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Was macht eigentlich Kathrin Hendrich?
Foren - Diskussionsforen - News-Forum - Was macht eigentlich Kathrin Hendrich?
| Was macht eigentlich Kathrin Hendrich? | Startbeitrag 14.02.2026 - 19:14 |
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emiliebitsch
Beiträge: 0 IP: logged |
Vierfache DFB-Pokal-Siegerin (2021-2024) sowie deutscher Meister (2022) mit dem VfL Wolfsburg, Champions League-Siegerin 2015 mit dem damaligen 1. FFC Frankfurt, U19-Europameisterin 2011, Vize U20-Weltmeisterin 201f, Vize-Europameisterin 2022 in England, Olympiasiegerin 2016 und olympische Bronzemedaillengewinnerin 2024. All das kann die am 6. April 1992 im belgischen Eupen geborene Kathrin Hendrich, die alle nur Kathy nennen, von sich behaupten. Nach ihren Jugendstationen beim FC Eupen und FC Teutonia Weiden wechselte die 33-Jährige zur Saison 2009/10 zu Bayer 04 Leverkusen und feierte am Ende der Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Anschließend spielte sie vier Jahre für den 1. FFC Frankfurt. Bevor sie 2018 vom FC Bayern München verpflichtet wurde. Von dort erfolgte ein Wechsel zum VfL Wolfsburg, für den sie ab 2020 in fünf Jahren insgesamt 150 Bundesligaspiele, als feste Größe in der Innenverteidigung, absolvierte. Im vergangenen Sommer wagte sie dann den großen Schritt in die USA zu den Chicago Stars FC. Dort verpasste Hendrich als Stammspielerin mit ihrem Team die Play-offs. Aktuell befindet sie sich zur Saisonvorbereitung im Mannschaftstrainingslager im spanischen Murcia. Von dort aus hat die deutsche Nationalspielerin im soccerdonna-Interview über ihren Wechsel in die USA, die damit verbundene Umstellung, Unterschiede zu Deutschland und die Vorfreude auf besondere Spiele gesprochen. Soccerdonna: Was waren im vergangenen Sommer deine persönlichen Erfolgsfaktoren, um im neuen Team und vor allem auf einem neuen Kontinent anzukommen und dich einzuleben? Kathrin Hendrich: Der Klub hat es mir sehr leicht gemacht. Ich wurde sehr warmherzig empfangen, sowohl von den Spielerinnen als auch von allem drumherum. Die Amerikaner sind sehr freundlich. Für mich ist das ganze Abenteuer, das erste Mal im Ausland zu spielen, eine neue große Herausforderung gewesen. Deutschland ist für mich theoretisch auch Ausland, da ich ja ursprünglich aus Belgien komme, aber den Schritt nach Amerika zu gehen war natürlich ein Riesenunterschied. Zusätzlich bin ich weit weg von zu Hause. Die Mannschaft und der Club sowie auch die häufigeren Telefonate mit Freunden und Familie zu Hause haben mir dabei sehr geholfen. Auch der Besuch meines Beraters (Dietmar Ness) war hilfreich, gerade am Anfang, da war es nicht leicht. Man hat Zeit sich viel mit sich selbst auseinanderzusetzen. Das war unter anderem ein Ziel von mir, diesen Schritt zu machen, um sich noch weiterzuentwickeln und da gehört dieser Wechsel mit allem drumherum dazu. Diese Zeit hatte ich am Anfang, weil ab 16 Uhr mein Handy in der Regel stillsteht. Da bleibt sehr viel Zeit für einen selbst. Soccerdonna: War es ein Traum von Dir mal ins Ausland, insbesondere in die USA zu wechseln? Kathrin Hendrich: Ich habe immer gesagt, die USA ist mir zu weit weg, aber grundsätzlich wollte ich irgendwann eine neue Herausforderung suchen. Vor allem auch da, wo man eine andere Sprache spricht. Deswegen war das schon immer in meinem Hinterkopf, hatte sich aber bisher noch nicht ergeben. Es war nicht unbedingt notwendig zu wechseln, da ich dort wo ich war, mich immer gut aufgehoben fühlte. Ich habe mich wohl gefühlt. Jetzt kam das Angebot und dieses Mal habe ich anders entschieden und gesagt: „Komm ich mach‘s.“ Soccerdonna: Gibt es etwas Besonderes was Du an Deutschland vermisst? Kathrin Hendrich: Ja, auf jeden Fall. Das Brot und generell das deutsche Essen. Ansonsten vermisse ich natürlich meine Familie und Freunde. Das gehört auch alles dazu. Aber an Essen und Brot hier was qualitativ hochwertiges zu finden ist wirklich schwierig. Soccerdonna: Gibt es Unterschiede in deinem Tages- bzw. Wochenablauf im Vergleich zu deiner Zeit beim VfL Wolfsburg? Kathrin Hendrich: Das Einzige, abgesehen vom Trainingslager ist, dass wir während der Saison immer morgens trainieren. Der Ablauf ist immer derselbe. Seitdem ich in den USA bin, haben wir noch nie nachmittags trainiert. Wir treffen uns morgens ganz früh, haben eine Besprechung und gehen auf den Platz. Gegen 15 Uhr sind wir meistens durch. In Deutschland war es häufig so, dass wir auch mal nachmittags trainiert haben, wo man den Morgen mal frei hatte, aber das ist hier ganz anders. Soccerdonna: Liegt der Fokus im Training und aktuell in der Saisonvorbereitung auf anderen Dingen als bei deutschen Klubs? Kathrin Hendrich: Natürlich ist der Fußball in Amerika insgesamt anders, aber von den Prinzipien her, legt man wie jetzt im Trainingslager den Fokus darauf die Physis zu verbessern und sich wieder die Grundlage für eine ganze Saison zu schaffen. Vor allem mannschaftstaktisch zu arbeiten, weil man oft, im Sommer oder jetzt hier im Winter auch an warmen Orten ist. Da kann man viel taktisch arbeiten und Sachen stellen. Wenn man jetzt im kalten Chicago wäre, ist das eher schwieriger. Grundsätzlich ist es wichtig eine gute Basis und Grundlage für die Saison zu schaffen, sowohl physisch als auch mannschaftstaktisch. Das ist bei allen Mannschaften das Gleiche, da sehe ich keine großen Unterschiede. Soccerdonna: Sind die längeren Distanzen bei Auswärtsspielen im zeitlichen Ablauf bemerkbar oder gibt es keine großartigen Abweichungen, dadurch, dass auch öfter geflogen werden muss? Kathrin Hendrich: Vom Prinzip her ist das vom zeitlichen Aufwand relativ ähnlich. Das Einzige, je nachdem wo wir hinfliegen und dort ein anderes Klima, ein anderes Wetter oder eine andere Zeitzone ist, fliegen wir auch schonmal zwei, drei Tage vorher, damit man sich akklimatisieren und an Zeit und Wetter gewöhnen kann. Da Chicago relativ zentral liegt, haben wir auch viele Spielorte, die nicht so weit weg sind. Ansonsten reisen wir auch wie in Deutschland einen Tag vor dem Spiel an. Soccerdonna: Dein Team und der Neuzugang Boston Legacy FC sind die beiden ersten NWSL Teams, die am Sonntag außerhalb von den USA gegeneinander antreten werden. Macht ein solches Spiel einen bestimmten Anreiz oder eine bestimmte Anspannung bei Dir aus? Kathrin Hendrich: Ehrlich gesagt nicht groß anders als bei anderen Testspielen. Das Einzige was ich interessant finde, dass ich gegen viele Mannschaften spiele, gegen die ich noch nie in meinem Leben gespielt habe. Da weißt du nicht genau was dich erwartet. Mit meinen deutschen Teams wusste ich das oft, wenn man zum Beispiel gegen holländische oder belgische Mannschaften gespielt hat. In der Regel kanntest du die Mannschaften und es war auch ein ähnlicher Fußball. Das ist jetzt wirklich anders. Jetzt haben wir zum Beispiel gegen die dänische Mannschaft HB Køge gespielt. Auf Boston Legacy bezogen finde ich es deshalb interessant, weil sie neu in der Liga sind. Zu sehen, wie sie drauf sind. Deswegen freue mich auf das Spiel. Soccerdonna: Bei eurem Saisonstart Mitte März in Los Angeles triffst du bereits zum zweiten Mal in der NWSL auf deine ehemalige Wolfsburger Mitspielerin Sveindís Jane Jónsdóttir von Angel City FC. Haben solche Gegebenheiten positive Auswirkungen auf Dich oder macht das durch die Anspannung auf das Spiel keinen großen Unterschied, ob man eine Spielerin aus der gegnerischen Mannschaft kennt, mit der man vielleicht eine besondere Bindung aus der Vergangenheit hat? Kathrin Hendrich: Es ist eher eine Vorfreude darauf. Das gilt aber für alle, die ich kenne und die auch in der Liga sind. Grundsätzlich freue ich mich immer, wenn man Freundinnen oder ehemalige Teamkameradinnen trifft. Das habe ich erst im Ausland gemerkt. Da weiß man das umso mehr zu schätzen, wenn man ein bekanntes Gesicht sieht. Mit Sveindís spreche ich eher Englisch, aber wenn man auch mal Deutsch sprechen kann, ist das immer schön. Im Spiel vergisst man das für die Zeit, aber es ist auch von Vorteil, wenn man die Stärken und Schwächen der Gegenspielerin weiß. Das Schöne in Amerika ist auch, dass man flexibel ist und viele Freiheiten hat. Es ist zum Beispiel so, wenn man zum Auswärtsspiel fliegt, muss man je nach Trainingsplan, nicht immer mit der Mannschaft wieder zurückfliegen. Das heißt, wenn wir auswärts spielen, dass man auch mal eine oder zwei Nächte bei entsprechenden Freundinnen länger bleibt. Das ist cool. Soccerdonna: Von welchen positiven Erfahrungen deiner bisherigen Zeit in Amerika kannst Du uns berichten und musstest Du auch schon negative Erfahrungen machen? Kathrin Hendrich: Fußballerisch gesehen genießt man hier eine ziemlich große Wertschätzung. Die Amerikaner nehmen kein Blatt vor den Mund und machen gerne Komplimente. Auf den Fußball bezogen kann man sagen, dass jedes Spiel so zelebriert wird, wie ein Event. Ich saß jetzt zwar noch nicht auf der Tribüne, aber es wirkt so, dass sie unterhalten werden wollen und nicht kritisch mit dem Finger auf einen zeigen und auf einen Fehler warten. Die kommen und wollen einfach Spaß haben. Das genieße ich sehr. Chicago ist eine riesige und wunderschöne Stadt. Deshalb kann man hier sehr viel sehen und erleben. Ich habe vor allem davon profitiert, im Sommer hierher gewechselt zu haben. Wenn ich jetzt im Winter gekommen wäre, wäre es sehr kalt und man geht weniger raus. Wenn ich in Chicago unterwegs war und vom Wetter geschwärmt habe, haben alle immer gesagt: „Warte mal auf den Winter. Der wird kalt.“ Ich dachte mir nur, ich kenne kalte Winter, aber du merkst, die haben gefühlt Angst davor. Es ist wirklich sehr kalt und ich bin froh eine längere Zeit auch nochmal hier in Spanien an der frischen Luft zu sein, denn das geht in Chicago gerade nicht. Man kann sich noch so warm anziehen, du erfrierst trotzdem. Es ist irgendwie unvorstellbar, aber es sind wirklich sehr eisige Zeiten. Deswegen freue ich mich schon, wenn es auch wieder ein bisschen wärmer wird. Auch der Verkehr hier in Amerika ist verrückt. Man muss schon wirklich aufpassen, wo man bleibt auf der Straße. Man denkt auch immer, dass die deutsche Bürokratie schlimm ist, aber die Amerikaner haben gefühlt noch viel mehr Papier und noch mehr Sachen zum Auszufüllen. Man benötigt für alles eine App, wenn man am gesellschaftlichen Leben teilhaben will. Das finde ich schade, weil ich gerne mein Handy einfach zu Hause lasse, aber dann ist man verloren. Man braucht das Handy an jeder Ecke. Soccerdonna: Wolfsburg und Chicago könnten unterschiedlicher nicht sein. Macht sich das auch anhand deiner Freizeitgestaltung bemerkbar? Hast Du neue Hobbys für Dich in Chicago entdeckt? Kathrin Hendrich: Ich wohne zentral, also ich gehe raus und spaziere durch die Straße. Das wird nie langweilig. Es gibt immer wieder neue Sachen zu entdecken. Eine Mitspielerin und ich nehmen uns immer Woche für Woche vor eine Liste zu machen. Wir wollen uns verschiedene Sachen, die man in Chicago machen kann, aufschreiben und die auch erleben, aber man kommt gar nicht hinterher, weil es einfach so viel ist. In erster Linie spielen wir Fußball und da muss es zeitlich passen. Es gibt noch so viele Sachen, die ich sehen will. Deswegen gibt es jetzt nicht das eine Hobby wo ich sage, das mache ich jetzt jede Woche. Soccerdonna: Welche Erwartungen hast Du an die neue Saison in Hinblick auf das Abschneiden der letzten Saison und die Aufstockung von 14 auf 16 Teams? Kathrin Hendrich: Ich glaube, dass wir letzte Saison unter unseren Erwartungen geblieben sind. Deswegen ist auf jeden Fall das oberste Ziel die Play-offs zu erreichen. Soccerdonna: Könntest Du dir ein Play-off-System um die Meisterschaft auch in Deutschland vorstellen und würde es deiner Meinung nach die Bundesliga attraktiver machen? Kathrin Hendrich: Grundsätzlich finde ich das System gut, weil es eben sehr interessant ist und man bis zum Schluss alles geben muss. Es ist selten, dass man so abgeschlagen ist, dass man sagt: „Das schaffen wir eh nicht mehr.“ Man hat noch theoretische Chancen, die Play-offs zu erreichen. Das ist ein positiver Effekt, dass du bis zum Schluss auf Spannung bleiben musst. Das Einzige was ich nicht gut finde, dass vergangene Saison Kansas City Current mit 21 Punkten Vorsprung den ersten Platz in der regulären Tabelle erreicht hat und am Ende trotzdem nicht Meister geworden ist. Gotham FC hat sich gerade so für die Play-offs qualifiziert und gewinnt am Ende die Meisterschaft. Keiner kann bei diesem System absteigen und jeder spielt um zu gewinnen, natürlich auch taktiert. Das finde ich cool, weil sich das auch in den Spielen wiederspiegelt. Soccerdonna: Hast Du ein neues Ritual an Spieltagen, seitdem Jörg „Kulle“ Schmidt, der Betreuer und Zeugwart vom VfL keine beschriftete Banane mehr vor den Spielen auf deinen Platz legen kann? Kathrin Hendrich: Ehrlich gesagt, nein. Bananen gibt es sowieso schon genügend in der Kabine, aber auch viele andere Sachen. Die Amerikaner essen gerne mal Süßigkeiten, also essenstechnisch bin ich da super versorgt. Außer, dass ich vor einem Spiel immer bete, habe ich jetzt keine neuen Rituale. Das ist auch immer schwierig, wenn da irgendwas schiefläuft oder man es vergisst, würde das einen eher ablenken. Aber beschriftet waren meine Bananen hier bisher noch nicht. Soccerdonna: Hast Du ein gutes Verhältnis zu deinem neuen Zeugwart und dem Team generell? Kathrin Hendrich: Ja, auf jeden Fall. Wir verstehen uns alle richtig gut. Also damit hängt das jetzt gar nicht zusammen. Ich glaube das Kulle auch ganz froh ist und Steve „Stevie“ Smith auch in der Nationalmannschaft, wenn das so ihr Ding bleibt und ich das nicht unbedingt mit nach Amerika nehme. |
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