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08.01.2026 - 13:15 Uhr | News | Quelle: dpa | von: Anika Knösel-Hein
Rückblick auf den Euro-Sommer in der Schweiz

©IMAGO
Mitreißende Gastgeberinnen
Am 2. Juli begann die Europameisterschaft in der Schweiz. In den acht Austragungsorten schmückten Fußballerinnen als grüne Fußgängersignale die Ampeln, Fahnen mit dem EM-Logo wehten im Wind und es waren viele Fans in den unterschiedlichsten Trikots unterwegs. Die Schweiz bestach als Gastgeberin durch die Gastfreundschaft, die den Fans der anderen teilnehmenden Länder entgegengebracht wurde. Die freundlichen Menschen und die Schönheit des Landes luden viele angereiste Fans zu einem Sommerurlaub ein.
Die Schweizer Nati schaffte es in atemberaubender Schnelligkeit, das Land hinter sich zu versammeln. Gab es vor dem Turnier noch einige negative Stimmen zur Qualität der Mannschaft, waren schnell alle von der Mannschaft mitgerissen und fieberten bei jedem Spiel mit. Kapitänin Lia Wälti sagte nach dem Einzug ins Viertelfinale dazu: „Jetzt steht plötzlich die ganze Schweiz hinter uns – wer hätte das vor zwei Wochen gedacht. [...] Das sind Momente, die für immer bleiben. Ich bin unheimlich stolz.“
In den Austragungsorten gab es offizielle Fanzones, in denen alle Spiele des Turniers im Public Viewing angeboten wurden, doch die Spiele der Schweizerinnen wurden auch an vielen anderen Orten übertragen und zogen so von Spiel zu Spiel mehr Menschen an.
Die Begeisterung, die im Land für die Nati herrschte, gipfelte im Viertelfinale gegen Spanien in Bern. Dort versammelten sich laut Veranstalter bis zu 25.000 Menschen zum Fanwalk vor dem Spiel. Unvergessen sind die Bilder als die Fans wie ein rotes Band gemeinsam vom Bundesplatz zum Stadion zogen.
Nach der Niederlage im Viertelfinale gegen Spanien standen die Gegnerinnen Spalier als die Schweizer Spielerinnen unter tosendem Applaus den Rasen verließen – ein gebührender Abschied für diese Mannschaft, die es verstand mit Einsatz und Spielfreude die Herzen der Fans für sich zu gewinnen.
Nicht nur die Schweiz begeisterte
Doch nicht nur die Schweiz schrieb Geschichte: Mit Polen und Wales konnten sich gleich zwei Länder zum ersten Mal für eine Europameisterschaft qualifizieren.
Polen spielte dabei in einer Gruppe mit Deutschland und fuhr im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark ihren ersten Sieg ein. Natalia Padilla Bidas, die bei Bayern München unter Vertrag steht, schoss das erste Tor überhaupt in einem großen Turnier für ihr Land. Am Ende gewannen die Polinnen mit 3:2.
Wales hingegen fand sich in der sogenannten Todesgruppe mit Frankreich, den Niederlanden und Titelverteidiger England wieder. Im zweiten Gruppenspiel konnte Jess Fishlock zum zwischenzeitigen 1:1 einschieben und damit das erste Tor für Wales bei einer EM schießen. Fishlock war mit ihren 38 Jahren auch die älteste Torschützin aller Zeiten bei einer Europameisterschaft.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Spanien in ihren drei Gruppenspielen gegen Portugal, Belgien und Italien insgesamt 14 Tore schoss. Sie wurden bereits vor dem Turnier als Favorit gehandelt, mit dieser überzeugenden Gruppenphase unterstrichen sie ihre Favoritenrolle noch einmal. Stürmerin Esther Gonzalez traf im gesamten Turnier viermal und wurde damit Torschützenkönigin.
Deutschlands Traum vom Titel
Das deutsche Team begann das Turnier primär mit der Knieverletzung von Kapitänin Giulia Gwinn im ersten Gruppenspiel. Die Sorge um Gwinn überschattete den 2:0-Sieg gegen Polen mit Toren von Jule Brand und Lea Schüller.
Die Kapitänin fiel für den Rest des Turniers aus, kehrte aber zum dritten Gruppenspiel zur Mannschaft zurück und begleitete das Geschehen nunmehr von der Seitenlinie. Ihre Mannschaft gab allerdings gegen Schweden keine gute Figur ab: 2:1-Rückstand nach 25 Minuten, rote Karte nach 34 Minuten und am Ende eine 4:1-Niederlage.
Dennoch erreichte Deutschland als Gruppenzweite das Viertelfinale, in dem Frankreich wartete. Das Spiel begann kurios, in der 13. Minute sah Kathy Hendrich rot, es folgte das 1:0 für Frankreich per Elfmeter. Ebenso kurios ging es weiter, bereits zehn Minuten später konnte Nüsken ausgleichen. Es folgte ein langes Spiel, in dem Deutschland zu zehnt gegen den Ansturm der Französinnen kämpfte und sich ins Elfmeterschießen rettete. In diesem hielt Ann-Katrin Berger zwei Elfmeter und verhalft ihrer Mannschaft so ins Halbfinale.
Im Halbfinale traf Deutschland auf Spanien. Mit nun bereits zwei verletzten Abwehrspielerinnen – neben Gwinn verletzte sich Sarai Linder im Viertelfinale – und der Sperre von Hendrich konnte Trainer Christian Wück für die Defensive nur noch auf einen stark dezimierten Kader zurückgreifen.
Spanien hatte über weite Strecken des Halbfinals zwar mehr Spielanteile, Deutschland konnte sich aber auch mehrere gute Chancen erspielen. Beide Mannschaften erzielten in der regulären Zeit keine Tore, sodass auch das Halbfinale in die Verlängerung ging. Spanien blieb weiter am Drücker und kam mehrmals gefährlich vor das Tor, bis Aitana Bonmatí in der 113. Minute mit ihrem Treffer die deutschen Träume vom Finaleinzug beendete.
It’s coming home – again
Der Europameister von 2022, England, startete mit einer Niederlage gegen Frankreich in das Turnier. Schon vorher war klar, dass die Gruppe D eine schwierige sein würde und diese Erwartungen bestätigten sich von Beginn an.
Nach diesem misslungenen Start ins Turnier folgte ein Statement im nächsten Spiel, welches sie mit 4:0 gegen die Niederlande gewannen. Auch das dritte Gruppenspiel konnte klar mit 6:1 für sich entschieden werden.
Es folgte eine spannende Ko-Runde. Im Viertelfinale lag England bis zur 79. Minute mit 2:0 gegen Schweden hinten und konnte das Spiel letztendlich im Elfmeterschießen für sich entscheiden. Auch im Halbfinale führte Gegner Italien bis zur 96. Minute, ehe die eingewechselte Michelle Agyemang den Ausgleich schoss und Chloe Kelly in der 119. Minute zum 2:1-Endstand traf.
Im Finale wartete Spanien – wie schon zwei Jahre zuvor im Finale der Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland. Ein Kopfballtreffer von Mariona Caldentey brachte die Spanierinnen in der 25. Minute in Führung. Alessia Russo erzielte in der 57. Minute, ebenfalls per Kopf, den Ausgleich. Beide Mannschaften erspielten sich danach zwar viele Chancen, konnten aber keine weiteren Tore erzielen, sodass das Spiel zunächst in die Verlängerung und letztendlich ins Elfmeterschießen ging.
Im Elfmeterschießen stachen vor allem die Torhüterinnen positiv hervor, sowohl Cata Coll als auch Hannah Hampton hielten jeweils zwei Elfmeter. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Chloe Kelly, die damit ihr Land zum zweiten Mal in Folge zum Titel schoss und die vielen englischen Fans im Stadion in Ekstase versetzte.
Vor der eigentlichen Siegererhrung wurde die Spanierin Aitana Bonmatí zur Spielerin des Turniers und die Engländerin Michelle Agyemang zur besten Nachwuchsspielerin gekührt.
Europameisterschaft der Rekorde
In der Schweiz wurden mehrere Rekorde gebrochen. Allen voran der Zuschauer:innenrekord, der zuletzt 2022 in England aufgestellt worden war. 2022 hatten insgesamt 574.875 Zuschauer:innen die Spiele besucht. Diese Summe wurde 2025 schon vor dem Finale geknackt, sodass der Unterschied letztendlich deutlich war: Insgesamt besuchten 657.291 Menschen die 31 Spiele der EM. Dies bedeutet auch, dass der Gesamtdurchschnitt mehr als 20.000 Zuschauer:innen pro Spiel betrug, ebenfalls eine Zahl, die vorher noch nie erreicht werden konnte.
Die UEFA ging mit dem Ziel ins Rennen, ein ausverkauftes Turnier durchzuführen. Dieses Ziel konnte nicht ganz erreicht werden, 673.000 Tickets hätte es insgesamt gegeben. Dennoch konnten 97,6% der Tickets verkauft werden, rund 35% davon außerhalb der Schweiz.
Auch die Prämien für die Spielerinnen und Verbände stiegen im Vergleich zur vorherigen Europameisterschaft deutlich. Insgesamt schüttete die UEFA 41 Millionen Euro aus, verglichen mit den 16 Millionen Euro in 2022 und 8 Millionen Euro in 2017 eine deutliche Steigerung. Die UEFA schrieb mit dem Turnier bewusst rote Zahlen, Nadine Kessler, UEFA-Direktorin Frauenfußball, sagte dazu: “Wir investieren mehr, auch wenn wir mit der Euro kein Geld verdienen, weil es einfach das Richtige ist.“
Ausblick: EM 2029 in Deutschland
Am 3. Dezember 2025 wurde entschieden, dass Deutschland die Europameisterschaft 2029 austragen wird. Die Bewerbung stand unter dem Titel „WE ’29 – Together we rise“. Der Anspruch ist, mit dem Turnier neue Standards für Einigkeit, Erfolg und nachhaltigen Fortschritt zu schaffen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorff sprach von Stolz über die Turnier-Vergabe an Deutschland, aber auch von der Verantwortung, die diese Gastgeberrolle mit sich bringt. Er setzte außerdem klare Ziele für die EM 2029: “Wir sind absolut überzeugt, dass das Turnier in Deutschland mehr als eine Millionen Fans anziehen und die UEFA erstmals mit einer Frauen-Europameisterschaft einen finanziellen Gewinn erzielen wird.“
Diese klare Ansage vom DFB gilt es nun gemeinsam anzugehen und umzusetzen – für eine weitere gelungene Europameisterschaft.
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