21.02.2026 - 19:00 Uhr | News | Quelle: sd | von: Jan Klein Reesink
Was macht eigentlich Lotta Cordes?

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©FK Austria Wien
Lotta, geboren im beschaulichen Nienburg an der Weser, war schon früh das, was man ein „Eigengewächs“ nennt. Früh kam sie in die Akademie des VfL Wolfsburg. Sie durchlief alle Jugendteams, biss sich durch und stand schließlich im Kader eines der besten Teams der Welt.

Aber das ist die Krux im Profifußball: Wenn du im Mittelfeld Spielerinnen wie Lena Oberdorf oder Alexandra Popp vor dir hast, ist der Weg auf dem Rasen weit. Lotta saß oft auf der Bank. Sie lernte von den Besten, trainierte auf höchstem Niveau, aber das Herz einer Fußballerin schlägt nun mal für Spielzeit und die fehlte ihr. Deshalb wagte sie den Schritt raus aus der Komfortzone und das Leben als Titelsammlerin und wechselte nach acht Jahren Wolfsburg in die Großstadt Köln zum 1. FC Köln.

Das ist Lotta Cordes.

Lotta Cordes wurde am 5. August 2001 im niedersächsischen Nienburg an der Weser geboren. Sie ist Deutsch-Spanierin und hat seit ihrem 13. Lebensjahr beim damals besten Frauenfußballverein, dem VfL Wolfsburg, das Fußballspielen gelernt.

Bei den Wölfinnen durchlief sie alle Nachwuchsmannschaften und debütierte 2020 in der Champions League und Bundesliga. Trotz zweier Doubles (2020, 2022) blieb sie in einem Kader voller Weltstars, wie Lena Oberdorf, Pernille Harder, und Alexandra Popp stets die „ewige Ergänzungsspielerin“. Ihre ehemalige Mitspielerin und Mentorin Popp lobte in der Vergangenheit Lottas Fleiß und Spielintelligenz, sah aber auch die Notwendigkeit von Einsatzminuten für ihre Entwicklung.

Im Sommer 2022 folgte der bewusste Bruch und damit auch der Wendepunkt in ihrer Karriere. Cordes verließ das gewohnte Umfeld und unterschrieb beim 1. FC Köln. Die mittlerweile 24-Jährige ließ auch den Status als „Nachwuchsspielerin“ am Wolfsburger Ortsschild zurück und wollte nun auf dem Platz vorangehen sowie Stammspielerin in der Bundesliga werden. Die defensive Mittelfeldspielerin wusste, dass sie beim 1. FC Köln geringere Chancen haben würde auf Titel und die Möglichkeit, im großen Rampenlicht der Champions League auf sich aufmerksam zu machen. Dafür aber bekam sie endlich die Chance, dauerhaft zu beweisen, welches Potenzial in ihr schlummert.

Der damalige Kölner Trainer Sascha Glass freut sich über seine neue Spielerin: „Sie ist ein großes Talent und eine entwicklungsfähige Spielerin mit einem tollen Charakter. Sie hat in Wolfsburg in einem Top-Kader wichtige Erfahrungen sammeln können und brennt darauf, bei uns den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu machen.“

Nachdem sie in zwei Saisons aber trotzdem nur auf 31 Bundesliga-Spiele für den „Effzeh“ kam, wagte sie erneut den Schritt aus der Komfortzone und wechselte ins Ausland. Beim österreichischen Bundesligisten FK Austria Wien fand sie ihre neue sportliche Heimat.

Dort ist die 24-Jährige auf Anhieb Stammspielerin. Sie organisiert das Mittelfeld, erobert Bälle und anders als in Deutschland glänzt sie auch als Scorerin. In zehn von dreizehn möglichen Bundesliga-Spielen sammelte sie sechs Scorer (zwei Tore, vier Vorlagen). Cordes hat deshalb auch einen großen Anteil an der Tabellenführung des FK.

Was macht Lotta Cordes so besonders?

Cordes ist keine Spielerin der lauten Töne oder der spektakulären Offensiv-Dribblings. Ihre Stärke liegt in der „unsichtbaren Arbeit“.

Durch ihre Ausbildung beim VfL verfügt sie über ein exzellentes Positionsspiel. Sie fungiert beim FC als defensives Gewissen, das Räume schließt, bevor Gefahr entsteht. Während andere unter Pressing den Ball lang schlagen, sucht Cordes die spielerische Lösung. Hier kommt bei ihr das Spielprinzip der Wolfsburger Schule durch. Ihr wohl größter Charaktertest begann im März 2024 mit einem Kreuzbandriss. Die Art und Weise, wie sie sich sieben Monate lang zurückarbeitete, unterstreicht ihre professionelle Einstellung.

Das sagt Soccerdonna-Autor Jan Klein Reesink.

„Lotta Cordes ist das Paradebeispiel für eine Spielerin, die das goldene Nest eines Weltklubs verließ, um über den Umweg der Eigenverantwortung zur unverzichtbaren Taktgeberin in der Bundesliga zu reifen.“

Das Fazit

Lotta Cordes hat bewiesen, dass sie Rückschläge nicht aus der Bahn werfen. Auch von Verletzungen wie ihrem Kreuzbandriss im März 2024 und einer damit verbundenen siebenmonatigen Pause warfen sie nicht zurück. Sie kam immer wieder und beweist nun in Österreich bei der FK Austria Wien, dass sie Führungsspielerin ist und ihrem Team mittlerweile auch als Vollstreckerin und Vorbereiterin dienen kann. Der Schritt zurück aus dem Rampenlicht war für sie der nötige Anlauf für einen weitaus größeren Sprung. Eine spiel- und zweikampfstarke Sechserin könnte mit Blick auf das DFB-Team, auch aufgrund ihres noch relativ jungen Alters von 24 Jahren, interessant werden.

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