20.01.2026 - 15:30 Uhr | News | Quelle: Sportschau F / sd | von: Jan Klein Reesink
Kommentar: Südkoreas Asien Cup-Boykott

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Was ist passiert?

Wie die Sportschau F auf Instagram berichtet, drohen Südkoreas Nationalspielerinnen mit einem Boykott der Asien-Meisterschaften (1. bis 21. März 2026 in Australien). Hintergrund: Bei Länderspielen oder auch in den Trainingslagern sollen schlechte Bedingungen herrschen, so die Vorwürfe der Spielerinnen gegenüber dem Verband. Erst am heutigen Dienstag kamen diese belastenden Dokumente an die Öffentlichkeit.

Die Forderung: Der Verband sollte bis zum 17. Oktober 2025 reagieren, ansonsten werde das Nationalteam „die Teilnahme an allen Trainings im Zusammenhang mit dem Asien-Cup 2026 aussetzen“. Der südkoreanische Fußball-Verband möchte nun „schrittweise Verbesserungen“ auf den Weg bringen und diskutiere deshalb intern über Lösungen, so Sportschau F.

Die Meinung von Soccerdonna-Redakteur Jan Klein Reesink

Meiner Meinung nach ist der Schritt der Spielerinnen, zu boykottieren, absolut verständlich und der richtige Weg, die Bedingungen zu verbessern. Als Finalist des Asien-Cups 2022 hat die südkoreanische Nationalmannschaft bereits bewiesen, dass sie hinter Japan, Weltmeisterinnen von 2011, die zweitbeste Mannschaft Asiens sind und deshalb auch ein Recht auf professionelle Trainingsbedingungen besitzen. Die Wertschätzung des südkoreanischen Verbandes gegenüber der Mannschaft scheint bisher sehr gering gewesen zu sein.

Ein einfaches Beispiel aus der freien Wirtschaft: Sie arbeiten für ihr Unternehmen und sorgen seit Jahren für große Einnahmen und positive Presse. Dein Chef fährt jährlich große Gewinne ein (Einnahmen für den Chef) und zahlt sich selbst auch viel Gehalt aus, sie allerdings müssen weiterhin in ihrem viel zu kleinen und nicht klimatisierten Büro arbeiten und erhalten maximal zu Weihnachten einen günstigen Wein als „Dank“ für die Leistungen. Verbesserte Bedingungen oder gar eine Gehaltsanpassung erhalten sie nicht (Ausgaben für den Chef).

Auf die aktuelle Situation umgemünzt bedeutet dies: Die Nationalmannschaft sorgt mit ihrem erfolgreichen Abschneiden bei Länderspielen für positive Schlagzeilen für den Verband (Einnahmen), auf der anderen Seite investieren sie wenig in die Weiterentwicklung des Teams (Ausgaben).

Also für mich persönlich ein wunderbarer Schritt der Spielerinnen, sich mehr Macht und Einflussnahme zu verschaffen.

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