22.07.2022 - 09:15 Uhr | News | Quelle: dpa
«Riesen-Spiel»: Magull und Popp schießen DFB-Frauen ins EM-Halbfinale

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©FC Bayern München
Österreichs Frauen treffen gegen Deutschland Pfosten und Latte, nicht aber ins Tor. Am Ende einer packenden Partie jubeln die DFB-Frauen um Kapitänin Alexandra Popp über einen glücklichen Viertelfinal-Sieg.

Die deutschen Fußballerinnen hüpften kurz im Kreis und umarmten sich überglücklich. Nach einem leidenschaftlichen Auftritt und einigem Zittern gegen Österreich hat das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg das EM-Halbfinale erreicht. Dank der Tore von Lina Magull (25. Minute) und Alexandra Popp (90.) besiegten die DFB-Frauen am Donnerstagabend den mit vielen Bundesliga-Spielerinnen angetretenen Gegner mit 2:0 (1:0). «Insgesamt war es ein Riesen-Spiel und wir sind glücklich, dass wir heute 2:0 gewonnen haben», sagte Voss-Tecklenburg. Kapitänin Popp urteilte: «Auch wenn es extrem intensiv war, haben wir es uns verdient.»

Vor 16 025 Zuschauern im Community Brentford Stadium musste der Rekord-Europameister in einer Partie mit gleich fünf Pfosten- oder Latten-Treffern alles geben, damit der Traum vom neunten Titel nicht platzt. Gegen Frankreich oder Titelverteidiger Niederlande geht es nun am kommenden Mittwoch in Milton Keynes um den Einzug in Endspiel am 31. Juli im Wembley-Stadion von London. «Das muss man einfach feiern und genießen», kündigte Magull nach dem Spiel an.

Die DFB-Auswahl war nach dem Tod von Fußball-Legende Uwe Seeler mit Trauerflor aufgelaufen. Vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute. «Die Nachricht hat uns betroffen gemacht. Ich weiß, dass er heute Abend unser Spiel schauen wollte, deswegen sind wir tief berührt und werden auch ein Stück weit für Uwe Seeler spielen», sagte Voss-Tecklenburg der ARD. Nach dem Spiel sagte die Bundestrainerin über die Schweigeminute, während der sie die Augen geschlossen hatte: «Das nimmt einen sehr mit. Uwe Seeler war ein fantastischer Mensch.»

Nach den Viertelfinal-Aus bei der EM 2017 und bei der WM 2019 gelang dem Olympiasieger von 2016 dieses Mal der Sprung unter die vier Besten. «Wir sind unendlich froh und stolz, endlich mal wieder ein Halbfinale erreicht zu haben», sagte Magull. Voss-Tecklenburg hatte die nach einer einwöchigen Corona-Zwangspause zurückgekehrte Lea Schüller erstmal auf die Bank gesetzt und Kapitänin Popp in die Startelf gestellt, die es mit ihrem vierten Turniertor dankte.

Die Austria-Auswahl von Trainerin Irene Fuhrmann, vor fünf Jahren beim Turnier in den Niederlanden Halbfinalist, war mit gleich acht aktuellen Spielerinnen aus der deutschen Bundesliga und drei ehemaligen aufgelaufen.

Die deutsche Defensive - wieder mir den beiden zuletzt gelbgesperrten Wolfsburgerinnen Lena Oberdorf und Felicitas Rauch - war gleich gut beschäftigt: Julia Hickelsberger-Füller tauchte plötzlich alleine vor Merle Frohms auf - schoss den Ball aber genau in deren Arme (9.). Nachdem im Gegenzug Popp eine gute Chance liegen ließ, klatschte dann ein Kopfball von Marina Georgieva an den Pfosten neben Frohms.

Es wurde das von Voss-Tecklenburg prophezeite «wahnsinnig intensive» Spiel. Dabei hatten die DFB-Frauen mächtig Mühe, sich zu finden. Praktisch aus dem Nichts glänzten sie dann aber mit einem herrlichen Tor: Klara Bühl luchste der langjährigen Bayern-Kollegin Carina Wenninger den Ball ab, den Querpass ließ Popp durch und Magull traf ganz cool aus elf Metern ins Eck. Die Münchnerin hatte bereits beim EM-Auftakt gegen Dänemark das so wichtige 1:0 erzielt.

Vor den Augen ihrer Fans, darunter Innenministerin Nancy Faeser (SPD), zeigten sich die Deutschen nach Wiederanpfiff gleich brandgefährlich: Nach nur 20 Sekunden traf Giulia Gwinn den Außenpfosten des Austria-Gehäuses von Manuela Zinsberger. Die Österreicherinnen aber kamen mit Macht: Ein Heber aus 30 Metern von Barbara Dunst landete an der Latte, ein Schuss von Sarah Puntigam am Pfosten - Glück für die DFB-Frauen, die bei einem Lattentreffer von Bühl aber selbst auch Pech hatten (78.). Bühl war es auch, die wenige Minuten vor Schluss erneut das mögliche 2:0 verpasste (82.), ehe Popp nach einem Fehler von Zinsberger alles klar machte (90.).

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