16.11.2012 - 21:32 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Favoriten vor schweren Aufgaben

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©SC 07 Bad Neuenahr
Nur noch sieben Erstligisten sind dabei, wenn an diesem Wochenende das Achtelfinale im DFB-Pokal ausgespielt wird. Höchstens fünf von ihnen werden auch die nächste Runde erreichen, denn zwei Hochkaräter müssen mit Sicherheit ausscheiden, weil es zu zwei interessanten Bundesligaduellen kommt: Am Samstag empfängt der SC 07 Bad Neuenahr den Deutschen Meister Turbine Potsdam (13 Uhr), am Sonntag treffen in Duisburg der FCR 2001 und der derzeitige Tabellenführer VfL Wolfsburg aufeinander (14 Uhr). In beiden Spielen sind die Gäste zwar favorisiert, aber einfach wird es für sie wohl nicht, ins Viertelfinale einzuziehen.

In Bad Neuenahr wird hoher Besuch erwartet: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und die DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball, Steffi Jones, haben sich angekündigt. Auch wenn die Kurstädterinnen kürzlich in der Bundesliga bei Turbine 1:5 verloren haben, sehen sie sich im Pokal nicht als chancenlos. «Damals haben wir sehr viele individuelle Fehler gemacht, die wir anschließend gründlich analysiert haben», zitiert die 07er-Internetseite den Trainer Colin Bell, der auf eine vierstellige Zuschauerzahl hofft. Mit der Unterstützung von den Rängen will das Team von der Ahr die Überraschung schaffen. «Wenn wir wirklich 100 Prozent unseres Vermögens abrufen, dann ist vielleicht etwas drin. Vor allem schnelleres Umschalten wird von Nöten sein, da haperte es in letzter Zeit», so Bell weiter.

Die Gäste sind personell weiter gebeutelt: Neben den Langzeitverletzten könnte auch Yuki Ogimi fehlen; sie hat gegen Freiburg einen Schlag auf den Spann bekommen. Ein Lichtblick aus dem Lazarett: Patricia Hanebeck wird wahrscheinlich wieder einsatzbereit sein. Für Sara Doorsoun-Khajeh (Foto) ist das Spiel ein ganz besonderes: Sie wechselte vor dieser Saison aus Bad Neuenahr zum Deutschen Meister nach Brandenburg. Ihre Rückkehr wird sie auf jeden Fall mit ihren ehemaligen WG-Kolleginnen und Ex-Mitspielerinnen Leonie Maier, Nadine und Nicole Rolser feiern: Denn Doorsoun hat am Spieltag auch noch Geburtstag.

Eine Rückkehr gleich zweier Spielerinnen gibt es am Sonntag in Duisburg: Luisa Wensing und Alexandra Popp treffen mit ihrem neuen Verein VfL Wolfsburg auf ihren alten FCR Duisburg. «Ich freue mich riesig darauf, wieder in der Heimat zu spielen, schließlich habe ich hier vier wunderschöne Jahre erlebt. Aber trotzdem möchte ich natürlich gewinnen, dass werden sicher auch die FCR-Fans verstehen», hofft Wensing auf ein angenehmes Wiedersehen im PCC-Stadion.

Der VfL ist die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga: Mit sieben Siegen aus acht Spielen steht der Werksklub an der Tabellenspitze. Auch das Torverhältnis von 35:2 spricht eine deutliche Sprache. FCR-Trainerin Petra Hauser: «Wolfsburg ist derzeit das Maß aller Dinge, ohne Frage, aber wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass es auch bei den Löwinnen vorangeht. Deshalb ist unsere Devise klar: Wir wollen dem Favoriten Paroli bieten.» Auch das Spiel zwischen Wolfsburg und Duisburg hat es in dieser Saison bereits gegeben – mit einem ebenfalls klaren Sieger. Der VfL gewann zu Hause mit 4:0. «Es kommt der schwerste Gegner, der uns derzeit hätte zugelost werden können. Aber wir möchten sehr gerne ins Endspiel nach Köln, und so gehen wir auch dieses Spiel an», verkündet Hauser selbstbewusst.

Eine gefährliche Aufgabe wartet auf den amtierenden Pokalsieger FC Bayern München. Das Team von Coach Thomas Wörle muss beim Tabellenführer der 2. Liga Nord, SV Meppen, antreten (Sonntag, 14 Uhr). Die Emsländerinnen sind in dieser Saison vor allem heimstark: In der heimischen MEP-Arena holten sie fünf Siege in fünf Spielen. Geschlagen wurden dabei der BV Cloppenburg, Lokomotive Leipzig und der Herforder SV – die härtesten Konkurrenten um den Aufstieg in die Bundesliga.

Auch der Zweitliga-Spitzenreiter der Südstaffel, der 1. FC Köln, würde gerne einem Bundesligisten ein Bein stellen: In der Domstadt gastiert der SC Freiburg (Samstag, 11 Uhr). Die Breisgauerinnen haben das torlose Unentschieden im Nachholspiel bei Turbine Potsdam teuer bezahlt: Jobina Lahr zog sich in der Schlussphase der Partie einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Sie wird laut Trainer Milorad Pilipovic bis zum Saisonende ausfallen. Damit fehlen dem SCF mit Lahr und der ebenfalls Langzeitverletzten Hasret Kayikci gleich zwei Leistungsträgerinnen. «Vom Potenzial, der Qualität und vom Auftreten ist Köln eine Bundesligamannschaft», warnt Pilipovic. «Das wird keine einfache Aufgabe, und wir werden die Kölnerinnen mit Sicherheit nicht unterschätzen.»

Die Frauen von Werder Bremen freuen sich auf den Erstligisten FF USV Jena. Wenn am Sonntag um 11 Uhr angestoßen wird, fehlen dem Favoriten aus Thüringen allerdings Julia Arnold, die sich einen Mittelfußbruch zugezogen hat, und Safi Nyembo. Sie leidet an einem Muskelbündelriss im Oberschenkel. Damit Werder den großen Favoriten ärgern kann, müssen die Grün-Weißen einen erstklassigen Tag erwischen. Das weiß auch Trainerin Birte Brüggemann: «Am Sonntag muss wirklich alles passen, dann haben wir eine Chance», so die Trainerin, die seit dieser Woche auf eine Personalie mehr zurückgreifen kann: Stephanie Goddard hat sich nach sechsmonatiger Verletzungspause wieder zurückgemeldet und könnte auf einen Kurzeinsatz gegen Jena hoffen. Ob dagegen Mannschaftsführerin Lisa-Marie Scholz nach ihrer Oberschenkelverletzung beim Pokal-Hit dabei sein, kann ist sehr fraglich. «Ihr Einsatz entscheidet sich, wenn überhaupt, erst ganz kurzfristig», so Brüggemann.

Zu einem reizvollen Vergleich zweier starker Zweitligisten kommt es in Cloppenburg. Am Sonntag um 11 Uhr spielt der Nord-Zweite BVC gegen den Süd-Dritten SC Sand. Das Cloppenburger Trainerteam hat den Gast zweimal beobachten lassen und schätzt die Offensive sehr stark ein. «Es wird ein interessantes und offenes Spiel, bei dem die Tagesform eine entscheidende Rolle spielen wird. Wir können uns auf einen echten Pokalfight einstellen», prophezeit Cloppenburgs Coach Tanja Schulte. Personell kann der BVC wieder aus dem Vollen schöpfen, denn die zuletzt angeschlagenen Spielerinnen Marta Stobba und Aferdita Kameraj sind wieder im Training, und einem Einsatz scheint nichts entgegen zu stehen. Auch die Langzeitverletzte Nele Schomaker ist wieder im Kader.

Die Spiele TSG 1899 Hoffenheim gegen 1. FC Lokomotive Leipzig (Samstag, 13 Uhr) und TSV Crailsheim gegen Herforder SV (Sonntag, 11 Uhr) komplettieren das Achtelfinale.

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