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19.07.2026 - 12:30 Uhr | News | Quelle: sd
Como 1907 plant im Frauenfußball über den Aufstieg hinaus

©IMAGO
Begonnen hatte das Projekt im April 2020 mit Mannschaften in der U15 und U17. Später nahm eine erste Mannschaft den Spielbetrieb in der regionalen Promozione auf und gewann in der Saison 2023/24 die Meisterschaft. Nach dem zweiten Platz in der Eccellenza beschleunigte Como seinen Weg durch die Übernahme des sportlichen Startrechts von Chievo Women und trat 2025/26 direkt in der Serie B an.
Unter Trainerin Selena Mazzantini sicherte sich die Mannschaft bereits drei Spieltage vor Saisonende den Titel. Como stellte sowohl den besten Angriff als auch die beste Defensive der Liga. Erfahrene Spielerinnen wie Veró Boquete und die im Winter verpflichtete Valentina Giacinti gaben einem Team Stabilität, für das zunächst vor allem der Verbleib in der zweiten Liga als Ziel galt.
Eine zentrale Rolle beim Aufbau nimmt Heather O’Reilly ein. Die 41 Jahre alte frühere US-Nationalspielerin kam zunächst als Beraterin nach Como und ist inzwischen als Head of Women’s Football für den Bereich verantwortlich. Ihr Auftrag reicht über die Zusammenstellung eines konkurrenzfähigen Kaders hinaus. Aus einer teilweise semiprofessionellen Struktur soll ein Umfeld entstehen, das bei Trainingsbedingungen, Betreuung und sportlichem Anspruch den Anforderungen des Profifußballs entspricht.
Langfristig möchte O’Reilly Como als Referenzklub im italienischen Frauenfußball und als attraktive Entwicklungsstation für Spielerinnen etablieren. Die frühere Weltmeisterin und dreimalige Olympiasiegerin verbindet sportliche Ambitionen mit dem Ziel, Spielerinnen individuell zu fördern und eine tragfähige Klubkultur aufzubauen.
Für die langfristige sportliche Ausrichtung wurde vor der ersten Serie-A-Saison Nils Nielsen als Technischer Direktor verpflichtet. Der 54-Jährige trainierte zuvor die Nationalmannschaften Dänemarks, der Schweiz und Japans und war bei Manchester City für den Frauenbereich tätig. In Como verantwortet er die sportliche Strategie, Leistungsentwicklung und Kaderplanung sowie die Verbindung zwischen erster Mannschaft und Akademie.
Der Anspruch zeigt sich auch auf dem Transfermarkt. Mit der 34-jährigen norwegischen Ex-Nationalspielerin Emilie Haavi und der 25 Jahre alten Sofie Svava kamen zwei Spielerinnen, die zahlreiche Titel und Erfahrung in der UEFA Women’s Champions League mitbringen. Die frühere Atlético-Kapitänin Carmen Menayo, Italiens Nationalspielerin Agnese Bonfantini und die Schweizer Mittelfeldspielerin Riola Xhemaili ergänzen den Kader.
Dabei setzt Como nicht ausschließlich auf routinierte Namen. Haavi und Menayo können unmittelbar Führungsverantwortung übernehmen, während Spielerinnen wie die 23-jährige Xhemaili noch Entwicklungspotenzial besitzen. Nielsen kennt die Schweizerin bereits aus seiner Zeit bei der Schweizer Nationalmannschaft, was zugleich zeigt, wie das internationale Netzwerk der sportlichen Leitung in die Kaderplanung einfließt.
Der Umbau dürfte Mitte Juli noch nicht abgeschlossen sein. Como gibt seine Neuzugänge bislang in enger Folge bekannt und arbeitet Medienberichten zufolge an weiteren Verstärkungen. Die derzeit konkreteste Spur führt zu Elena Linari. Die 32 Jahre alte italienische Nationalspielerin könnte die London City Lionesses nach nur einer Saison wieder verlassen und nach Italien zurückkehren. Zwischen der Innenverteidigerin und Como sollen bereits Gespräche laufen, eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.
Parallel investiert der Klub in den eigenen Nachwuchs. Die U19 gewann in der vergangenen Saison alle 16 Spiele in der Primavera 2 und stieg in die Primavera 1 auf. Damit treten künftig sowohl die erste Mannschaft als auch die höchste Nachwuchsmannschaft in der jeweils obersten nationalen Spielklasse an. Nielsen soll die Ausbildungswege so strukturieren, dass Talente perspektivisch den Sprung in den Profikader schaffen können.
Zum Projekt gehört zudem eine stärkere Einbindung der Mannschaft in den Gesamtklub. Einzelne Heimspiele wurden bereits im Stadio Giuseppe Sinigaglia ausgetragen, das ansonsten von der Männermannschaft genutzt wird. Como möchte diese Auftritte künftig ausweiten und das Team stärker mit der Stadt, den Anhängern und den kommerziellen Bereichen des Vereins verbinden.
Nicht zu verwechseln ist die Mannschaft mit dem FC Como Women. Der von Mercury13 geführte und nicht an einen Männerverein angebundene Klub spielt seit 2022 in der Serie A. Durch den Aufstieg von Como 1907 treten in der Saison 2026/27 erstmals zwei Teams aus Como in der höchsten italienischen Spielklasse an.
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