Abstiegskampf: Jena und Essen ab 2026/27 zweitklassig - – Rückblick Saison 2025/26


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Abstiegskampf: Jena und Essen ab 2026/27 zweitklassig - – Rückblick Saison 2025/26 |  Startbeitrag 20.05.2026 - 15:49
Stewa
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Der Kampf gegen den Abstieg blieb rein rechnerisch bis zum letzten Spieltag spannend. Auch wenn es da bereits unrealistisch war, dass die SGS Essen den großen Unterschied in der Tordifferenz zum HSV aufholen würde, wäre es dennoch möglich gewesen. Am Ende der Saison 2025/26 steigen der FC Carl Zeiss Jena und die SGS Essen in die 2. Bundesliga ab.

Nürnberg spielt sich selbst unten rein

Am Ende der Hinrunde wähnte sich der 1. FC Nürnberg mit insgesamt 15 Punkten und einem acht Punkte Vorsprung zu den Abstiegsplätzen in Sicherheit. Der Verein, der nach nur einer Saison in der 2. Liga den direkten Wiederaufstieg geschafft hatte, stand auf dem 9. Platz und konnte die weiteren Aufsteiger, Union Berlin und HSV, sowie Leipzig, Essen und Jena hinter sich lassen.

Allerdings machte Nürnberg den Abstiegskampf mit einer unterdurchschnittlichen Rückrunde für sich selbst wieder spannend. Vom 13. bis zum 23. Spieltag holten die Fränkinnen nur vier der möglichen 33 Punkte und blieben deutlich hinter ihren Leistungen aus der Hinrunde zurück. Ein Sieg gegen Jena und ein Unentschieden in Bremen reichten nicht, um einen frühzeitigen Klassenerhalt zu ermöglichen. Stattdessen überholten zuerst Union und später auch RB Leipzig die Nürnbergerinnen, sodass diese in der Tabelle immer weiter nach unten rutschten.

Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen die Verfolgerinnen vom HSV zog der Club die Reißleine und entließ Trainer Thomas Oostendorp nur drei Spieltage vor Saisonende. Interimsweise übernahm Co-Trainerin Isabel Bauer. Mit einem 3:0-Pflichtsieg gegen die SGS Essen konnte dann am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt im heimischen Max-Morlock-Stadion gefeiert werden.

Essen und der HSV machen Abstieg unter sich aus

Sowohl die SGS Essen als auch der HSV spielten eine durchwachsene Hinrunde. Neun und sieben Punkte wurden in 13 Spielen erkämpft. Besonders die Hamburgerinnen waren allerdings auch von Verletzungspech geplagt.

Der HSV rüstete dementsprechend in der Winterpause nach und verpflichtete sowohl für eine kompaktere Defensive als auch für mehr Schlagkraft in der Offensive mehrere Spielerinnen. Torhüterin Lea Paulick, Rechtsverteidigerin Magou Doucouré, Mittelfeldspielerin Paulina Bartz und Stürmerin Camilla Linberg spielten sich mit ihren Leistungen schnell in die Startelf Hamburgs.

Die Verstärkungen des Kaders machten sich für den HSV schnell bemerkbar: Bereits Ende Februar hatten die Hamburgerinnen ebenso viele Punkte gewonnen wie in der gesamten Hinrunde. Dafür benötigten sie nur sechs Spiele, in denen sie gegen die direkte Konkurrenz aus Essen und überraschend gegen Hoffenheim gewinnen konnten. Ein Unentschieden im Nordderby steuerte den siebten Punkt bei. Im März konnte der HSV allerdings nicht an diese Erfolge anknüpfen und entließ schließlich im April Trainerin Liése Brancão. Unter Interimstrainer Rodolfo Cardoso gelang direkt im ersten Spiel der wichtige Auswärtssieg in Nürnberg.

Nachdem die SGS Essen am 15. Spieltag in der 90. Minute das 1:2 beim HSV fing und eine Niederlage einstecken musste, rutschte die Mannschaft auf den 13. Platz. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Hamburg konnten zunächst nur vereinzelt Punkte durch Unentschieden gewonnen werden. Der einzige Sieg der Rückrunde folgte erst am 23. Spieltag gegen Jena. Allerdings gewann auch der HSV an diesem Spieltag in Nürnberg, sodass der Abstand von drei Punkten nicht aufgeholt werden konnte.

Besonders schmerzhaft dürften die hohen Niederlagen gegen die TSG 1899 Hoffenheim (0:4), Bayern München (0:5) und Bayer Leverkusen (0:4) gewesen sein, da diese für eine schlechte Tordifferenz sorgten und es so trotz des Abstands von nur drei Punkten schon vor dem letzten Spieltag für die SGS Essen eigentlich unmöglich machten, den HSV in der Tabelle zu überholen und die Klasse zu sichern.

Jena auf dem letzten Platz

Der FC Carl Zeiss Jena stand als erster Absteiger nach dem 24. Spieltag fest. Allerdings stand Jena überhaupt nur am 3. Spieltag, aufgrund eines besseren Torverhältnisses, nicht auf einem Abstiegsplatz. Fast die gesamte Saison hat der Verein auf dem 13. oder 14. Tabellenplatz verbracht, daher kommt der Abstieg nicht besonders überraschend.

Jena überwinterte mit sechs Punkten auf dem letzten Platz. Nur drei Punkte trennten den Verein damals vom rettenden 12. Platz, auf dem zu dem Zeitpunkt die SGS Essen stand. Der Klassenerhalt war also noch erreichbar. Ein Schwachpunkt Jenas war in der Hinrunde die Offensive: nur zwölf eigene Tore konnten erzielt werden.

In der Transferperiode im Winter wurde entsprechend reagiert und mit der Schwedin Olivia Alcaide eine Stürmerin verpflichtet. Bereits in ihrem zweiten Spiel erzielte Alcaide den Siegtreffer bei Union Berlin und verhalf Jena zu ihrem zweiten Sieg überhaupt in der Saison 2025/26. Allerdings blieb es bei diesen beiden Siegen im gesamten Saisonverlauf. Alcaide schoss ein weiteres entscheidendes Tor: das 1:1 gegen die direkten Tabellenkonkurrentinnen aus Hamburg. Aber außer diesen vier Punkten konnte Jena in der Rückrunde nur noch einen weiteren Punkt gegen Leipzig holen.

Somit steht Jena nach 26 Spieltagen mit elf Punkten auf dem letzten Platz der Bundesliga und wird in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga antreten. Zuletzt spielten die Thüringerinnen in der Saison 2023/24 in der 2. Liga und stiegen als Meister auf.

Ausblick

Mit der SGS Essen steigt der letzte reine Frauenfußballverein aus der 1. Bundesliga ab. Der Verein, der unter anderem für die Nationalspielerinnen Lea Schüller und Lena Oberdorf die erste Station in der Bundesliga war, spielte viele Jahre erfolgreich im oberen Tabellenbereich mit. Die finanziellen Unterschiede zu Mannschaften, hinter denen ein Männerfußballverein steht, sind allerdings in den letzten Jahren zusehends gewachsen. Nachdem sich bereits Turbine Potsdam nicht in der 1. Bundesliga halten konnte, hat es nun auch die SGS Essen erwischt.

Für die Saison 2026/27 wird der HSV für mehr Konstanz sorgen müssen. Ein breiter aufgestellter Kader als in dieser Saison kann helfen, mögliche Verletzungen besser zu kompensieren als in der Hinrunde 2025/26. Die Mischung aus jungen aufstrebenden und erfahrenen Spielerinnen kann ein Erfolgsrezept für die Hamburgerinnen sein, wenn eine gute Balance gefunden werden kann.

Ob diese Linie weitergefahren werden soll, wird erst klar werden, wenn der Trainer:innenposten neu besetzt wird. Bisher hat der HSV noch keine Zu- oder Abgänge bekanntgegeben, aber die neue Trainerin oder der neue Trainer wird mit Sicherheit eigene Ansätze und Ideen für die Kader- und Systemplanung für die kommende Bundesligasaison mitbringen.

Wen wir in der Saison 2026/27 außerdem in der 1. Bundesliga erwarten können, stellen wir morgen dar, wenn die Aufsteigerinnen analysiert werden.
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