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23.02.2012 - 11:43 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna | von: Ichthys/Jafowemei
Flexible Führungsspielerin

©FCR 01 Duisburg
Als im Sommer Inka Grings den Verein verließ, schrieben viele den FCR Duisburg schon ab und verfrachteten ihn in die untere Tabellenhälfte. Schließlich hatte man mit Annemieke Kiesel, Femke Maes und Ursula Holl auch noch drei weitere Führungsspielerinnen verloren.
Doch weitgefehlt – der FCR Duisburg legte eine unter diesen Bedingungen fast schon sensationelle Hinrunde hin und überwinterte auf Tabellenplatz zwei. Dass dieses möglich war, daran hatte Simone Laudehr, wie auch Laura Neboli, großen Anteil. Von Marco Ketelaer vom defensiven Mittelfeld auf die Spielmacher-Position beordert, gab sie im Mittelfeld den Ton an und war dabei an jedem dritten Tor beteiligt.
Mehr noch – die 25-Jährige füllte die Führungsrolle in der Mannschaft voll und ganz aus, wo durch die Abgänge ein großes Loch entstanden war, und riss die Mannschaft mit all ihrer Leidenschaft und 100-prozentigem Einsatz mit. Gerade auch in den wichtigen Spielen gegen Potsdam (3:2), Frankfurt (1:1) und Wolfsburg (3:0) bewies sie ihre ungeheuren spielerischen und kämpferischen Fähigkeiten und war dabei sogar an fünf der sieben Tore direkt beteiligt. Vor allen Dingen ihre mustergültige Vorlage auf Linda Bresonik in der 90. Minute gegen Potsdam war dabei ein Indiz ihrer mentalen Stärke und ihres unbedingten Willens und hielt dem FCR Duisburg so die Chancen um die Meisterschaft offen.
Auch aus der Nationalmannschaft ist sie mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Schwächelte sie noch bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, so zeigte sie gerade danach, wie wichtig sie als Stabilisatorin für die deutsche Mannschaft ist. Auch und besonders in Spielen, in denen es mal nicht so gut lief, war sie da und diente mit guten Flanken und Vorlagen. So bereitete sie das 1:0 gegen Schweden vor und war auch am 1:0 gegen Spanien (Endstand: 2:2) beteiligt.
Dabei legte Laudehr bereits in der Vergangenheit eine mustergültige Karriere hin, angefangen mit ihrem Wechsel 2004 im Alter von 18 zum FCR Duisburg, bei dem sie es in der Folge zu fünf Vizemeisterschaften, zwei Pokalsiegen und einem UEFA-Cup-Sieg schaffte. Einzig und allein der Deutsche Meistertitel blieb ihr bis heute verwehrt.
Auch in der Nationalmannschaft durchlief sie seit der U17 alle Junioren-Teams, gab ihr Debüt in der A-Mannschaft allerdings, zurückgeworfen durch einige Verletzungen, erst Ende Juli 2007, zwei Monate vor der WM in China, für die sie bereits nominiert wurde. Dort schrieb sie sich in die Geschichtsbücher ein, als sie im Finale kurz vor Schluss das 2:0 erzielte, das in der Folge zum „Tor des Monats“ gewählt wurde. Die gebürtige Regensburgerin hat auch mit der DFB-Elf alles erreicht, was in diesen Jahren als deutsche Nationalspielerin erreichbar war: Sie wurde Weltmeisterin und Europameisterin sowie Dritte bei den Olympischen Spielen.
So fehlt ihr bis heute nur noch der Deutsche Meistertitel. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass sie zum Sommer zum 1. FFC Frankfurt wechseln wird, um dort – nach acht Jahren in Duisburg – ihr Glück bei einem neuen Verein zu suchen und dieses letzte große Ziel zu erreichen.
Vielleicht klappt es aber auch schon früher - im Sommer 2012. Dank der hervorragenden Vorrunde hat der FCR noch die Chance auf den Meistertitel. Laudehr allerdings wird aufgrund einer Meniskusverletzung wohl erst wieder Anfang April, pünktlich zum Pokalhalbfinale gegen ihren neuen Verein, den 1. FFC Frankfurt, auflaufen können.
Die Soccerdonna-Elf der Hinrunde:
Alyssa Naeher, Torhüterin – Kerstin Boschert, rechte Innenverteidigerin – Babett Peter, Libero – Laura Neboli, linke Innenverteidigerin – Melanie Hoffmann, defensive Mittelfeldspielerin – Bianca Schmidt, rechte Mittelfeldspielerin – Nadine Kessler, linke Mittelfeldspielerin – Simone Laudehr, offensive Mittelfeldspielerin – Conny Pohlers, rechte Stürmerin – Celia Okoyino da Mbabi, Mittelstürmerin – Genoveva Anonma, linke Stürmerin
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