16.09.2022 - 12:22 Uhr | News | Quelle: dpa | von: Felix Schröder
Bundesliga-Start gegen Essen: Die Wölfinnen und die EM-Nachwirkungen

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©VfL Wolfsburg
Nach erfolgreicher EM beginnt für die deutschen Nationalspielerinnen beim VfL Wolfsburg der Liga-Alltag wieder. Trainer Stroot lobt die Turniererfahrungen der Wölfinnen - und will die Belastung genau im Auge behalten. Und bei Alexandra Popp hat er die Qual der Wahl.

Tommy Stroot hat seine Mädels in gewisser Hinsicht vermisst. Trotz der Besuche bei der Fußball-EM im Sommer durch den Wolfsburger Trainerstab in England sollen die Nationalspielerinnen um Alexandra Popp und Lena Oberdorf jetzt aber möglichst schnell wieder in den Vereinsrhythmus kommen.

Die Vize-Europameisterinnen im VfL-Kader stehen nach dem Double-Gewinn aus Meisterschaft und Pokalsieg in der Vorsaison vor einem intensiven Jahr. In diesem soll auch die eigene Geschichte in der Champions-League nach dem Aus im diesjährigen Halbfinale um ein weiteres Kapitel ergänzt werden.

Daher möchte Stroot einen Haken hinter den Sommer setzen. «Für einen Club-Trainer wie mich ist es so, dass man die EM schnell wieder aus den Köpfen heraus haben will, weil jetzt wieder der VfL Wolfsburg mit den Zielen und Ambitionen weit oben stehen muss», sagte der Trainer der Deutschen Presse-Agentur.

Zehn Wolfsburgerinnen standen im EM-Kader. Neben dem Turnier selbst funkte auch eine erneute Länderspielpause der Saisonvorbereitung im Club dazwischen. Für einige Wölfinnen ist es ohnehin ein besonderes Jahr, denn nach der EM in diesem Sommer steht bereits 2023 die WM in Australien und Neuseeland an.

Daher steht vor dem ersten Saisonspiel am Samstag gegen die SGS Essen (13.00 Uhr/MagentaSport) die Belastungssteuerung im Fokus. Auch aus diesem Grund stand der Trainerstab bei der Rückkehr der VfL-Nationalspielerinnen im engen Kontakt zu DFB-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Stroot lobte das Turnier, bei dem die Deutschen erst im Finale an England scheiterten, als wichtiges Erlebnis für die Spielerinnen. Er weiß aber auch um die unterschiedlichen Rhythmen im Verein und in der Nationalmannschaft. «Das ist die große Aufgabe nach der EM, wieder in unsere Prozesse und Abläufe hereinzukommen.»

Für Stroot überwiegen bei allen Strapazen für die Spielerinnen die positiven Aspekte des Turniers, da jede dazu gewonnene Erfahrung wie große Spiele bei der Nationalmannschaft dafür sorgen, «dass die Spielerinnen besser werden». Das Turnier der Deutschen, das in der Startelf größtenteils mit einem deutlichen Übergewicht an Wölfinnen stattfand, sorgte eben auch für einen Hype um den Frauenfußball hierzulande. «Und vielleicht ist das mehr wert als ein Titel», sagte VfL-Kapitänin und Nationalspielerin Alexandra Popp dem NDR.

Zum Start begrüßte Stroot Zugänge wie Torhüterin Merle Frohms (Frankfurt), Marina Hegering, Kristin Demann (beide Bayern München) und Nachwuchsjuwel Jule Brand (Hoffenheim). Der VfL rüstet sich mit den Neuen auch für einen erneuten Zweikampf mit den Bayern an der Spitze. «Ich glaube und befürchte schon, dass das weiterhin ganz oben um Wolfsburg und Bayern gehen wird», sagte Popp dem NDR - aber auch Eintracht Frankfurt und Hoffenheim dürfe man nicht außer Acht lassen.

Die 31 Jahre alte Popp feierte nach ihrer Corona-Infektion ein großartiges Comeback bei der EM, wurde als Angreiferin eingesetzt und verpasste die mögliche Auszeichnung als Torschützenkönigin mit sechs Treffern nur knapp. Coach Stroot gewann dadurch eine Erkenntnis: Die neue alte Angreiferin ist zurück. Popp hatte in der vergangenen Saison nach monatelanger Auszeit wegen einer Knieoperation vor allem im defensiven Mittelfeld oder auf der linken Seite gespielt, weil sie dort am besten Spielzeit sammeln konnte, wie Stroot sagte.

Bei der Generalprobe im Pokalspiel beim FSV Gütersloh (8:2) erzielte Popp als Mittelstürmerin vier Treffer und bereitete zwei vor. Stroot will sich aber bei der Position der Spielführerin nicht festlegen. «Gedankenspiele, sie offensiver einzusetzen, waren da, sind immer da, von daher schließen wir da nichts aus. Eine Option ist es immer.»

Mit Essen wartet ein vermeintlich einfacher Gegner auf die Wölfinnen. In der vergangenen Saison fügte der VfL dem Ruhrgebiet-Team in beiden Ligaspielen 1:5-Niederlagen zu. Im Hinspiel fehlte Popp, im Rückspiel stand sie im defensiven Mittelfeld. Und am Wochenende greift sie dann vielleicht wieder ganz vorne an.

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