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02.07.2026 - 13:00 Uhr | News | Quelle: sd | von: Michael Paral
Anna Osl - „Das Erste, was ich gefragt habe, war, ob ich hierbleiben und das Team anfeuern darf.“

©SPG SCR Altach / FFC Vorderland
„Beim Tor bin ich aufgesprungen. Ob das für mein Knie die beste Idee war, weiß ich nicht“, sagt die 17-Jährige lachend.
Die bittere Diagnose
Die Verteidigerin aus Vorarlberg musste im Auftaktspiel gegen Island nach etwas mehr als einer halben Stunde verletzt ausgewechselt werden. Kurz darauf folgte die bittere Diagnose: Kreuzbandriss.
Für viele junge Sportlerinnen wäre eine solche Nachricht ein Schock, der sie zunächst aus der Bahn wirft. Manche würden die Heimreise antreten und sich vollständig auf ihre Reha konzentrieren. Für Anna Osl kam das jedoch nie in Frage.
„Ich bleibe das gesamte Turnier hier“, erzählt sie entschlossen. „Das Erste, was ich den Teammanager gefragt habe, war, ob ich beim Team bleiben und die Mädels anfeuern darf.“
Alle gemeinsam für Anna!
„Wir spielen dieses Turnier für Anna!“, sagte Kapitänin Valentina Illinger nach dem 3:1-Erfolg gegen die Schweiz.
Osl zählt zu den wichtigsten Spielerinnen dieser österreichischen Mannschaft. Ihr Ausfall schmerzt nicht nur wegen ihrer sportlichen Qualitäten, sondern auch wegen ihrer Rolle innerhalb des Teams.
Gerade deshalb entschied sich die 17-Jährige bewusst gegen eine vorzeitige Abreise. Statt sich nach der wohl schwersten Diagnose ihrer bisherigen Karriere zurückzuziehen, wollte sie für ihre Mitspielerinnen da sein. „Diese Verletzung haben schon so viele überstanden, also werde ich das auch packen!“, erzählt Osl zuversichtlich.
Historisches Halbfinale
Die zusätzliche Motivation scheint dem Team gutzutun. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel fixierte Österreich bereits vorzeitig den Einzug ins Halbfinale und schrieb damit Geschichte: Noch nie zuvor hatte sich ein österreichisches U19-Frauennationalteam für die Runde der letzten vier einer Europameisterschaft qualifiziert.
Nach dem überzeugenden 3:0-Auftaktsieg gegen Island und dem 3:1 gegen die Schweiz kann die Mannschaft von Teamchef Markus Hackl dem abschließenden Gruppenspiel gegen Topfavorit Spanien ohne Druck entgegensehen.
Die Stimmung bei den mitgereisten Familien und Fans könnte kaum besser sein. Die lauteste Unterstützerin auf den Tribünen wird aber weiterhin Anna Osl bleiben. Ihr Turnier auf dem Platz mag zwar beendet sein – ihre Rolle innerhalb dieser Mannschaft ist es aber noch lange nicht.
Wir wünschen Anna eine gute und schnelle Genesung. Du packst das!
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