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22.06.2020 - 15:02 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Svenja Fölmli: Mein Ziel ist es vom Fußball leben zu können

©FC Luzern
Sie ist wahrscheinlich eine der stärksten Offensivspielerinnen des Schweizer Nachwuchs. In nur zwei Jahren schoss die 17-jährige Stürmerin 20 Saisontore in der Nationalliga A. Svenja Julia Fölmli spielt sich dadurch sicherlich auch ins Notizbuch europäischer Topvereine. Wie es ihr während der Corona Krise ergang und wie sie ihre Zukunft sieht im Verein und Nationalmannschaft, erzählte Sie Maximilian Meyer (Faiint) von Soccerdonna.de.
Soccerdonna.de: Durch die Corona-Krise ist die Saison in der Schweiz abgebrochen worden. Ist es Ihrer Meinung nach der richtige Weg?
Svenja Fölmli: Ich bin mit dem Entscheid total einverstanden, da die Gesundheit am wichtigsten ist und es vielleicht viele verletzte gegeben hätte wenn wir danach alle Spiele noch hätten machen müssen und wir zwischen dieser und der nächsten Saison wohl nicht mehr so viel Pause gehabt hätten.
Soccerdonna.de: Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihr Leben ausgewirkt?
Svenja Fölmli: Auf der einten Seite war es ein bisschen komisch, weil ich nur zu Hause war und nichts mehr machen konnte aber auf der anderen Seite hatte ich so viel Zeit, um neues zu entdecken und mal andere Sachen zu machen als Fussball.
Soccerdonna.de: Wenn wir mal Abseits von Corona schauen, wollen wir ja auch mehr über Sie persönlich wissen wollen. Wie sind Sie zum Fussball gekommen?
Svenja Fölmli: Ich habe zwei ältere Brüder und in der Nachbarschaft hat es mehrheitlich auch nur Jungs gegeben. Die haben dann meistens Fussball gespielt und ich hatte nicht wirklich eine andere Möglichkeit als mit ihnen mitzuspielen.
Soccerdonna.de: Was ging Ihnen beim Debüt in der Nationalliga A durch den Kopf, dort trafen Sie bereits doppelt?
Svenja Fölmli: Ich war zu Beginn schon recht nervös aber während dem Spielen ging es dann wieder einigermassen. Ich versuchte einfach mein Bestes zu geben und ich war dann überglücklich, dass ich dann gerade zwei Tore machen konnte.
Soccerdonna.de: Seit ihrem Debüt letztes Jahr in der Nationalmannschaft haben Sie schon im zweiten Spiel Ihr erstes Tor im Schweizer Trikot feiern können. Wie haben Sie das Erlebnis in Erinnerung?
Svenja Fölmli: Diesen Moment werde ich wohl nie vergessen. Ich schoss einfach mal und als der Ball dann tatsächlich drin war freute ich mich enorm. Es ist natürlich etwas Spezielles in so einem Team ein Tor zu machen.
Soccerdonna.de: Sie sind mit erst 17 Jahren bereits dritte beste Torschützin in der Schweiz und haben mit 20 Toren in 32 Spielen eine Torquote von 0.625, das heisst Sie erzielen mind. ein Tor in jedem zweiten Spiel. Was ist Ihr Geheimnis?
Svenja Fölmli: Ein Geheimnis dafür habe ich nicht ich denke ich habe einfach super gute Mitspielerinnen denn ohne die hätte ich wohl keine Tore machen können. Manchmal habe ich dann einfach so Phasen wo viele Schüsse reingehen aber es gibt auch Zeiten wo das Gegenteil der Fall ist und dann ist es einfach wichtig nie aufzugeben und es immer weiter zu versuchen.
Soccerdonna.de: Möchten Sie längerfristig vom Fussball leben können und ins Ausland wechseln?
Svenja Fölmli: Ja, das ist schon mein Ziel.
Soccerdonna.de: Gibt es schon Interesse von ausländischen Vereinen?
Svenja Fölmli: Da ich noch ein Ausbildungsjahr vor mir habe, bevor ich meine Ausbildung beendet habe, befasse ich mich noch nicht wirklich mit solchen Sachen.
Soccerdonna.de: Wie empfinden Sie die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz?
Svenja Fölmli: Meiner Meinung nach nicht wirklich gut, denn wenn man es mit vor 3 Jahren vergleicht sind wir noch nicht viel weiter, was ich extrem schade finde.
Soccerdonna.de: Glauben Sie der Schweizer Frauenfußball könnte perspektivisch gleichgestellt werden mit dem des Herrenfußball?
Svenja Fölmli: Ich glaube eher nicht, aber wer weiß was in ferner Zukunft noch alles passieren kann.
Soccerdonna.de: Sie und Irina Pando scheinen das Traum-Sturmduo für Luzern zu sein. Würde dies nicht auch in der Nationalmannschaft funktionieren?
Svenja Fölmli: Das ist schwierig zu sagen, bis jetzt haben wir noch nie zusammen in der Nati gespielt.
Soccerdonna.de: Welche Spielerin oder welcher Spieler ist Ihr Vorbild?
Svenja Fölmli: Kylian Mbappé und bei den Frauen Alex Morgan und Ada Hegerberg.
Soccerdonna.de: Wie muntern Sie sich nach einem schlechten Spiel wieder auf?
Svenja Fölmli: Es ist schwierig denn meistens kann man mich dann nach dem Spiel eine Weile nicht mehr ansprechen. Danach frage ich mich, was ich schlecht gemacht habe, fokussiere mich auf das nächste Spiel und versuche dann nicht wieder die gleichen Fehler zu machen.
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