13.04.2026 - 15:00 Uhr | News | Quelle: dpa
Unions scharfe Antwort auf Social-Media-Hetze gegen Eta

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Union Berlin hat als erster Club eine Trainerin für seine Männermannschaft in der Bundesliga. Auf abfällige Kommentare reagieren die Eisernen scharf. Was das mit einer Frau im Weltall zu tun hat.

Nach der Beförderung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin der Männer-Mannschaft hat sich der 1. FC Union Berlin energisch gegen sexistische und abfällige Kommentare in den sozialen Medien gewehrt. «Ich habe das mitbekommen, Aber ich weigere mich auch, das tatsächlich zu lesen und mich damit zu identifizieren oder mir irgendeinen Mist nur vor Augen zu führen», sagte Geschäftsführer Horst Heldt bei einer Pressekonferenz der Eisernen.

In den Gesprächen mit Eta seien die verbalen Ausfälle kein Thema gewesen. «Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen in der heutigen Zeit, uns rechtfertigen müssen. Wir reden hier von einer hochkompetenten Führungspersönlichkeit», sagte Heldt über Eta. Die 34-Jährige soll die Eisernen in den letzten fünf Saisonspielen betreuen.

Union prangert Sexismus direkt an

Zuvor hatte der Club bereits auf Social-Media-Posts direkt reagiert. «Aber genau das bist du, ein Sexist», antworten die Köpenicker beispielsweise auf X auf einen herablassenden Beitrag eines Nutzers. Dieser hatte geschrieben: «Der Bundesliga Trainer, der gegen sie verliert, hat für immer sein Gesicht verloren. Es gibt, glaube ich, kaum etwas Peinlicheres.»

Union Berlins Kommunikationschef lobte seine Mitarbeiter für diese klare Replik. Man habe sich ein «bisschen in die Social-Media-Schlacht hineingestürzt», sagte Christian Arbeit. Man müssen sich «streckenweise schämen, was für Menschen sich trauen, öffentlich sich in einer Weise zu entblößen, dass man ja eigentlich kaum Worte dafür findet», ergänzte er.

Vergleich mit erster Frau im Weltall

Arbeit zog einen Vergleich zwischen Eta und der ersten Frau im Weltall, Walentina Tereschkowa im Jahr 1963. Eta habe mit ihrer Rolle als erste Frau in der Chefverantwortung eines Männer-Bundesligisten «einen pragmatischen Umgang», versicherte er. Die 34-Jährige war bei der Pressekonferenz des Clubs selbst allerdings nicht anwesend, sie wird erstmals am Donnerstag (14.00 Uhr) in der Vorbereitung auf ihre Premieren-Partie gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) öffentlich sprechen.

Heldt und Arbeit merkten auch an, dass sie gerade aus der Fußball-Branche viel positives Feedback für ihre Personalentscheidung nach der Trennung von Chefcoach Steffen Baumgart erhalten hätten.

Regierender Bürgermeister mit Fauxpas

Zu den Personen, die ausschließlich positive Worte für den Meilenstein im Männer-Fußball fanden, gehörte unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. «Respekt und Anerkennung an den FC Union Berlin für diese Entscheidung. Ein starkes Signal für den Profifußball und für Frauen im Spitzensport», äußerte der CDU-Politiker.

Dass Wegner den Doppelnamen der 34-Jährigen falsch schrieb und bei Louise den Buchstaben o vergaß, begründete er nach einem Hinweis des Bundesligisten so: «Da waren wir so überwältigt.».

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