16.08.2018 - 07:36 Uhr | News | Quelle: soccerdonna | von: Prytz2
„Frauenfußball in Deutschland hat weiterhin nicht den Stellenwert“

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©Werder Bremen

Rachel Avant schaffte zur neuen Saison den Sprung von der 2. Bundesliga zum SV Werder Bremen in die Allianz Frauen-Bundesliga. In unserem Interview des Monats stellte sich Rachel Avant den Fragen der Soccerdonna Community und erzählt dabei, was Sie am Frauenfußball ändern würde.



Soccerdonna.de: Hallo Frau Avant, schön dass Sie sich Zeit genommen haben. Wie glücklich sind Sie über ihren Wechsel zum SV Werder Bremen?



Rachel Avant: Ich bin sehr glücklich. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und bin stolz nun Spielerin des SV Werder Bremen zu sein.



Soccerdonna.de: Was halten Sie von ihrer neuen Trainerin Carmen Roth?



Rachel Avant: Ich halte viel von meiner Trainerin Carmen Roth, sonst wäre ich nicht nach Bremen gewechselt. Die Erfahrung, die Sie als ehemalige Spielerin und Trainerin von einem der größten Fußballvereine weltweit, FC Bayern München, mitbringt, ist eine Ehre. Von ihr kann ich sicherlich noch viel lernen.



Soccerdonna.de: Konnten Sie schon Kontakte zu ihren neuen Mitspielerinnen knüpfen?



Rachel Avant: Ja, total. Ich fühle mich bereits nach den ersten Wochen sehr wohl. Die Mannschaft hat mich großartig aufgenommen.



Soccerdonna.de: Ihr neuer Verein Werder Bremen stieg vergangenes Jahr in die 1. Bundesliga auf und erreichte am Saisonende noch den 10. Platz. Wo sehen Sie längerfristig gesehen das Potential des SV Werder Bremen in der 1. Bundesliga?



Rachel Avant: Ich hoffe, dass wir uns langfristig in der Allianz Frauen-Bundesliga etablieren können. Wir sind eine relativ junge Mannschaft, aber man merkt in jedem Training, dass der Wille sich zu verbessern da ist. Mit harter Arbeit und einem starken Zusammenhalt können wir viel erreichen.



Soccerdonna.de: Vor über einem Jahr spielten Sie noch in der 2. Mannschaft des 1. FFC Frankfurt. Nun haben Sie bei einem Bundesligisten unterschrieben. Sind Sie stolz auf Ihre Entwicklung und was ist ihr persönliches Saisonziel?



Rachel Avant: Ich bin sehr stolz, dass ich den Sprung in die 1. Liga geschafft habe. Es war harte Arbeit, die sich ausgezahlt hat. Mein großes Ziel war es in der Bundesliga zu spielen. Diesen Traum habe ich mir jetzt erfüllt. Ich persönlich werde weiter hart trainieren, um meinen Verein bestmöglich zu unterstützten, damit wir unsere Ziele erreichen.



Soccerdonna.de: Ihre Lieblingsposition ist auf der Außenseite. Spielen Sie lieber offensiven Fußball oder sehen Sie eher in der Defensive ihre Stärke?



Rachel Avant: Beides. Ich habe sowohl offensiv als auch defensiv meine Stärken. Ich denke, dass auf den Positionen, wo ich spiele, beides gut beherrschen sollte.



Soccerdonna.de: Also sehen sie sich als sehr variabel einsetzbar?



Rachel Avant: Ja. Ich denke, dass es eine meiner Stärken ist.



Soccerdonna.de: Kommen wir auf deine Karriere vorm SV Werder Bremen. Sie haben zuletzt für die Zweitvertretung des 1.FFC Frankfurt gespielt. Wie ist das Niveau in der 2. Bundesliga Süd gewesen?



Rachel Avant: Durch die eingleisige 2. Frauen-Bundesliga wird sich das Niveau der Liga sicherlich steigern.



Soccerdonna.de: Ist der Unterschied zwischen Allianz-Frauen Bundesliga zur 2. Bundesliga enorm oder ist der Leistungsanspruch in der 2. Bundesliga ähnlich vergleichbar?



Rachel Avant: Der Leistungsanspruch in der Allianz Frauen-Bundesliga ist größer als in der 2. Frauen-Bundesliga, vor allem was die Mentalität betrifft. Zudem ist das Spieltempo schneller und es wird körperlicher gespielt.



Soccerdonna.de: Bevor Sie beim 1.FFC Frankfurt gespielt hast, warst du für kurze Zeit in Schweden bei Kungsbacka DFF. Davor an der University of Louisville. Sie sind schon ein wenig rumgekommen?



Rachel Avant: Ja, in der Tat. Es gibt zwei Dinge, die ich mit Leidenschaft mache – Fußball spielen und Reisen. Ich habe viele Vereine und Orte gesehen, die mich geprägt haben. Und das sowohl fußballerisch als auch menschlich.



Soccerdonna.de: Wie sehr unterscheidet sich der schwedische vom deutschen Fußball?



Rachel Avant: Der deutsche Fußball lebt von einer besseren Organisation und Disziplin. Dennoch haben beide Ligen ihre Vor- und Nachteile.



Soccerdonna.de: Finden Sie der deutsche Frauenfußball findet noch zu wenig Beachtung und Förderung?



Rachel Avant: Das muss man schon so sagen. Frauenfußball in Deutschland hat weiterhin nicht den Stellenwert, wie es zum Beispiel in Schweden der Fall ist. Auch die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball sind groß, auch wenn man es nicht vergleichen sollte.



Soccerdonna.de: Wenn Sie die Chance hätten im Frauenfußball etwas zu ändern, was wäre das?



Rachel Avant: Das ist eine schwierige Frage. Es gibt viele Themen im Frauenfußball, die verändert werden müssen. Es geht darum, dass der Frauenfußball bekannt wird. Aber auch die allgemeinen Rahmenbedingungen müssen für uns Fußballerinnen besser werden.



Soccerdonna.de: Haben Sie die U20-Weltmeisterschaft verfolgt?



Rachel Avant: Ja, teilweise habe ich die Spiele verfolgt. Ich finde es sehr interessant die Spiele der Nachwuchsspielerinnen zu verfolgen und zu sehen wie sie sich entwickeln. Der deutschen U 20-Nationalmannschaft habe ich dabei die Daumen gedrückt.



Soccerdonna.de: Was wünschen Sie sich für ihre sportliche Zukunft? Wohin soll der Weg von Rachel Avant noch führen?



Rachel Avant: Irgendwann möchte ich in der amerikanischen National Women's Soccer League (NWSL) spielen, doch im Moment konzentriere ich mich voll und ganz auf Werder.





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