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01.05.2013 - 15:01 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Julia Simic: «Ich gebe vieles auf»

©FC Bayern
Zur neuen Saison wechselt Simic zu Turbine Potsdam. Christoph Mulitze sprach mit ihr über ihren Fitnesszustand und die Gründe für den Wechsel.
Soccerdonna.de: Hallo Frau Simic, erst einmal: Wie geht es Ihnen?
Julia Simic: Sehr gut. Ich bin fast wieder fit. Ich stehe im Mannschaftstraining, und auch das Vertrauen kommt zurück. Das ist nach zwei gleichen, schweren Verletzungen innerhalb so kurzer Zeit wichtig.
Soccerdonna.de: Sie hatten sich nach einem Kreuzbandriss gleich im ersten Spiel erneut das Kreuzband gerissen. Kam Ihnen da in den vergangenen Monaten nicht mal der Gedanke: Das war's, ich höre auf?
Julia Simic: Nein, nie. Natürlich geht es während des Heilungsprozesses nicht stetig aufwärts. Wenn es stagnierte, war ich schon niedergeschlagen. Aber aufgeben? Das kam nicht in Frage. Ich spiele zu gerne Fußball und habe noch zu viele Ziele.
Soccerdonna.de: Wie kam der Kontakt zu Turbine Potsdam zustande?
Julia Simic: Etwa Mitte Februar erreichte mich ein Anruf von Herrn Schröder. Er fragte mich, ob ich mir grundsätzlich einen Wechsel vorstellen könne und mir die Bedingungen in Potsdam mal anschauen möchte. Anfang März bin ich dann dort gewesen. Ich war beeindruckt. Wir haben zu dieser Zeit aber noch nicht verhandelt. Ich habe mir das dann erstmal alles gut überlegt und mich schließlich entschieden, was Neues auszuprobieren und zu wechseln.
Soccerdonna.de: Was hat den Ausschlag gegeben?
Julia Simic: Ich habe mich für Turbine Potsdam und nicht gegen Bayern München entschieden. Eigentlich war es für mich kein Thema, in der kommenden Saison nicht weiter für Bayern zu spielen. Für jede Spielerin ist Turbine eine Herausforderung. Die Erwartungshaltung ist größer, die Mannschaft spielt jedes Jahr um die Meisterschaft mit. Ein Titel wird dort immer erwartet. Für mich ist der Wechsel ein Karriereschritt nach vorne.
Soccerdonna.de: Sie haben bisher immer in Bayern gelebt und in der Bundesliga nur für Bayern München gespielt.
Julia Simic: Das kommt hinzu. Ich möchte auch mal ein anders Umfeld kennenlernen. Ich gebe hier vieles auf. Brandenburg statt Bayern - das wird eine Umstellung für mich. Insofern ist der Wechsel nicht nur eine sportliche, sondern auch eine persönliche Herausforderung.
Soccerdonna.de: Gab es noch mehr Anfragen?
Julia Simic: Ja, zwei oder drei, auch aus dem Ausland. Lose Kontakte hat man immer. Ich wollte aber in der Bundesliga bleiben. Mich hat das konkrete Interesse von Turbine und Herrn Schröder auch geehrt, muss ich zugeben. Ich konnte mich ja lange nicht zeigen. Trotzdem hat man sich in Potsdam an mich erinnert. Dieses Vertrauen in mich hat mich sehr gefreut und tut gut.
Soccerdonna.de: Was ist Ihr Ziel, was möchten Sie in Potsdam erreichen?
Julia Simic: Das erste Ziel nach den schweren Verletzungen ist es, überhaupt wieder auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen. Ich möchte Stammspielerin werden; diesen Anspruch kann ich noch nicht erheben, den muss ich mir erkämpfen. Mit der Mannschaft möchte ich mindestens einen Titel gewinnen. Einmal Deutscher Meister werden, das wäre toll. Und es wäre natürlich großartig, wenn wir in der nächsten Saison in der Champions League dabei wären.
Soccerdonna.de: Die Nationalmannschaft ist kein Thema mehr?
Julia Simic: Ein Schritt nach dem anderen. Natürlich habe ich die Nationalmannschaft nicht aus den Augen verloren. Das ist ein weiteres Ziel. Aber erstmal muss ich mich in dem starken Kader durchsetzen und einen Stammplatz haben. Wohl für jede Stammspielerin bei Turbine Potsdam ist auch die Nationalmannschaft ein Thema.
Soccerdonna.de: Hätten Sie all diese Ziele mit Bayern München nicht erreichen können?
Julia Simic: Wir haben uns bei Bayern, auch ohne mich, in den vergangenen Jahren toll entwickelt. Aber es befindet sich alles noch im Aufbau. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen, dass der FC Bayern kurzfristig wohl noch nicht um die Meisterschaft mitspielen wird. Für ganz oben wird es noch nicht reichen.
Soccerdonna.de: Vielen Dank für das Gespräch, weiterhin gute Genesung und viel Erfolg bei Turbine.
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