorenbereich gemacht hast. Wie herausfordernd war es, dich bereits mit 15 Jahren an das Niveau im Profifußball anzupassen, und welche Anforderungen stellt ein Verein auf diesem Niveau?
Zećira Mušović: Der erste große Schritt war der Wechsel von Stattena IF zum FC Rosengård. Bei Stattena war ich der Star: Ich war die einzige Spielerin im Verein, die für die Nachwuchsnationalmannschaft spielte, und galt als das große Talent, über das alle sprachen. Deshalb bin ich mit viel Selbstvertrauen nach Rosengård gekommen. Dort wurde ich allerdings schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Mir wurde klar, dass ich nicht mehr der große Star war, sondern mir meinen Platz erst wieder erarbeiten musste.
Das war eine große Herausforderung. Plötzlich stand ich neben Spielerinnen wie Anja Mittag, Ramona Bachmann und Therese Sjögran, die damals bereits zu den großen Namen im Frauenfußball gehörten. Mein Ziel war es, die Nummer eins im Tor zu werden. Mir war bewusst, dass das schwierig werden würde, weil ich mit Spielerinnen konkurrierte, die bereits viel erreicht hatten. Ich wusste, dass ich Zeit brauchen würde, um mich anzupassen, dazuzulernen und mich weiterzuentwickeln.
Rosengård war ein Verein, bei dem es darum ging, Titel zu gewinnen. Diese Siegermentalität kannte ich bereits von meinem vorherigen Klub. Ich wollte immer gewinnen – das ist schließlich der Grund, warum ich Wettkämpfe bestreite. Allerdings musste ich schnell erkennen, dass ich mich im Vergleich zu meinen Mitspielerinnen spielerisch noch deutlich verbessern musste.
Deshalb arbeitete ich härter und trainierte zusätzlich. Ich blieb nach jeder Einheit länger auf dem Platz, weil ich wusste, dass ich mehr investieren musste als die Spielerinnen, mit denen ich um den Platz im Tor konkurrierte. Es war eine Herausforderung, aber rückblickend war der Wechsel definitiv ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Er hat mich auf das nächste Level gebracht und dazu beigetragen, dass ich zu der Spielerin und Persönlichkeit geworden bin, die ich heute bin.
Soccerdonna: Viele junge Fußballerinnen träumen davon, für Vereine wie Chelsea, Malmö oder Barcelona zu spielen. Dabei ist ihnen oft nicht bewusst, welche Opfer der Weg an die Spitze verlangt. Was hat dein erster Schritt auf den Fußballplatz für dich bedeutet und auf wie viel musstest du in deiner Kindheit verzichten, um sowohl sportlich als auch persönlich erfolgreich zu sein?
Zećira Mušović: Viele sprechen darüber, welche Opfer man bringen muss und worauf man verzichten sollte, um im Sport oder in einem anderen Beruf erfolgreich zu sein. Aber ich habe Fußball schon immer geliebt und tue es bis heute. Es gab für mich nichts, was ich nach der Schule lieber gemacht hätte. Deshalb habe ich die Dinge, auf die ich verzichtet habe, nie als Opfer empfunden. Natürlich sind andere nach der Schule oder am Wochenende auf Partys gegangen und haben lange Nächte verbracht. Für mich war es einfach eine bewusste Entscheidung, mich für den Fußball zu entscheiden. Und ich würde es jederzeit wieder genauso machen.
Das erste große Opfer musste ich bringen, als ich zum FC Chelsea wechselte und dafür von meiner Familie wegziehen musste. Das war eine ganz andere Herausforderung. Gerade im Profifußball sollte man sich bewusst sein, dass nicht immer alles so glamourös ist, wie es von außen aussieht. Große Vereinsnamen und Sponsorenverträge vermitteln oft ein bestimmtes Bild, aber der Weg dorthin ist nicht immer einfach. Für mich war der Umzug zu Chelsea das bisher größte Opfer, das ich für den Fußball bringen musste.
Soccerdonna: Nach deiner Zeit beim FC Rosengård bist du zum FC Chelsea gewechselt. Dort musstest du dich erneut beweisen und dir deinen Platz in der Mannschaft erarbeiten. Zunächst warst du die Ersatzkeeperin, während eine erfahrene Torhüterin den Vorzug erhielt. Wie hast du um den Platz als Nummer eins gekämpft und woran musstest du noch arbeiten, obwohl du dein Talent und deine Fähigkeiten längst unter Beweis gestellt hattest?
Zećira Mušović: Der Wechsel zu Chelsea war im Grunde eine Wiederholung dessen, was ich zuvor bei Rosengård erlebt hatte. Ich kam von einem Verein, bei dem ich zu den wichtigen Spielerinnen gehörte, und musste mir bei Chelsea meinen Platz erst wieder erarbeiten. Genau diesen Weg hatte ich bereits zuvor durchlaufen – vom Jugendteam bei Stattena in die erste Mannschaft und später bei Rosengård.
Deshalb hatte ich das Gefühl, dass sich bestimmte Dinge in meiner Karriere wiederholten. Ich wusste inzwischen, worauf es ankam: Geduld zu haben, hart zu arbeiten und nicht zu erwarten, von Anfang an die Nummer eins zu sein. Ich trainierte zusätzlich, blieb länger auf dem Platz und arbeitete konsequent an den Dingen, in denen ich mich verbessern wollte.
Dabei hatte ich das Glück, von einem sehr guten Trainerteam umgeben zu sein. Besonders mein damaliger Torwarttrainer Stuart Searle bei Chelsea hat mich enorm weitergebracht. Wir haben intensiv daran gearbeitet, jeden Tag besser zu werden. Genau das ist für mich entscheidend: die tägliche Weiterentwicklung. Wenn man sich konsequent auf diesen Prozess konzentriert, kann man seine Ziele erreichen – davon bin ich überzeugt.
Ich wusste, was ich erreichen wollte, und mir war bewusst, dass ich zu Beginn noch nicht dort war, wo ich hinwollte. Trotzdem habe ich weitergearbeitet, weil ich an meine Fähigkeiten geglaubt habe. Der Weg war nicht immer einfach, aber ich würde rückblickend nichts daran ändern wollen.
Soccerdonna: In entscheidenden Spielmomenten hängt der Erfolg natürlich sowohl von den Feldspielerinnen als auch von der Torhüterin ab. Doch gerade auf der Torhüterinnenposition lastet eine besondere Verantwortung, weil das Team darauf vertraut, dass du den Ball hältst. Wie gehst du mit diesem Druck um und welche mentale Stärke sollte eine Fußballerin neben ihren sportlichen Fähigkeiten mitbringen?
Zećira Mušović: Ich bin überzeugt, dass die Torhüterinnenposition mental die anspruchsvollste im Fußball ist. Gerade in der eigenen Defensivzone richten sich alle Blicke auf dich. Du kannst fünf herausragende Paraden zeigen, aber wenn du kurz vor Schluss einen Ball durchlässt, erinnern sich viele vor allem an diese letzte Aktion. Bei einer Stürmerin ist das oft anders: Sie kann zehn Chancen vergeben und trotzdem zur Heldin des Spiels werden, wenn sie eine davon nutzt.
Damit muss man lernen umzugehen und akzeptieren, dass auch solche Momente zum Spiel gehören. Genau das unterscheidet meiner Meinung nach die besten Torhüterinnen von den anderen. Entscheidend ist, wie man mit Herausforderungen und Rückschlägen umgeht, Hindernisse überwindet und auch in stressigen Situationen Ruhe bewahrt. Als Torhüterin musst du deinen Mitspielerinnen Sicherheit geben, sie unterstützen und der verlässliche Rückhalt deiner Mannschaft sein.
Ich glaube, dass meine mentale Stärke zu meinen größten Stärken gehört. Im Laufe meiner Karriere musste ich viele Herausforderungen bewältigen und mich immer wieder zurückkämpfen. Mit jeder schwierigen Situation lernt man dazu und wird besser darin, mit solchen Momenten umzugehen. Deshalb habe ich keine Angst vor Herausforderungen, Druck oder stressigen Situationen. Ich glaube vielmehr, dass man gerade in solchen Momenten seine besten Leistungen zeigen kann.
Soccerdonna: 2023 war ein ganz besonderes Jahr in deiner Karriere. Beim WM-Spiel um Platz drei zwischen Schweden und den USA rechneten viele mit einem Sieg der US-Amerikanerinnen. Doch du wurdest mit deinen herausragenden Paraden zur großen Überraschung und rücktest weltweit in den Fokus. Was hat dich in diesem Spiel dazu angetrieben, über dich hinauszuwachsen? War vielleicht auch ein bisschen bosnischer Inat dabei, obwohl du nicht für Bosnien und Herzegowina spielst?
Zećira Mušović: Nein, ich glaube, es war vor allem das Ergebnis meiner Arbeit in den Monaten und Jahren zuvor. Ich hatte unglaublich hart trainiert, war sehr ehrgeizig und hatte unzählige Stunden investiert. Deshalb haben mich diese Paraden selbst nicht überrascht – solche Situationen hatte ich im Training schließlich jeden Tag.
Die Möglichkeit zu bekommen, all diese Paraden in einem einzigen Spiel zu zeigen, ist allerdings etwas Besonderes. Ob das letztendlich Zufall, Glück oder einfach das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit war, kann ich gar nicht genau sagen. Ich bin vor allem dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Ich hatte so hart darauf hingearbeitet, dieses Niveau zu erreichen, und konnte in diesem Spiel zeigen, was ich schon lange von mir selbst wusste.
Nicht jede Spielerin erlebt einen solchen Moment. Ich glaube, dass es eine Erfahrung ist, die man vielleicht nur einmal im Leben macht – wenn überhaupt. Ich hatte die Chance, mich auf dieser Bühne zu beweisen, und ich denke, ich habe sie genutzt.
Soccerdonna: Wie stolz bist du darauf, für die schwedische Nationalmannschaft zu spielen? Glaubst du, dass du mit der Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina eine ähnlich erfolgreiche Karriere hättest erreichen können?
Zećira Mušović: Ich bin unglaublich stolz darauf, Teil der schwedischen Nationalmannschaft zu sein. Schweden hat meine Familie aufgenommen, als sie vor dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien fliehen musste. Das Land hat meiner Familie Schutz geboten und sie mit offenen Armen empfangen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Das schwedische Trikot zu tragen, bedeutet mir deshalb besonders viel. Es erinnert mich einerseits daran, wie weit ich es in meiner Karriere gebracht habe und dass ich zu den Besten meines Fachs gehöre. Andererseits ist es für mich auch eine Möglichkeit, Schweden etwas zurückzugeben und mich für das zu bedanken, was das Land für meine Familie getan hat. Deshalb bin ich jedes Mal stolz, dieses Trikot anzuziehen.
Ob ich mit Bosnien und Herzegowina dieselben Erfolge hätte feiern können, glaube ich zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht. Die bosnische Nationalmannschaft hat meiner Meinung nach noch nicht das sportliche Niveau erreicht, um beispielsweise bei einer Weltmeisterschaft gegen die USA anzutreten. Bosnien hat sich bislang noch nicht für eine Weltmeisterschaft qualifiziert.
Trotzdem bin ich überzeugt, dass ich auch mit der bosnischen Nationalmannschaft großartige Erinnerungen gesammelt und mit ebenso viel Stolz und Leidenschaft für das Land gespielt hätte. Ich hätte alles dafür getan, den Frauenfußball in Bosnien und Herzegowina weiterzuentwickeln und ihm zu mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung zu verhelfen.
Soccerdonna: Vergleichen wir Schweden und Bosnien und Herzegowina: Während Schweden auf Platz acht der FIFA-Weltrangliste steht, belegt Bosnien und Herzegowina Rang 71. Obwohl Bosnien über viele talentierte Fußballerinnen verfügt, bleiben die sportlichen Erfolge bislang hinter denen Schwedens zurück. Was fehlt deiner Meinung nach? Wird zu wenig in den Frauenfußball und den Sport allgemein investiert, oder mangelt es an Infrastruktur und geeigneten Förderstrukturen für junge Spielerinnen?
Zećira Mušović: Ich habe schon immer gesagt, dass Sportlerinnen aus dem gesamten Balkan großes Potenzial haben – vorausgesetzt, sie bekommen die entsprechenden Möglichkeiten. Die Mentalität, die wir auf dem Balkan mitbringen, zeichnet sich für mich durch großen Ehrgeiz, Siegeswillen und Entschlossenheit aus. Wenn wir uns etwas vornehmen, ziehen wir es konsequent durch. Ich würde sagen, genau das zeichnet Sportlerinnen vom Balkan aus. Und mit „wir“ meine ich ausdrücklich auch mich selbst.
Ich bin überzeugt, dass wir in nahezu jeder Sportart sehr erfolgreich sein könnten, wenn wir die richtigen Voraussetzungen hätten, ausreichend gefördert würden und Zugang zu guten Trainingsbedingungen und einer entsprechenden Infrastruktur bekämen.
Nehmen wir Bosnien und Herzegowina als Beispiel: Wenn der Staat, der Verband und andere Verantwortliche mehr in den Frauenfußball investieren und den Spielerinnen die notwendigen Strukturen und Möglichkeiten bieten würden, könnte die Nationalmannschaft meiner Meinung nach noch viel erfolgreicher sein. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Bosnien und Herzegowina den Sprung unter die 20 besten Nationen schaffen könnte.
Letztlich hängt vieles davon ab, welche Unterstützung die Spielerinnen erhalten, welche Standards im Verband gesetzt werden und welche Voraussetzungen ihnen zur Verfügung stehen. Nach dem, was ich aus Gesprächen mit einigen Spielerinnen der bosnischen Nationalmannschaft mitbekommen habe, glaube ich nicht, dass derzeit ausreichend investiert wird.
Das Potenzial ist jedoch enorm. Die Mannschaft verfügt über sehr gute Einzelspielerinnen, und ich bin überzeugt, dass Bosnien und Herzegowina in der FIFA-Weltrangliste weiter nach oben klettern wird. Ich glaube fest an diese Mannschaft und bin überzeugt, dass sie eine vielversprechende Zukunft vor sich hat.
Soccerdonna: Wie weit ist Malmö FF auf diesem Weg bereits gekommen, und wie nimmst du die Entwicklung des Vereins und des schwedischen Frauenfußballs insgesamt wahr?
Zećira Mušović: Ich finde, Malmö FF hat bereits sehr viel erreicht. Genau deshalb war der Verein für mich überhaupt eine Option. Es wird viel in die Frauenmannschaft investiert: Die Trainingsbedingungen, die Plätze und die gesamte Infrastruktur rund um das Team sind auf einem sehr hohen Niveau.
Ich bin beeindruckt davon, wie viel der Verein in seine Frauenmannschaft investiert, und hoffe, dass wir dieses Vertrauen mit unseren Leistungen zurückzahlen können. Es ist bemerkenswert, wie konsequent Vereine in Schweden die Entwicklung des Frauenfußballs vorantreiben, obwohl sich die Investitionen im Frauenfußball finanziell noch nicht in gleichem Maße auszahlen.
Aber ich bin überzeugt, dass sich das langfristig ändern wird. Es ist wie bei einer Pflanze: Wenn man sie gießt und pflegt, wächst sie und wird mit der Zeit größer und kräftiger. Genauso ist es im Frauenfußball. Wenn wir weiter investieren und die richtigen Voraussetzungen schaffen, wird sich der Sport weiterentwickeln und noch besser werden.
Soccerdonna: Du spielst inzwischen für Malmö FF und hilfst der Mannschaft dabei, die Tabellenspitze zu erreichen und den schwedischen Pokal zu gewinnen. Viele junge Mädchen sehen in dir ein Vorbild. Was möchtest du den jungen Spielerinnen mit auf den Weg geben, die durch dich selbst mit dem Fußball angefangen haben?
Zećira Mušović: Zunächst einmal möchte ich einfach Danke sagen. Es berührt mich sehr, das zu hören. Es ist eine schöne Anerkennung, und ich nehme diese Rolle als Vorbild sehr ernst. Ich möchte die bestmögliche Version meiner selbst sein, denn mir ist bewusst geworden, dass ich für viele junge Mädchen ein Vorbild bin. Deshalb möchte ich mein Bestes geben und an mich selbst glauben. Denn damit möchte ich auch anderen Mädchen zeigen, dass sie an sich und ihre eigenen Fähigkeiten glauben sollten.
Ich bin überzeugt, dass alles mit einem Traum beginnt. Wenn du dir vorstellen kannst, etwas eines Tages zu erreichen, kannst du anfangen, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb möchte ich jungen Spielerinnen sagen: Träumt groß! Kein Traum ist zu groß. Glaubt an euch und verfolgt eure Ziele. Wenn ihr liebt, was ihr tut, und bereit seid, hart dafür zu arbeiten, ist alles möglich. Daran glaube ich wirklich.
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