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Ece Türkoğlu: Ein Traum, der auf dem Bolzplatz begann – Verantwortung, die auf dem Platz getragen wird
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| Ece Türkoğlu: Ein Traum, der auf dem Bolzplatz begann – Verantwortung, die auf dem Platz getragen wird | Startbeitrag 10.02.2026 - 17:18 |
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emiliebitsch
Beiträge: 0 IP: logged |
https://www.soccerdonna.de/de/ece-tuerkoglu/profil/spieler_30283.html#“>Ece Türkoğlu ist mehr als nur Spielführerin von Fenerbahçe. Die 26-Jährige gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten des türkischen Frauenfußballs – auf dem Platz und darüber hinaus. Mit Erfahrung aus dem College-Fußball in den USA und über 100 Einsätzen für die Nationalmannschaft kennt sie sowohl professionelle Strukturen als auch die Defizite des Systems aus eigener Anschauung. Soccerdonna: Ece, wie geht es dir aktuell – persönlich und sportlich? Ece Türkoğlu: Mir geht es aktuell sehr gut. Ich bin froh und stolz, Teil dieses Teams zu sein und bei einem so großen Klub wie Fenerbahçe spielen zu dürfen. Wir haben klare Ziele – ich bin hier, um um die Meisterschaft zu spielen. Als Spielführerin fühle ich mich sehr wertgeschätzt, das bedeutet mir viel. Auch privat geht es mir gut: Ich liebe Istanbul und genieße es sehr, hier zu leben. Sportlich wie gesundheitlich fühle ich mich in einer sehr guten Verfassung. Soccerdonna: Wenn du dich als Spielerin in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das? Ece Türkoğlu: Clever, dynamisch und entspannt. Soccerdonna: Warum genau diese drei Worte? Ece Türkoğlu: Das hängt mit meiner Position zusammen. Ich spiele im Mittelfeld und trage als Spielführerin Verantwortung für das Team. In dieser Rolle ist es wichtig, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen, das Spiel in Stresssituationen auch mal zu beruhigen und meine Mitspielerinnen mitzunehmen. Dafür brauche ich genau diese Eigenschaften und deshalb passen sie gut zu mir. Soccerdonna: Wie bist du überhaupt zum Fußball gekommen und wie hat dein Umfeld darauf reagiert? Ece Türkoğlu: Ich bin in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen, dort gab es nicht viele Möglichkeiten. In den Pausen haben die Jungs immer Fußball gespielt und ich habe einfach mitgekickt. Irgendwann hat mein Sportlehrer zu mir gesagt, dass ich gut bin. Ab da habe ich nie wieder aufgehört. In meinem Bezirk gab es später einen Verein, der damals in der ersten Liga gespielt hat und auch eine Jugend hatte. Ich bin relativ schnell hochgezogen worden. Vieles habe ich mir auf der Straße angeeignet – ich war wirklich eine klassische Straßenkickerin. Meine Familie, vor allem mein Vater, hat mich immer unterstützt. Er hat keines meiner Spiele verpasst. Klar gab es auch Stimmen im Umfeld, die gesagt haben: „Echt? Als Mädchen? In einem männerdominierten Sport?“ Aber meine Mutter meinte immer: Solange die Schule passt, kannst du deinen Weg gehen. Diese Unterstützung war extrem wichtig für mich. Soccerdonna: Wie viel Straßenfußball steckt heute noch in dir? Ece Türkoğlu: Zu 100 Prozent. So bin ich aufgewachsen und das werde ich auch nie verlieren. Ich bin mir sicher: Selbst nach meiner Karriere, wenn ich irgendwo Jungs auf der Straße kicken sehe, werde ich hingehen und mitspielen. Das gehört einfach zu mir. Soccerdonna: Schauen wir uns deine Laufbahn mal an. Du bist als junge Spielerin viel herumgekommen, unter anderem auch in die USA. Wie war diese Zeit für dich? Ece Türkoğlu: Ich bin über ein Stipendium in die USA gekommen und war insgesamt viereinhalb Jahre dort. Fußball ist dort ganz anders organisiert, allein Kleinigkeiten wie die Zeitmessung zeigen das. Vor allem aber habe ich dort sehr viele tolle Trainer:innen und Menschen kennengelernt, die mich unterstützt haben. Ich hatte das Glück so ein Stipendium zu bekommen, denn ein großer Vorteil in den USA ist das College-System: In der Türkei musst du dich oft zwischen Schule und Fußball entscheiden. In den USA konntest du beides miteinander verbinden – morgens Training, abends Uni oder andersherum. Für mich war das ein riesiger Gewinn, weil ich studieren und gleichzeitig auf einem hohen Niveau Fußball spielen konnte. Auch die Professionalität hat mich beeindruckt: Es wird sehr viel Wert auf einzelne Spielerinnen gelegt, auf Taktik, Technik und Entwicklung. Diese Zeit war für mich ein absoluter Glücksgriff. Soccerdonna: Gab es Momente, in denen es für dich besonders schwer war? Ece Türkoğlu: Natürlich habe ich mein Land und meine Familie vermisst. Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass ich diesen Weg schaffen kann. Mein Ziel war mir immer klar. Eine sehr schwere Phase war der Tod meines Vaters. Das hat mich natürlich tief getroffen. Trotzdem war für mich immer klar, dass ich auch in einem fremden Land bestehen kann. Ich habe von Anfang an durchgezogen. Soccerdonna: Hat dir die Nationalmannschaft dabei geholfen, die Balance zu halten? Ece Türkoğlu: Ja, definitiv. Ich war regelmäßig wegen der Nationalmannschaft in der Türkei – 15 Tage in der Heimat, dann wieder zwei Monate in den USA. Am Anfang war das organisatorisch schwierig, auch für die Trainer, aber nach etwa einem Jahr hat sich alles eingespielt. Wenn ich in der Türkei war, konnte ich meine Familie sehen, türkisches Essen genießen, meine Kultur leben. Und wenn ich zurück in die USA geflogen bin, war es auch wieder okay. Soccerdonna: Wie hast du dich im Laufe der Jahre als Spielerin verändert – spielerisch und mental? Ece Türkoğlu: Ich bin deutlich reifer geworden. Heute treffe ich die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit. Als Mittelfeldspielerin und Spielführerin übernehme ich Verantwortung. Nicht, indem ich es sage, sondern indem ich es auf dem Platz zeige. Ich habe gelernt, konstant zu sein und weniger Schwankungen zu haben. Disziplin und der Blick für meine Mitspielerinnen waren mir immer wichtig, aber heute gehe ich noch bewusster damit um: Wenn es jemandem nicht gut geht, versuche ich, sie mitzunehmen und zu unterstützen. Menschlich habe ich vor allem gelernt, besser mit Rückschlägen umzugehen. Früher habe ich Dinge auf dem Platz oft sehr persönlich genommen, gerade in emotionalen Situationen. Heute kann ich das besser einordnen. Ich habe auch gelernt, mich nicht über andere zu stellen – egal ob ich Kapitänin bin oder viele Spiele gemacht habe. Ich begegne allen auf Augenhöhe. Ich weiß, was ich kann, aber ich habe kein Ego. Das war eine wichtige Entwicklung für mich. Soccerdonna: Du spielst mittlerweile für den Topklub Fenerbahçe. Wie kam es zu diesem Wechsel? Ece Türkoğlu: Ich war damals in den USA und stand im Draft-System, was für eine Spielerin etwas sehr Besonderes ist. Parallel dazu haben sich der damalige Vorstand Kemal Danabaş und der jetzige Trainer Gökhan Bozkaya von Fenerbahçe sehr um mich bemüht. Am Anfang war ich ehrlich gesagt ein wenig skeptisch. Ich habe dann viel mit Freundinnen gesprochen, die mit mir in der Nationalmannschaft spielen und bereits zu Fenerbahçe gewechselt waren. Sie haben mir erzählt, wie professionell der Verein mittlerweile im Frauenfußball aufgestellt ist – sportlich, strukturell und auch finanziell. Man merkt, dass hier langfristig etwas aufgebaut wird. Ich bin dann kurz vor Abschluss meines Studiums in die Türkei gereist, habe mich mit den Verantwortlichen getroffen und bin anschließend zurück in die USA gegangen, um mein Studium zu beenden. Diese Entscheidung war nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Nach vielen Jahren im Ausland wollte ich meine Heimat wieder mehr genießen und gleichzeitig die Chance nutzen, bei einem der größten Klubs des Landes zu spielen. Ich habe diesen Schritt zu keinem Zeitpunkt bereut. Es war die richtige Entscheidung. Wir spielen um die Meisterschaft, der Verein arbeitet hochprofessionell und kümmert sich sehr um die Spielerinnen. Ich fühle mich hier extrem wohl. Soccerdonna: Welche Rolle siehst du für dich im Team – über das Sportliche hinaus? Ece Türkoğlu: Mir ist es sehr wichtig, auch außerhalb des Platzes bodenständig, diszipliniert und respektvoll aufzutreten. Durch meine Ausbildung in den USA habe ich Dinge gelernt, die im türkischen Frauenfußball noch nicht überall selbstverständlich sind. Deshalb sehe ich es auch als meine Aufgabe, vor allem jüngeren Spielerinnen etwas mitzugeben, Dinge zu erklären und sie zu unterstützen. Ich versuche, meine Rolle vorzuleben, auf und neben dem Platz. Dazu gehört für mich auch, ganz selbstverständlich mit anzupacken, egal ob es um organisatorische Kleinigkeiten geht oder um Verantwortung im Spiel. Im Frauenfußball geht es meiner Meinung nach weniger um Konkurrenz untereinander, sondern darum, gemeinsam etwas zu bewegen. Gerade in der Türkei ist der Weg noch schwierig, deshalb bin ich dankbar, dass ich bei Fenerbahçe diese Verantwortung übernehmen darf. Ich merke, dass die Spielerinnen das annehmen. Nicht, weil ich es einfordere, sondern weil ich es zeige. Soccerdonna: Siehst du dich selbst als Vorbild für jüngere Spielerinnen? Ece Türkoğlu: Ich laufe nicht herum und sage, dass ich Spielführerin bei einem großen Klub bin. Aber das Feedback, das ich von Trainer:innen und dem Staff bekomme, zeigt mir, dass mein Verhalten wahrgenommen wird. Gerade bei einem Verein wie Fenerbahçe hat diese Rolle natürlich eine größere Wirkung. Ich versuche, immer voranzugehen, Verantwortung zu übernehmen und die jüngeren Spielerinnen mitzunehmen. Wenn ich damit ein Vorbild sein kann, dann erfüllt mich das mit Stolz. Soccerdonna: Du hast bereits mit 26 Jahren eine beeindruckende Nationalmannschaftskarriere hingelegt. 107-mal bist du für die Türkei aufgelaufen. Was bedeutet es dir? Ece Türkoğlu: In erster Linie bin ich dankbar. Dankbar für all die Menschen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben: meine Familie, meine Freunde, meine Mitspielerinnen. Ich bin nur da, wo ich heute bin, weil mein Umfeld stimmt. Für sie ist das das größte Geschenk in der Nationalmannschaft aufzulaufen. Ich bin nur so gut, durch meine Mitspielerinnen und dem Staff drum herum. Ohne sie wäre ich nichts. Für die Nationalmannschaft zu spielen, ist etwas ganz anderes als Klubfußball. Das Wappen auf der Brust zu tragen, für eine ganze Nation zu spielen, das ist jedes Mal etwas ganz Besonderes. Ich kann mich an jedes Spiel, jede Aktion erinnern. Das ist mein größter Stolz. Soccerdonna: Welche Ziele hast du mit der Nationalmannschaft für die Zukunft? Ece Türkoğlu: Wir haben in der Türkei unglaublich talentierte Spielerinnen, technisch stark und sehr spielintelligent. Was uns im Vergleich zu den Top-Nationen oft noch fehlt, ist die Physis. Aber wir merken, dass wir uns in diese Richtung entwickeln. Wir bereiten uns auf große Turniere vor und wollen bei Europa- und Weltmeisterschaften konkurrenzfähig sein. Mein Wunsch ist, dass wir körperlich auf das Niveau der Top-Teams kommen, denn dann kann unser Talent richtig sichtbar werden. Mein Ziel ist es, solange ich noch Fußball spielen kann, mit den größten Nationen auf Augenhöhe zu spielen. Schritt für Schritt. Und ich bin überzeugt, dass wir auf diesem Weg sind. Soccerdonna: Ein wichtiges Thema: Wie siehst du die aktuelle Entwicklung des Frauenfußballs in der Türkei? Ece Türkoğlu: Der türkische Frauenfußball ist im Vergleich zu anderen Ländern noch deutlich im Rückstand. Wir sind zwei, drei Jahre hinterher. Positiv ist, dass große Klubs wie Fenerbahçe oder Trabzonspor mittlerweile Frauenabteilungen haben. Meiner Meinung nach sollten aber alle Vereine der Süper Lig eine Frauenmannschaft haben. Das würde enorm helfen, den Frauenfußball insgesamt zu stärken. Ein großes Problem ist jedoch der mangelnde Support durch den türkischen Fußballverband TFF. Eigentlich sollten die Spielerinnen im Mittelpunkt stehen, damit sie sich entwickeln können. Genau da gibt es noch viel Nachholbedarf. Die Liga hat sich zwar verbessert, vor allem durch internationale Transfers der großen Klubs, wodurch die Qualität steigt. Trotzdem fehlen noch klare Strukturen, etwa bei der Terminierung der Spiele oder bei der Absicherung der Spielerinnen. Ich habe bei Fenerbahçe das Glück, Teil eines großen Mehrspartenvereins zu sein. Hier sind wir unter einem Dach mit Fußball, Basketball und Volleyball gut geschützt. Bei vielen anderen Vereinen, die nur eine Frauenmannschaft haben, ist das nicht der Fall. Dort fehlt diese Sicherheit. Das ist unfair und zeigt, wie viel noch getan werden muss. Unterm Strich: Die Qualität steigt, die Liga wird interessanter, aber wir sind noch lange nicht da, wo der türkische Frauenfußball eigentlich sein sollte. Soccerdonna: Was müsste sich deiner Meinung nach konkret ändern? Ece Türkoğlu: Es sollte klare Vorgaben von der UEFA geben, dass Vereine ab einer bestimmten Ligazugehörigkeit auch eine Frauenmannschaft haben sollten. Das müsste konsequenter umgesetzt werden. Außerdem braucht es deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit. In der Türkei war lange Volleyball die erste Wahl für Mädchen, aber der Trend geht langsam Richtung Fußball. Genau jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, mehr Werbung zu machen. Zum Beispiel durch Kampagnen mit Nationalspielerinnen, die sichtbar sind. Ein weiteres großes Thema ist die Professionalisierung. Viele Vereine arbeiten noch komplett auf Amateurbasis, selbst in den oberen Ligen. Meiner Meinung nach sollten ab der ersten Liga alle Spielerinnen professionelle Verträge bekommen. Nur so kann man langfristig Qualität und Stabilität aufbauen. Positiv ist, dass sich auch im Trainerbereich etwas tut: Die Trainerstäbe sind heute besser ausgebildet, professioneller und fachlich stärker als früher. Trotzdem braucht es klare Vorgaben vom Verband und von der UEFA, damit Frauenfußball strukturell wirklich vorankommt. Soccerdonna: Hast du selbst erlebt, dass dir früher professionelle Möglichkeiten gefehlt haben? Ece Türkoğlu: Ja, definitiv. Bevor ich in die USA gegangen bin, habe ich mich oft benachteiligt gefühlt. Wir haben genauso viel trainiert wie die Männer, hatten die gleichen Belastungen, Verletzungsrisiken und Spielrhythmen, wurden aber dafür kaum bezahlt. Ich erwarte nicht, dass Frauen genauso viel verdienen wie Männer, das wäre unrealistisch. Aber die Gehälter sollten so angepasst sein, dass Spielerinnen nicht nebenbei arbeiten müssen. Viele verdienen heute noch extrem wenig, teilweise 400 Euro im Monat. Das ist einfach nicht fair. Ein großes Problem sind die sogenannten Amateurverträge. Viele Vereine zahlen Beträge auf die Hand, aber über Amateurverträge, die rechtlich kaum Gewicht haben. Dadurch können Spielerinnen ihre Rechte nicht einmal über den Verband geltend machen. Das ist eine massive Gesetzeslücke, die ausgenutzt wird. Das kann man nicht als einzelne Spielerin ändern. Dafür braucht es gesellschaftlichen Druck und klare Regelungen durch den türkischen Fußballverband. Mein Wunsch ist, dass sich die Situation insgesamt verbessert: für alle Spielerinnen, nicht nur für einige wenige. Soccerdonna: Du arbeitest als eine der wenigen Spielerinnen mit einem Spielerberater zusammen. Wie kam dieser Kontakt zustande? Ece Türkoğlu: Mein Berater Okcan Tekdemir schaute damals beim Derby Fener gegen Galatasaray zu. Ein riesiges Spiel, mit bis zu 12.000 Zuschauer:innen im Stadion der Männer. Das war ein historischer Moment für den türkischen Frauenfußball. Er war überzeugt von mir und hat über meine frühere Nationaltrainerin Begüm Üresin den Kontakt aufgebaut. Ich wollte mich erst einmal austauschen und hören, wie jemand von außen auf meine Situation blickt. Im Gespräch hatte ich schnell das Gefühl, dass es nicht nur um Fußball oder einen bestimmten Klub geht, sondern um mich als Mensch. Ich habe Vertrauen gespürt und gemerkt, dass ich auch abseits des Platzes Unterstützung bekomme. Soccerdonna: Was hat sich durch die Zusammenarbeit konkret verändert? Ece Türkoğlu: Für mich fühlt es sich an, als wäre mir ein Rucksack von den Schultern gefallen. Ich kann mich voll auf meine Leistung konzentrieren, weil ich weiß, dass sich jemand um alles andere kümmert: Organisation, Planung, Zukunftsschritte. Das macht mich auf und neben dem Platz freier. Ich habe weniger Druck im Kopf und kann meinen Fokus komplett auf mich und meine Performance legen. Für meine weitere Karriere war diese Entscheidung genau richtig. Soccerdonna: Welche sportlichen Ziele hast Du derzeit? Ece Türkoğlu: Ich bin derzeit sehr glücklich bei Fenerbahçe. Der Verein arbeitet auf einem unglaublich hohen professionellen Niveau, und ich bin dankbar, hier zu sein. Im Moment ist ganz klar, dass mein Fokus auf Fenerbahçe liegt. Wir wollen erstmals die Meisterschaft gewinnen und damit Geschichte schreiben. Das hat absolute Priorität. In dieser Phase möchte ich mich weiterentwickeln und wachsen. Ich möchte sehen, wie weit ich gehen kann, und mich sowohl sportlich als auch persönlich herausfordern. Soccerdonna: Zum Abschluss: Was würdest du jungen Mädchen in der Türkei sagen, die davon träumen, Fußballprofi zu werden? Ece Türkoğlu: Ich würde ihnen sagen, dass sie niemals aufhören sollen, an ihre Träume zu glauben – auch wenn der Weg als Mädchen im Fußball oft schwer ist und man mit vielen Vorurteilen konfrontiert wird. Es ist wichtig, an sich selbst zu glauben, hart zu arbeiten und Vertrauen in das eigene Talent zu haben. Man sollte in sich selbst investieren – in den eigenen Charakter, in die sportliche Entwicklung und in das eigene Leben. Und man darf nie vergessen: Man spielt nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Mädchen, die nach einem kommen. Jeder Schritt, den wir heute gehen, kann Türen für die nächste Generation öffnen. Und wenn man wirklich daran glaubt und bereit ist, alles dafür zu geben, dann gibt es auf jedem Fußballplatz auch einen Platz für Mädchen. |
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