26.06.2022 - 21:34 Uhr | News | Quelle: dpa | von: Eric Dobias
EM kann kommen: DFB-Frauen mit gutem Gefühl nach England

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Die deutschen Fußball-Frauen sind schon in EM-Form. Bis zur Abreise zum Turnier muss die Bundestrainerin nur noch an Nuancen feilen. Die Vorfreude und Erwartungen im Team sind groß.

Am liebsten wären die deutschen Fußball-Frauen direkt nach der überzeugenden EM-Generalprobe zur Endrunde nach England gedüst. Das 7:0 (2:0) gegen die Schweiz im letzten Härtetest am Freitag steigerte die Vorfreude im DFB-Team auf das Turnier vom 6. bis 31. Juli noch einmal gewaltig. «Das gibt uns Rückenwind und macht Bock auf mehr», sagte Dreifachtorschützin Klara Bühl.

«Gute Leistung, schöne Tore, viel Energie», fasste Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die 90 Minuten von Erfurt zusammen. «Was die Mannschaft auszeichnet, ist die Frische. Die Spielerinnen fühlen sich wohl und sind gut dabei.»

Ein wenig gedulden müssen sich die DFB-Frauen aber noch. Zunächst wird bis zum Mittwoch im Vorbereitungscamp in Herzogenaurach weiter am Feinschliff gearbeitet. «Ganz fertig sind wir noch nicht. Wir werden mit den Spielerinnen besprechen, woran sie noch arbeiten wollen. Auf jeden Fall geht es auch in den Kraftraum», kündigte Voss-Tecklenburg an.

Danach dürfen die EM-Fahrerinnen noch einmal drei Tage nach Hause. «Und dann werden wir am nächsten Sonntag mit ganz viel Freude in den Flieger gen England steigen», sagte die Bundestrainerin und äußerte den Wunsch: «Hoffentlich nehmen wir viele gute Dinge, die wir gesehen haben, mit in die EM.»

Dort trifft die deutsche Mannschaft in der Vorrunde auf Dänemark, Spanien und Finnland. «Das Spiel gegen Dänemark wird der Schlüssel für das Turnier sein», prophezeite Voss-Tecklenburg. Dann wird es auch auf die Defensive ankommen, die gegen die Schweiz kaum gefordert wurde. «Dazu wird es noch ein, zwei Trainingsschwerpunkte geben», sagte die 54-Jährige.

Letztlich geht es aber nur noch um Nuancen. «Das Repertoire, das wir uns als Team erarbeitet haben, ist relativ groß. Wir wissen, wie wir mit, ohne und gegen den Ball agieren wollen», sagte Voss-Tecklenburg und befand: «Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader und sind gut aufgestellt für die Endrunde.»

Der Auftritt beim Torfestival gegen die Schweiz verstärkte noch einmal die guten Trainingseindrücke. «Die Mannschaft hat gezeigt, welche Qualitäten und welches Potenzial sie hat. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wenn wir den weitergehen, mache ich mir keine Sorgen, dass wir ein geiles Turnier spielen», sagte Bühl und fügte erleichtert hinzu: «Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft so helfen kann. Und natürlich tut es auch mir gut und gibt Selbstvertrauen.»

Die 21 Jahre alte Offensivspielerin vom FC Bayern München ragte mit drei Toren aus einem geschlossenen Team noch ein wenig heraus - und erhielt dafür ein Extra-Lob von der Bundestrainerin. «Sie ist gereift und will jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Das macht sie auf dem Platz und abseits davon», sagte Voss-Tecklenburg. «Sie hat sehr an sich gearbeitet, fühlt sich wohl, gesund und stabil.»

Das gilt für den gesamten 23-köpfigen EM-Kader, in dem Kapitänin Alexandra Popp (VfL Wolfsburg) und Sara Däbritz die erfahrensten Spielerinnen sind. Für die Mittelfeldspielerin vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon steht fest: «Nach diesem Spiel können wir mit viel Selbstvertrauen nach England fahren. Wir zählen uns zu den Favoriten - und unser Traum ist es, um den Titel zu spielen und ihn zu gewinnen.»

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