02.04.2016 - 13:31 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Außenseiter wollen ihre Chance nutzen

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©SC Sand
An diesem Wochenende stehen die DFB-Pokal-Halbfinalspiele auf dem Programm. Der SC Sand, Überraschungsteam dieser Saison, erwartet den aktuellen und wohl auch künftigen Deutschen Meister Bayern München. Der Anstoß im Kühnmattstadion erfolgt um 12 Uhr. Die Begegnung wird live im BR sowie im SWR übertragen. Beim Gastgeber ist eine Euphorie abgebrochen: Die Partie ist mit 2000 Zuschauern ausverkauft – Besucherrekord für den SC Sand! Geschäftsstellenleiterin Claudia von Lanken betont, dass am Sonntag keine Karten mehr verkauft werden: «Die Tageskasse bleibt geschlossen. Wir werden nur Besitzer von gültigen Eintrittskarten ins Stadion lassen.»

Sands Trainer Alexander Fischinger (Foto) will nach der etwas unglücklichen Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Sonntag nun im «Spiel des Jahres» den Favoriten aus München ins Straucheln bringen: «Die Generalprobe gegen den VfL hat mir gezeigt, dass meine Mannschaft bereit ist. Wenn wir die Fehler abstellen können und genauso engagiert spielen, dann ist alles möglich.» Natürlich sei in dieser Woche auch Nervosität zu spüren gewesen, aber gleichzeitig auch die Lust auf das Spiel gegen München. Fischinger hofft, dass die Zuschauer die Mannschaft auch in einer schwächeren Phase unterstützt und nach vorne pusht: «Das merken die Spielerinnen, und positive Signale von außen können viel bewirken.»

Sechs Spielerinnen aus dem aktuellen Münchner Kader standen beim letzten Pokalsieg des FCB 2012 auf dem Rasen. Auch Trainer Thomas Wörle war schon als Coach dabei. Nun gibt es am Sonntag wieder die Gelegenheit, ins Finale einzuziehen – und das ist auch das Ziel. Nora Holstad, die 2012 noch nicht beim FC Bayern spielte, sagt über das Endspiel am 21.Mai in Köln: «Ich will das unbedingt erleben.» Beim Tabellenvierten, der von den letzten sieben Spielen nur eines verlor, erwartet sie einen heißen Tanz. «Das wird eine ganz schwere Aufgabe. Wir würden einen großen Fehler machen, wenn wir Sand unterschätzen. Nicht ohne Grund stehen sie ja schon fast die gesamte Saison über im oberen Drittel der Tabelle. Da ist auf jeden Fall Qualität vorhanden», so Holstad weiter. Während Sand keine größeren Personalsorgen hat, muss der FC Bayern weiterhin auf Lena Lotzen, Sarah Romert, Katharina Baunach, Laura Feiersinger und Vanessa Bürki verzichten.

Im zweiten Halbfinale gastiert der SC Freiburg beim Titelverteidiger VfL Wolfsburg. Die Partie im AOK-Stadion beginnt am Sonntag um 14 Uhr und wird live im NDR übertragen. Bereits zum vierten Mal in Folge steht der Sport-Club im Halbfinale des DFB-Pokals, zum dritten Mal trifft er dabei auf den VfL Wolfsburg. Alle drei Male waren die Wölfinnen Endstation für die Breisgauerinnen. Das soll diesmal natürlich anders sein, obwohl auch diesmal die Favoritenrolle klar bei den Gastgeberinnen liegt. Drei Niederlagen in Folge klassierten die Freiburgerinnen zuletzt, «die hinterlassen natürlich ihre Spuren», sagte SC-Coach Jens Scheuer. Für das Spiel in Wolfsburg hat er allerdings ein gutes Gefühl. «Ich sehe, dass die Mannschaft dabei ist, aus ihrem kleinen Tief herauszuklettern, sich wieder Selbstvertrauen zu erarbeiten», so Scheuer, der sein Team als Außenseiter sieht, der «ohne jeglichen Druck» aufspielen könne. Es müsse gelingen, den Wolfsburgern einen großen Kampf, einen richtigen Pokal-Fight zu liefern, dann sei alles möglich. Mit Giulia Gwinn und Janina Minge sind die beiden U17-Nationalspielerinnen wieder an Bord, die zuletzt beim 0:3 gegen den FC Bayern aufgrund ihrer späten Rückkehr vom DFB-Team noch nicht einsatzbereit waren. Beide sieht Scheuer sogar als ernsthafte Option für die Startelf. Weiter will sich der 37-Jährige aber nicht in die Karten blicken lassen.

Der amtierende Pokalsieger aus Wolfsburg möchte natürlich wieder ins Finale einziehen. «Unser Ziel ist es, den Titel zu verteidigen», machte VfL-Trainer Ralf Kellermann deutlich. «Wir haben eine Menge Selbstvertrauen und sind sicherlich Favorit. Wir schauen nicht zu sehr auf den Gegner, sondern auf uns. Bei der Art und Weise, wie wir in diesem Jahr bisher aufgetreten sind, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir weiterkommen.» Personell muss Kellermann weiterhin auf Noelle Maritz, Vanessa Bernauer, Nadine Keßler und Stephanie Bunte verzichten. Zudem steht hinter dem Einsatz von Alexandra Popp noch ein kleines Fragezeichen.

(cmu)

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