London City Lionesses - Entwicklung des


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London City Lionesses - Entwicklung des |  Start entry 17.02.2026 - 00:43
Jaschi16
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Auf dem Papier sind die London City Lionesses vieles, sicher aber kein Aufsteiger.

Investitionen von mehr als 3 Millionen Euro seit Sommer 2025 stehen zu Buche, internationale Top-Qualität wurde nach Bromley gelockt. London City möchte in die Spitzenriege der Women’s Super League vordringen und befindet sich aktuell auf einem guten Weg.

Eine 9 wird schmerzlich vermisst

Solider sechster Platz in der Liga, bunte Formkurve – so weit, so gut. Tatsächlich zeichnet die Tabelle ein verzerrtes Bild und „LCL“ würde deutlich höher platziert sein, wenn das Hauptproblem behoben werden kann: Das Fehlen einer klaren Nummer 9.

Auf den Flügeln ist LCL mit Freya Godfrey und Nikita Parris bestens besetzt. Die 20-jährige Godfrey ist nicht nur ein europäisches Top-Talent, sondern auch bereits eine der stärksten „Winger“ der Liga. In 11 Einsätzen in der Liga stehen 7 Scorer zu Buche. In Toren und Assists steht die Britin daher lediglich hinter ManCity Superstar Kerolin, welche 7 Tore und 4 Assists aufweisen kann. In 1:1-Situationen ist Freya Godfrey sogar ligaspitze. Keine andere Außenbahnspielerin schafft es, aus 1:1-Situationen so viele erfolgreiche Flanken oder Abschlüsse zu produzieren. In Zahlen: vier Chancen kreiert sie je 90 Minuten, einen Key Pass steuert sie pro Spiel bei.

Auf der linken Seite bearbeitet Nikita Parris das Spielfeld, welche viel Erfahrung (Arsenal, ManUtd und Brighton) mitbringt und ebenfalls gute Leistungen zeigt. So viel Durchschlagskraft LCL auf den Flügeln besitzt, umso desolater sieht es im Sturmzentrum aus.

Mit Sanni Franssi und Isobel Goodwin stehen zwei etatmäßige Mittelstürmerinnen im Kader. Während Franssi in 13 Ligaeinsätzen, die meisten davon kurz, noch gar nicht treffen konnte, traf Goodwin zuletzt am 16. November gegen Aston Villa. Auch Kosovare Asllani wurde ins Sturmzentrum rotiert, die 36-Jährige traf aber zuletzt am 12. Oktober gegen Abstiegskandidat West Ham United.

Die Lösung für die 9 kam auch im Winter nicht, auch deswegen, weil eine Perspektivlösung mit Lotta Lindström (aktuell verliehen an Birmingham City), Hoffnung macht. Die 21-jährige Finnin steuerte in wettbewerbsübergreifend acht Partien fünf Tore und eine Vorlage bei. Aktuell ist sie bei Birmingham als feste 9 gesetzt.

Lionesses ließen bereits sechs Punkte im Februar liegen

Anfang Februar gegen Everton dominierte LCL das Geschehen: 17 Schüsse, 15 Ecken, Everton kämpfte teilweise ums Überleben. Am Ende wurde die fehlende Chancenverwertung bestraft und Evertons Lucky Punch führte zu einer bitteren Niederlage.

Am vergangenen Sonntag gegen Manchester United war London City erneut überlegen, konnte aber beispielsweise eine Großchance zum 2:0 in Minute 11 nicht verwerten, nachdem Godfrey die United-Keeperin Phallon Tullis-Joyce testete und der Abpraller aus kürzester Distanz nicht ins Tor getragen wurde. Die schwächelnde Offensive lässt die Lücke nach oben größer erscheinen, als sie ist.

Defensive dafür auf internationalem Spitzenniveau: Ein Blick hinter die reine Tordifferenz

Mit 27 Gegentoren wirkt die Defensive auf den ersten Blick nicht sehr stabil. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass die Aufsteigerinnen die ersten vier Ligaspiele gegen Arsenal (4 Gegentore), ManUtd (5 Gegentore), Everton (1 Gegentor) und ManCity (4 Gegentore) bestritten, und dabei ihre gesamte Defensive, inkl. Torfrau, Außen- und Innenverteidigung ausgetauscht haben, verliert die reine Anzahl Gegentore schnell an Bedeutung.

Schaut man auf die Werte nach Spieltag 5, also einen Monat nachdem die Defensive komplett neugestaltet wurde und etwas Zeit hatte, sich einzuspielen, liegt London City mit 13 Gegentoren gleichauf mit Chelsea auf Rang Drei.

Poppy Pattinson & Jana Fernandez: Außenverteidigerinnen auf höchstem Niveau

Die Defensive um Jana, Pattinson, Corrales, Sangaré und Lete ist mittlerweile auf einem Top-Niveau angelangt.

Während die von OL geliehene Sangaré aufgrund ihrer starken Leistungen sehr wahrscheinlich nicht über den Sommer hinaus bleiben wird, hat man zumindest auf den Außen und im Tor Planungssicherheit. Pattinson, mit 25 eher eine „Late Bloomer“, ist aus der Startelf nicht mehr wegzudenken, ist defensiv kompromisslos und tritt die Ecken für die Lionesses. Königstransfer Jana, eine Seriensiegerin aus Barcelona, führt die Liga in zurückgewonnenem Ballbesitz, Tacklings, gewonnenen Zweikämpfen und geblockten Schüssen an. Bei anderen kritischen Werten wie gewonnenen Luftduellen, erfolgreiche Dribblings und präzise weite Bälle liegt sie in den oberen 5%. Neben Manchester Citys Kerstin Casparij ist Jana aktuell das Maß aller Dinge auf der Rechtsverteidigerposition.

Im Teamvergleich führt London City bei „Interceptions“, also abgefangenen Bällen, und liegt bei gewonnenen Tacklings auf dem zweiten Rang.

4-1-4-1 in der Defensive: Schlüssel zum Erfolg

Dass die Defensive seit Oktober aufblüht, liegt auch an der Taktik von Trainer Eder Maestre.

Das offensive 4-2-3-1 wird gegen den Ball zu einem 4-1-4-1 mit Saki Kumagai als abkippender Sechs, die beinahe einen dritten Innenverteidiger spielt. Diese tiefe Abwehrreihe macht es Gegnern schwer. Diese sogenannten „Low-Blocks“ stellen spielstarke Teams immer wieder vor Probleme.

Zuletzt war es ManUtd, das selbst mit schnellen und spielstarken Akteurinnen einen magischen Jess Park-Moment benötigte, weil den Londonerinnen mit konventionellen Mitteln nicht beizukommen war. Dabei verschiebt Maestres Team eher konservativ als Block, obgleich die ballführende Spielerin stark gepresst wird. Dies gibt wenig Räume frei, selbst wenn die Gegnerinnen eine Pressingsituation spielerisch auflösen können.

Variabel in der Offensive

Auffallend ist zudem, dass die Lionesses sich beim sehr breiten Flügelspiel bei Ballbesitz genau so wohl fühlen, wie bei Kontern. Sobald der Ball tief gewonnen wird, gehen schnelle Spielerinnen wie Jana, Pattinson, Parris und Godfrey auf die Reise, oft auch zentral und ohne Positionsbindung. Diese Variabilität zeigt: LCL ist kein „One-Trick-Pony“, sondern hat in kürzester Zeit in einer neuen Liga, mit vielen Neuzugängen bereits Konzepte in der Hand, um spielstarken und destruktiven Gegnern gleichermaßen zu begegnen.

Fazit: Top-Klub-Status lediglich eine Frage der Zeit..

London City wird mittelfristig in die Riege von City, Arsenal, Chelsea und United vorstoßen. Mit Transfers von internationalen Stars wie Geyoro, Cascarino, Jana, Linari etc. wurde ein klares Statement an die Liga geschickt: Der Erfolg soll kommen und das schnell.

Ab kommender Saison, wenn das Team sich noch mehr abgestimmt hat und die Prozesse greifen, ist zu erwarten, dass an der Dominanz der Top Vier gewackelt wird. Die Debütsaison der Lionesses in der Women’s Super League verspricht viel.
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