Deep-Dive Teil 1: London City Lionesses – Ein Projekt, das Großes verspricht


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Deep-Dive Teil 1: London City Lionesses – Ein Projekt, das Großes verspricht |  Startbeitrag 25.01.2026 - 00:24
Jaschi16
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Im beschaulichen Bromley wächst derzeit ein Projekt, das in den kommenden fünf Jahren die Spitze der Women’s Super League aufmischen könnte. Das Scheinwerferlicht ist in dieser Saison auf „LCL“ gerichtet, die sich nach dem Aufstieg in die höchste Spielklasse mit derzeit 16 Punkten solide im oberen Mittelfeld festgesetzt haben.

Barça-DNA in Bromley: Die spanische Achse

Dies ist keineswegs ein Zufall. Zunächst muss man sich die Kaderstruktur vor Augen führen: 25,5 ist der Altersdurchschnitt. Ein gesunder Mix aus erfahrenen Spielerinnen und vielversprechenden, jungen Talenten.

Im Tor wurde mit Elene Lete eine Keeperin von internationalem Format für die erste WSL-Saison verpflichtet. Der Königstransfer für die Defensive gelang jedoch im Sommer 2025 mit Jana Fernández. Die 23 Jahre alte Verteidigerin kam vom FC Barcelona und ist ein Serien-Champion – drei Champions-League-Titel und fünf Meisterschaften stehen zu Buche.

Sowohl Lete als auch Fernández hätten in Spanien Champions League spielen können, doch tauschten sie San Sebastián und Barcelona gegen London ein. Dies ist ungewöhnlich, zumal in Englands Top-Four (Arsenal, Chelsea, Man City und Man Utd) lediglich zwei spanische Nationalspielerinnen unter Vertrag stehen – Mariona (Arsenal) und Leila (Man City). Der Grund, wieso ein Aufsteiger gleich zwei Spielerinnen dieses Kalibers anlocken konnte, ist das Projekt, das LCL verkörpert. Ein klarer Fahrplan Richtung Spitze, an den die Spielerinnen glauben – untermauert durch massive Investitionen in Infrastruktur und Staff. Nicht unerwähnt bleiben darf dabei Lucía Corrales. Die spanische Linksverteidigerin, ausgebildet beim FC Barcelona, kam ebenfalls in diesem Sommer und gilt als großes Talent.

Routiniers als Anker: Die Hierarchie stimmt

Sportdirektor Ronald Thompson, der federführend für Transfers zuständig ist, bringt nicht nur über 20 Jahre Erfahrung im Scouting und der Performance-Analyse mit, er ist auch bestens vernetzt.

In jedem Mannschaftsteil wurde eine erfahrene, starke Spielerin als Leitwölfin installiert. Ein roter Faden, der bei Aufsteigern in der Kaderplanung oft fehlt. Elena Linari kam im Sommer von der AS Roma. Die 31 Jahre alte italienische Nationalspielerin bildet neben Alanna Kennedy, ebenfalls 31, die Innenverteidigung. Kennedy wechselte nach kürzester Zeit von Angel City nach Bromley. Daniëlle van de Donk kam für das Mittelfeld, bereits ein Jahr zuvor wurde Kosovare Asllani für den Angriff verpflichtet.

Im Sommer 2025 wurden mit Sanni Franssi und Nikita Parris zwei weitere Angreiferinnen mit großer Erfahrung eingekauft. Was wie ein Shopping-Trip im Fußball-Manager-Videospiel wirkt, hat jedoch System. Parris folgte damit Sportdirektor Thompson. Beide teilen eine gemeinsame Brighton-Vergangenheit – genau wie Sarah Batters, die bei LCL das Marketing steuert. Das Netzwerk greift.

Junge Wilde: Der Talente-Pool

Neben den erfahrenen Spielerinnen stehen bei LCL spannende Talente unter Vertrag, nach denen sich die Konkurrenz die Finger leckt. Isa Kardinaal: Die 20-jährige Niederländerin hat in bereits 50 Profi-Einsätzen für Ajax Erfahrung in der Eredivisie und der Champions League gesammelt. Dazu kommen herausragende Statistiken, wie z. B. 73 % erfolgreiche Tacklings und 70 % gewonnene Luftduelle in der Saison 24/25. Damit steht hinter Elena Linari und Alanna Kennedy ein Top-Talent in den Startlöchern, das die Niederlande auf jedem Level von U15 bis U23 repräsentiert hat.

Ein weiteres Talent, das auf dem Radar vieler Top-Klubs ist, ist Freya Godfrey. Die rechte Flügelspielerin muss zwar noch an der Genauigkeit ihrer Flanken feilen, jedoch zeigt sie mit zwei Toren und zwei Assists in lediglich 533 Spielminuten, dass sie eine Waffe auf den Außen ist. Neben Kardinaal, Corrales, OL-Leihgabe Wassa Sangaré und Freya Godfrey gibt es jedoch ein Talent, das künftig für Furore sorgen wird: Lotta Lindström.

Die 21 Jahre alte Finnin, die auch für die Nationalmannschaft aufläuft, ist aktuell an Birmingham City in die WSL2 verliehen. Nachdem ein Kreuzbandriss Lindström zum Zusehen zwang, ist die 1,66 Meter große Angreiferin zurück – und das mit beeindruckender Spritzigkeit und Torgefahr. Beim 2:6 gegen Hull City am 18. Januar traf sie bei ihrem Debüt für Birmingham und lieferte eine beeindruckende Performance. Nur eine Woche später, beim heutigen Ligaspiel gegen Portsmouth, führte Lindström erneut den Sturm an und lieferte einen Assist. Portsmouth sah sich gezwungen, Lindström phasenweise zu doppeln, da die Dribblings der jungen Finnin die Abwehrkette immer wieder aufrissen. Lotta Lindström dürfte, wenn sie ihre Leistungen beibehalten kann, eine spannende Spielerin für die Top-Klubs der Welt werden. Daran besteht kaum ein Zweifel.

LCL legt nach: Spitzentransfers im Winter

Nach Königstransfers wie Fernández oder Grace Geyoro zu Saisonbeginn legte LCL diesen Winter nach und untermauert so seine Ambitionen. Die Verpflichtung von Delphine Cascarino, die mit einem Marktwert von 375.000 € zu den Top 20 Flügelspielerinnen Europas zählt, wechselte nach London.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell dieses hochkarätige Puzzle ineinandergreift. Doch eines steht fest: Die London City Lionesses sind gekommen, um zu bleiben. Welche taktischen Kniffe Coach Prêcheur dafür nutzt, analysieren wir für euch im nächsten Teil.
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