08.11.2025 - 07:00 Uhr | News | Quelle: dpa
Nur noch drei Frauen im DFB-Präsidium

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Der DFB will bis 2027 eigentlich 30 Prozent Frauen in seinen Führungsgremien haben. Beim neuen, für vier Jahre gewählten Präsidium gelingt das nicht.

Silke Sinning baut nach ihrer Wiederwahl als DFB-Vizepräsidentin auf einen Nachahmungseffekt. «Ich hoffe, dass ich den Frauen heute ein bisschen Mut gemacht habe, sich solchen Situationen einfach zu stellen und dann vielleicht auch mal gegen einen Mann anzutreten», sagte die 56 Jahre alte Hochschulprofessorin für Sportwissenschaften nach dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main.

«Die eine oder andere Frau mehr»

Sinning verwies auch auf das Leadership-Programm beim Hessischen Landesverband, dessen Vorsitzende sie ist - «dann hoffe ich einfach, dass wir in der nächsten Zeit die eine oder andere Frau mehr sehen».

Die Vizepräsidentin für Bildung, Freizeit und Breitenfußball hatte sich zwar in einer Kampfabstimmung knapp gegen Silke Raml vom bayrischen Landesverband durchgesetzt. Im jetzt 16-köpfigen Präsidium des weltgrößten Sportfachverbandes sitzen künftig aber nur noch drei statt bisher vier Frauen.

Ullrich, Sasic und Sinning im Präsidium

Die bisherige Generalsekretärin Heike Ullrich bleibt zwar im Führungsgremium, ersetzt aber die ausgeschiedenen Vizepräsidentin für Mädchen- und Frauenfußball, Sabine Mammitzsch. Dritte im Bunde neben Ullrich und Sinning ist Ex-Nationalspielerin Celia Sasic, verantwortlich für Diversität und Vielfalt.

«Ja, es ist eine Frau weniger. Ich bedauere das auch. Das ist sicher augenfällig und auffällig, bedeutet aber in keinster Weise, dass ich mich von diesem grundsätzlichen Ziel verabschiede», betonte der alte und neue DFB-Boss Bernd Neuendorf. Er sprach damit ein Ziel aus dem Strategiepapier FF27 an, wonach der Frauenanteil in Gremien und hauptamtlichen Führungsebenen beim Verband bis 2027 mindestens 30 Prozent betragen soll. «Das ist und bleibt ein Ziel», sagte Neuendorf. «Das werden wir auch weiter thematisieren.»

Neuendorf nimmt Landesverbände in die Pflicht

Der Verbandschef verwies aber auch darauf, dass der DFB nur Einfluss auf fünf Posten im Präsidium habe, dabei sei das Verhältnis Männer zu Frauen nun drei zu zwei. Die anderen Personen kommen satzungsgemäß aus der Deutschen Fußball Liga oder von den Regionalverbänden. Letztere seien ebenso wie die Landesverbände gefordert.

Sinning hatte sich bei der Präsidiumswahl 2022 völlig überraschend gegen den langjährigen Spitzenfunktionär Rainer Koch durchgesetzt. Die gescheiterte Raml kommt wie der einstige DFB-Interimspräsident Koch aus dem Bayerischen Fußball-Verband.

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