Ballon d’Or Verleihung wieder ohne Rücksicht auf Fußballerinnen terminiert


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Ballon d’Or Verleihung wieder ohne Rücksicht auf Fußballerinnen terminiert |  Startbeitrag 11.09.2026 - 12:23
anika_kh
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In der Vergangenheit war die Ballon d’Or Verleihung bereits häufig ungünstig bis unmöglich für die nominierten Spielerinnen terminiert. Auch in diesem Jahr wiederholt sich dies.

Nur einmal in den vergangenen fünf Jahren lag die Verleihung in einer Woche, die für die Spielerinnen problemlos war – im vergangenen Jahr. Die Verleihung 2025 war am 22. September, also bevor die Champions League startete und auch außerhalb von Lehrgängen mit den entsprechenden Nationalmannschaften. Das war leider in den vorherigen Jahren nicht der Fall.

Häufig Terminierung während Länderspielwochen

2021 war die Verleihung am 29. November und somit während einer Länderspielphase. Die europäischen Nationalmannschaften kämpften in dieser Zeit um die Qualifikation zur Europameisterschaft. So spielten die damalige Gewinnerin Alexia und die zweitplatzierte Jenni Hermoso nur einen Tag nach der Verleihung gegen Schottland.

Das Spiel fand in Sevilla statt, die Verleihung in Paris. Beide Spielerinnen waren abends in Paris anwesend und standen nicht einmal 24 Stunden später in der Startelf für Spanien. Dabei schossen sie sogar jeweils ein Tor. Trotz dieser Leistungen ist die Anstrengung für den Körper, in so kurzer Zeit hin- und herzureisen, nicht zu unterschätzen.

Die drittplatzierte Sam Kerr war für die Spiele mit der Nationalmannschaft zum Zeitpunkt der Verleihung in Australien und konnte dementsprechend leider nicht teilnehmen.

Ähnliche Situationen gab es auch bei den Verleihungen 2023 und 2024.

Beide Verleihungen waren jeweils Ende Oktober und fielen so abermals in die Länderspielwochen für die nominierten Spielerinnen. 2023 waren Aitana und die drittplatzierte Salma Paralluelo bei der Verleihung und standen wie schon Alexia und Jenni 2021 nur einen Tag später in der Startelf in der Nations League. Wie schon 2021 konnte Sam Kerr, die in diesem Jahr zweite wurde, nicht teilnehmen, weil sie in Australien um die Qualifikation für die Olympischen Spiele kämpfte.

2024 waren Gewinnerin Aitana und die abermals drittplatzierte Paralluelo anwesend, standen allerdings am nächsten Tag nicht für Spanien auf dem Platz. Alexia, die ebenfalls an der Zeremonie teilnahm, hingegen schon. Auch Caroline Graham Hansen, die 2024 den zweiten Platz belegte, war bei der Verleihung in Paris anwesend und saß am nächsten Tag bei einem Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft für Norwegen auf der Bank.

Verleihung in UWCL-Woche

2022 fiel die Verleihung des Ballon d’Or in eine Woche, in der für die Spielerinnen Champions League Spiele anstanden, so wie es auch in diesem Jahr sein wird.

Die Terminierung ermöglicht es mehr Spielerinnen an der Verleihung teilzunehmen, dies war 2022 deutlich sichtbar. Die Champions League Spiele waren erst zwei oder drei Tage nach der Zeremonie, sodass die Anreise machbar ist und weniger Strapazen für den Körper mit sich bringt.

Auch die diesjährige Verleihung wird zwei bis drei Tage vor dem dritten Spieltag der Champions League sein. Die nominierten Spielerinnen von Bayern und Lyon spielen bereits zwei Tage später, aber haben immerhin jeweils ein Heimspiel. Da die Ballon d’Or Verleihung 2026 erstmals in London stattfinden wird, haben die Spielerinnen von Arsenal und Chelsea, die auch zwei Tage später jeweils Heimspiele haben, eine denkbar kurze Anreise.

Die nominierten Spielerinnen von Barcelona hingegen spielen drei Tage nach der Zeremonie in Dänemark, gegen HB Køge. Sie müssen also in dieser Woche am meisten reisen.

Wieso muss die Verleihung in diesem Jahr wieder mit der Champions League kollidieren, war dieses Problem doch im vergangenen Jahr endlich behoben worden? Sicherlich ist eine Terminierung während einer Champions League Woche nicht ganz so problematisch wie während einer Länderspielphase, dennoch mangelt es an Rücksicht und Respekt den nominierten Spielerinnen gegenüber.

Ein Blick in den Kalender des Männerfußballs zeigt, dass die Terminierungen von UEFA und FIFA es fast unmöglich gemacht haben, einen Montag zu finden, an dem die Verleihung ohne Kollision hätte stattfinden können. In Frage gekommen wäre nur der 21. Dezember.

Wie kann France Football, die Zeitschrift, die den Ballon d’Or verleiht, also in Zukunft mit der Terminierung umgehen? Bleibt es bei der Respektlosigkeit den Spielerinnen gegenüber oder kann eine Lösung gefunden werden, die die Belange von Spielerinnen und Spielern gleichermaßen beachtet?

Insgesamt besteht beim Ballon d’Or, der überhaupt erst seit 2018 Spielerinnen berücksichtigt – und man erinnere sich nur an die Respektlosigkeit, mit der Gewinnerin Ada Hegerberg begegnet wurde – weiterhin erheblicher Verbesserungsbedarf beim Umgang mit den besten Fußballerinnen der Welt, die ja immerhin auch geehrt werden sollen.
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