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28.08.2026 - 20:00 Uhr | News | Quelle: sd
Durchbruch trifft Turniererfahrung: Araśniewicz und Soto vor der U20-WM

©VfL Wolfsburg
Vor dem Start der U20-WM in Polen nimmt Soccerdonna in neun Artikeln jeweils zwei Spielerinnen in den Blick, die das Turnier prägen könnten. Zum Auftakt stehen Weronika Araśniewicz und Alice Soto im Mittelpunkt.
Araśniewicz erreicht die WM in einer Karrierephase, in der sich ihr sportlicher Maßstab gerade verschiebt. Die 18 Jahre alte Mittelfeldspielerin verließ Diamenty Warschau im Sommer 2024 in Richtung des Nachwuchses des FC Barcelona. Ein Jahr später ging sie zunächst auf Leihbasis zum VfL Wolfsburg, wo sie für die U20 in der 2. Frauen-Bundesliga vorgesehen war. Im Juli zog Wolfsburg die vereinbarte Kaufoption und nahm sie fest in den Profikader auf.
Wie schnell sie dort erste Akzente setzt, zeigte der Saisonstart beim 1. FC Nürnberg. Beim 8:2-Erfolg des VfL erzielte Araśniewicz in ihrem ersten Bundesligaspiel gleich ihr erstes Tor. Vier Tage später kam sie auch beim 2:0 gegen Inter Mailand in der Qualifikation zur UEFA Women’s Champions League zum Einsatz. Die WM fällt damit genau in ihren Übergang vom Zweitliga-Nachwuchs zu Einsätzen in der Bundesliga und auf europäischer Bühne.
Auf Turnierebene ist Araśniewicz trotz ihrer ersten U20-WM keine Unbekannte. Bei der U17-Europameisterschaft 2024 erreichte sie mit Polen den dritten Platz und wurde in die Mannschaft des Turniers aufgenommen. Bei der U19-EM 2025 erzielte sie drei Tore, ein Jahr später kamen zwei weitere Treffer bei der Endrunde in Bosnien und Herzegowina hinzu. Im März 2026 debütierte sie zudem für die polnische A-Nationalmannschaft und kommt inzwischen auf drei Einsätze.
Ihre Trefferbilanz bei den beiden vergangenen U19-Europameisterschaften verrät einiges über ihre mögliche Aufgabe. Araśniewicz verbindet nicht nur Mittelfeld und Angriff, sondern rückt konsequent bis in den Strafraum nach. Beide Tore bei der diesjährigen U19-EM erzielte sie per Kopf. Für den WM-Debütanten Polen kann diese zusätzliche Präsenz im Strafraum gerade vor heimischem Publikum besonders wertvoll werden.
Bei Soto geht es dagegen kaum noch um die ersten Schritte im Erwachsenenfußball. Die inzwischen 20-Jährige debütierte bereits mit 13 Jahren für Pachuca in der Liga BBVA MX Femenil. Bis zu ihrem Abschied Ende 2024 absolvierte sie dort 117 Ligaspiele und erzielte 18 Tore. Seit dem Clausura 2025 läuft die offensive Mittelfeldspielerin für Rayadas de Monterrey auf. Im Mai brachte sie ihr Team mit dem einzigen Treffer des Finalhinspiels gegen Club América dem Meistertitel nahe. Nach dem 0:3 im Rückspiel musste sich Monterrey jedoch mit der Vizemeisterschaft im Clausura 2026 begnügen.
Noch deutlicher wird Sotos Erfahrung beim Blick auf ihre Turnierhistorie. Sie gehörte bereits bei den U20-Weltmeisterschaften 2022 und 2024 zum mexikanischen Aufgebot. Dazwischen gewann sie mit Mexiko 2023 die Concacaf-U20-Meisterschaft und wurde mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Beim Qualifikationsturnier für die diesjährige WM erreichte Mexiko erneut das Endspiel. Soto wurde nach vier Toren und vier Vorlagen in die Turnierelf gewählt. Mit insgesamt sieben Vorlagen bei den Austragungen 2023 und 2025 ist sie zudem Mexikos beste Assistgeberin in diesem Wettbewerb seit 2020.
Soto kontrolliert das Spiel bevorzugt aus dem offensiven Zentrum. Sie kann Angriffe vorbereiten, Standards übernehmen und selbst in Abschlusspositionen gelangen. Diese Mischung hat ihr längst auch einen Platz in der A-Nationalmannschaft eingebracht. Bei ihrem Debüt gegen Thailand im Oktober 2024 erzielte sie zwei Tore. In der Qualifikation für die Concacaf W Championship 2026 steuerte sie ein Tor und sieben Vorlagen bei und wurde anschließend in die beste Elf der Qualifikation gewählt.
Während Araśniewicz mit ihren Läufen und ihrer Präsenz im Strafraum Wirkung erzeugt, gibt Soto Mexikos Angriffen häufiger Richtung und Tempo vor. Am ersten Turniertag sind beide mit diesen Qualitäten zunächst gegen unterschiedliche Gegnerinnen gefordert. Beim direkten Duell am 8. September erhält der Vergleich jedoch eine gemeinsame Bühne: Dann trifft Polens Gastgeberhoffnung, die gerade im Wolfsburger Profikader Fuß fasst, auf eine mexikanische Spielmacherin, die bei U20-Weltmeisterschaften kaum noch etwas zum ersten Mal erlebt.
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