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30.03.2026 - 13:30 Uhr | News | Quelle: sd | von: Felix Roche
Freundschaft als Schlüssel zum Erfolg: Kirkby und Way finden in Bochum ein Zuhause

©VfL Bochum
Im Fußball findest du Freunde für das Leben. Einen besseren Spruch dürfte es für Lara Kirkby und Cecilia Way vom VfL Bochum aktuell nicht geben. Die Australierin und die Kanadierin sind zu Saisonbeginn beide in den Ruhrpott gewechselt und haben seitdem eine echte Freundschaft geschlossen. Aus diesem Grund hat sich soccerdonna mit den beiden Spielerinnen getroffen und gefragt, wie das Leben in Deutschland als Fußballerin ist und wie sehr die Freundschaft hilft, um sich in einem neuen Land einzufinden. Bei einem heiteren Gespräch auf Englisch erzählten die beiden auch, was sie in ihrer Karriere noch alles erreichen wollen.
soccerdonna: Wie ist das Leben in Deutschland?
Cecilia Way: Es läuft gut. Natürlich ist es von Jahr zu Jahr ein bisschen einfacher geworden, die Sprache zu verstehen und mich in die Kultur zu integrieren. Bochum ist eine tolle Stadt, die Mannschaft ist so nett.
Lara Kirkby: Es ist mein erstes Jahr in Deutschland, aber ich habe deutsche Wurzeln. Ich fühle mich in Bochum wirklich zu Hause. Für Cece und mich ist es eine echte Weltstadt. Es gibt in der Stadt viele verschiedene internationale Kulturen in einer guten Gemeinschaft. Das gibt uns das Gefühl, ganz zu Hause zu sein.
soccerdonna: Warum habt ihr euch entschieden, nach Deutschland zu kommen?
Cecilia Way: Nachdem ich meinen Bachelor-Abschluss in Kanada gemacht hatte, wollte ich in Europa professionell spielen. Von Freundinnen habe ich dann gehört, dass Deutschland im Frauenfußball ein wirklich gutes System habe mit der Regionalliga, 2. Bundesliga und Bundesliga, was Unterstützung und Finanzierung angeht. Das hat mein Interesse geweckt und dann ergab sich die Gelegenheit, dass ich zu einem Probetraining eingeladen wurde. Wir kamen mit einer Auswahl aus Nordamerika hierher und spielten gegen deutsche Mannschaften. So bin ich in Deutschland gelandet.
soccerdonna: Lara, hattest du noch andere Gründe, abgesehen davon, dass deine Mutter Deutsche ist?
Lara Kirkby: Ich habe in den USA im College-System gespielt und war danach in Australien in der ersten Liga aktiv. Ich wollte mich weiterentwickeln und nach Europa gehen. Ich hatte ein paar deutsche Teamkolleginnen in den USA und dachte mir, dass es zum Start hilfreich wäre, irgendwohin zu gehen, wo ich die Sprache verstehe. Deutschland war für mich schon immer so etwas wie eine zweite Heimat. Schon als Kind dachte ich, es wäre wirklich cool, wenn ich hier eine Weile leben und sehen könnte, wie das Leben hier ist – auch wie es für meine Mutter war, als sie in Deutschland war.
soccerdonna:Bist du als du jünger warst mit deiner Familie oft in den Ferien nach Deutschland gefahren?
Lara Kirkby: Die ganze Familie meiner Mutter lebt in Deutschland, in Aschaffenburg. Meine Großeltern, meine Tante, mein Onkel – sie leben alle hier. Also waren wir mindestens einmal im Jahr zu Besuch, und ich habe Schnitzel gegessen und all die üblichen Dinge gemacht, die man in Deutschland so macht (beide lachen).
soccerdonna: Wenn wir uns auf den Fußball konzentrieren: Was ist der größte Unterschied zwischen dem Fußball in Deutschland und dem in Australien, den USA und Frankreich, wo du auch mal kurz gespielt hast, Cecilia?
Cecilia Way: Ich glaube, unsere Antworten werden ziemlich ähnlich ausfallen. Ich würde sagen, es ist die taktische Seite des Spiels in Deutschland, die ist definitiv eine Stufe höher. Ich glaube, dort (in Kanada; Anm. d. Red.) liegt der Fokus eher auf der physischen Komponente. Also darauf, wie viel man laufen kann und wie stark man ist. Hier liegt der Fokus viel mehr auf den technischen Fähigkeiten und taktischen Spielzügen.
Lara Kirkby: Da stimme ich definitiv zu. Ich denke, in den USA und Australien ist der Spielstil sehr athletisch geprägt, und hier geht es viel mehr um die Essenz des Fußballs, um die technischen Aspekte und die Taktik.
soccerdonna: Als ihr aus dem Ausland das erste Mal in Deutschland gewesen seid: Wie waren die ersten Tage und wie sieht es - jetzt vielleicht speziell in Bochum - aus? Wie hat euch die Mannschaft geholfen, euch zu integrieren?
Cecilia Way: Als ich zum ersten Mal nach Bochum kam, waren die Mädels so nett und diese Mannschaft ist so eng verbunden. In Bochum herrscht ein wirklich starkes Gemeinschaftsgefühl, auch im Verein. Es ist natürlich nicht die größte Stadt, auch nicht zu klein, aber gerade klein genug, dass irgendwie alle miteinander verbunden sind. Natürlich sind die ersten Tage, wenn man bei einem neuen Verein ankommt, ein bisschen nervenaufreibend – man lernt neue Leute kennen, man gewöhnt sich an die Umgebung –, aber ich würde sagen, es lief wahrscheinlich so smooth, wie es nur gehen konnte.
Lara Kirkby: Ich war definitiv sehr nervös. Aber die Mädels waren sehr verständnisvoll, auch Kyra (Malinowski, Anm. d. Red.) als Trainerin und das Trainerteam haben uns wirklich unterstützt, sich immer bei uns gemeldet und mit uns beiden gesprochen. Und was mir auch sehr geholfen hat, war, dass Cece an meiner Seite war. (Way stimmt lachend zu). Natürlich war die Sprache eine Sache. Aber wenn man zu einem neuen Verein kommt und andere neue Spielerinnen hat, die ähnliche Erfahrungen machen und genauso nervös sind, gibt das einem das Gefühl, dass man nicht allein ist. Es hat schon ein paar Wochen gedauert, bis ich mich wirklich eingewöhnt hatte.
soccerdonna: Man sieht nach den Spielen oder auch in den Sozialen Medien, dass ihr beide eine enge Freundschaft habt. Ihr fahrt zusammen in den Urlaub, ihr reist viel … Wie wichtig ist eure Freundschaft dafür, dass ihr auf dem Platz Leistung bringen könnt?
Cecilia Way: Es war so schön, als wir hier ankamen, Lara und damit quasi sofort eine beste Freundin zu haben. Natürlich ist es toll, auf hohem Niveau zu spielen, aber es bringt auch mentale Herausforderungen mit sich. Jemanden zu haben, der dich unterstützt und an deiner Seite ist – egal, ob das im Fußball oder auch außerhalb des Fußballs ist –, das war so schön und hat den ganzen Prozess einfach geprägt. Ich bin so dankbar, sie zu haben.
Lara Kirkby: Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich finde auch, dass es wichtig ist, mal vom Fußball Abstand zu nehmen. Wie Cece schon sagte, ist es mental eine Herausforderung. Man konzentriert sich so leicht nur auf den Fußball. Darauf, wie das Training läuft und was man für morgen tun muss. Aber ich glaube, man braucht auch Unterstützung von außerhalb, und wenn man hier keine Familie hat, ist es so wichtig, eine Freundin zu haben, auf die man sich verlassen kann, und Cece kann mir das geben. Nach dem Training läuft es bei uns oft so, dass wir sagen: „Lass uns nicht über Fußball reden, lass uns einen Kaffee trinken gehen und über unseren nächsten Urlaub reden.“ Ich glaube, das ist eine große Hilfe für mich, diese beiden Elemente in meinem Leben zu haben. Fußball ist das eine, und dann ist da noch mein Privatleben, und ich glaube, wir unterstützen uns gegenseitig, und das hilft auch auf dem Platz. Wenn wir miteinander spielen, kennen wir unsere Stärken und Schwächen gut und finden zueinander.
soccerdonna: Es ist eure erste Saison beim VfL Bochum. Bis auf den letzten Herbst spielt ihr als Mannschaft ja auch eine sehr gute Saison. Wie würdet ihr das erste Jahr bislang sporlich bewerten?
Lara Kirkby: Ich finde, es war eine Art Achterbahnfahrt. Das wirklich Positive, das wir daraus mitnehmen können, ist, wie eng unser Team geblieben ist und wie geschlossen wir als Verein zusammenstehen. Ich denke, vom Trainerstab bis zu den Spielerinnen sind wir sehr verbunden geblieben und versuchen, in der Rückrunde gemeinsam zu kämpfen, was sich auch zeigt. Aus fußballerischer Sicht sind natürlich viele neue Spielerinnen zu uns gekommen, uns eingeschlossen, und es dauert eine Weile, bis wir uns aufeinander eingespielt haben, die neuen Systeme und Spielweisen funktioniert haben und es richtig klickt.
Cecilia Way: In der Anfangsphase hatten wir zudem mit einigen Verletzungen zu kämpfen, was sich natürlich auch auf unser Spiel ausgewirkt hat. Es ging einfach darum, unseren Rhythmus zu finden. Wir haben als Team zusammengehalten und sind positiv geblieben, und die Winterpause war gut, um zu resetten. In die zweite Saisonhälfte sind wir sehr gut reingestartet.
soccerdonna: Habt ihr persönliche Karriereziele, wie zum Beispiel mal in der Champions League oder Erstliga-Fußball zu spielen?
Cecilia Way: Ich fände es wirklich cool, in der Bundesliga zu spielen, oder in der höchsten Liga eines anderen Landes. In meinem ersten Jahr habe ich in der Regionalliga gespielt, und jetzt spiele ich in der 2. Bundesliga. Ich fände es also cool, diesen Schritt zu machen. Ansonsten möchte ich vor allem Spaß haben, neue Leute kennenlernen und mich in die Kultur integrieren. Ich bin jetzt seit drei Jahren in Deutschland, und obwohl wir gerade kein Deutsch sprechen – was auch gut so ist –, habe ich ein bisschen gelernt.
Lara Kirkby: A1.2 (zwinkert)
Cecilia Way: Ja, A1.2. Ich habe den Test bestanden. Das war toll (lacht). Das ist mein größtes Ziel, und in Kanada ist es etwas schwieriger, zu reisen und neue Orte und Kulturen kennenzulernen. Und natürlich auch einfach zu versuchen, als Spielerin besser zu werden und mich weiterzuentwickeln.
Lara Kirkby: Ich will auf jeden Fall so hoch spielen, wie ich nur kann. Ob das die Bundesliga ist oder die erste Liga in einem anderen Land, ist egal. Aber ich gehe das eher Jahr für Jahr an und versuche einfach, mich jeden Tag zu verbessern, und mich darauf zu konzentrieren, was ich zum Erfolg meiner Mannschaft beitragen kann.
soccerdonna: Zurück zu Bochum. In dieser Saison habt ihr euren Heimspielort gewechselt. Ihr habt auf dem Leichtathletik-Platz neben dem Ruhrstadion angefangen und spielt jetzt in einem richtigen Stadion - dem Lohrheidestadion. Was ist der Unterschied zwischen dem LA-Platz und einem richtigen Stadion?
Lara Kirkby: Es zeigt, dass der Verein in uns investiert, um die Frauenmannschaft voranzubringen. Der LA-Platz ist super, wir trainieren dort, es ist ein toller Platz. Aber es gibt keine Tribünen, die Umkleideräume liegen weit vom Spielfeld entfernt. Ich finde, im Lohrheidestadion hat man dieses echte Gefühl von Professionalität mit diesen fantastischen Einrichtungen, den großen Umkleideräumen, den vielen Tribünenplätzen, den größeren Spielfeldern – man hat das Gefühl, wenn man dorthin geht: „Oh, ich habe ein Spiel, ich habe ein Profispiel“, und ich denke, das spiegelt wirklich wider, wie sehr der Verein an unsere Frauenmannschaft glaubt.
Cecilia Way: Ich denke auch, dass es für die Fans, wenn sie zum Spiel kommen, ein echtes Erlebnis ist, in ein Stadion zu kommen, in dem es Getränke und Essen gibt und man auf den Tribünen sitzen kann – das verbessert sowohl ihr Erlebnis als auch unseres. Es zeigt einfach, dass Bochum weiterhin in die Frauenmannschaft des Vereins investieren und uns auf die nächste Stufe bringen will.
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