27.06.2015 - 10:57 Uhr | News | Quelle: soccerdonna/dpa
Elfmeterkrimi mit zwei Heldinnen

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Es sind die Minuten, in denen Spielerinnen zu Heldinnen oder zu nationalen Verlierern mutieren: Im Elfmeterschießen entscheiden oft nur Zentimeter, ob die Schützin sich vorübergehend im Himmel oder in der Hölle wähnt. So war es auch im ersten WM-Viertelfinale, als der Elferkrimi gleich zwei deutsche Fußball-Heldinnen hervor gebracht hat: DFB-Torhüterin Nadine Angerer, weil sie nach mehreren Glanztaten in den 120 Spielminuten den fünften Schuss der jungen Französin Claire Lavogez parierte. Und Dzsenifer Marozsan (Foto), weil sie trotz sichtbarer Schmerzen Verantwortung übernahm und sicher verwandelte.

Fünf Schützinnen habe sie nach 120 anstrengenden Minuten und Toren von Louisa Necib (63.) sowie Celia Sasic (84./Handelfmeter) im Olympiastadion von Montreal gesucht, berichtete Bundestrainern Silvia Neid. «Einige haben sofort zugesagt. Andere haben zum Boden geschaut. Schließlich hatte ich nur vier.» Lena Goeßling hatte die zündende Idee mit Marozsan, «weil wir alle ihren präzisen Schuss kennen.»

Zu dieser Zeit lag «Maro» aber noch verletzt auf dem Kunstrasen. «Frag Dzseni mal, ob sie schießen kann», meinte Neid dennoch zu Goeßling. Und Lena lief los und holte sich das Okay der gebürtigen Budapesterin, die sich inzwischen trotz Schmerzen im lädierten linken Fuß aufgerappelt hatte. «Ich habe keine Angst vorm Elfmeter und habe sofort Ja gesagt.» Selbst Neid fand das bewundernswert: «Ich weiß auch nicht, wie sie den noch geschossen hat», sagte Neid später über ihre Spielmacherin.

Maroszan beförderte den Ball flach und platziert in die linke Torecke. Frankreichs Keeperin Sarah Bouhaddi flog zwar in die richtige Ecke, aber es fehlten ihr ein paar Zentimeter zur Heldin - wie ihrer Mitspielerin Claire Lavogez wenige Augenblicke später auch. So hatte auch dieses Elfmeterschießen wieder seine tragischen Figuren hervorgebracht. Lavogez weinte hemmungslos, zusammengekauert auf dem künstlichen Grün. Nur ein paar Meter entfernt feierten die deutschen Spielerinnen ausgelassen ihre Heldin Nadine Angerer, die sich wieder einmal als Elfmetertöterin erwies.

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