04.09.2020 - 13:05 Uhr | News | Quelle: dpa
Turbine Potsdam will trotz Umbruch Abstand verkürzen

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©Bayer 04 Leverkusen
Für Turbine Potsdam ist es mittlerweile ein gewohnter Zustand. Zahlreiche Leistungsträgerinnen verlassen den traditionsreichen Frauenfußballclub, um bei der zahlungskräftigeren Konkurrenz anzuheuern. Sechs Spielerinnen waren es diesem Sommer, wobei in erster Linie die Wechsel von Sarah Zadrazil (München), Lara Prasnikar (Frankfurt) und Caroline Siems (Aston Villa) schmerzen. Ersetzt werden die Abgänge vor allem durch junge talentierte Spielerinnen. Vier der fünf Neuzugänge - Selina Cerci (Bremen), Lena Uebach (Leverkusen/fällt längere Zeit verletzt aus), Mellissa Kössler (USA) und Marie Plattner (Graz) - sind nicht älter als 20 Jahre. Lediglich Merle Barth (26, Leverkusen/Foto) bringt eine gehörige Portion Bundesligaerfahrung mit nach Potsdam. Die vielleicht größte Veränderung fand auf der Trainerposition statt. Sofian Chahed trat die Nachfolge von Matthias Rudolph an, der nach vier Jahren seinen Stuhl räumen musste. Ex-Bundesligaprofi Chahed arbeitete bisher im Nachwuchs von Hertha BSC und wird nun erstmals eine Frauenmannschaft trainieren. Mindestens das erreichen, was in der Vorsaison geschafft wurde (Platz vier), "wenn nicht sogar noch mehr", lautet ein erstes Saisonziel von Chahed. "Noch mehr" würde mindestens Platz drei bedeuten. Und der ist ab dieser Saison gleichbedeutend mit der Teilnahme an der Champions League.

Im Kampf um Platz drei sollten es die Turbinen in erster Linie mit Auftaktgegner Hoffenheim (Sonntag, 14 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) und Eintracht Frankfurt zu tun bekommen. Der langjährige Potsdamer Rivale aus Hessen folgte im Sommer dem anhaltenden Trend und fusionierte mit einem finanziell starken Lizenzclub aus dem Männerbereich. Einen derartigen Zusammenschluss lehnen sie beim Vorjahresvierten kategorisch ab, um als Club auch im 50. Jahr seines Bestehens eigenständig zu bleiben. Was aber nicht bedeutet, dass Turbine zur neuen Saison nicht neue Wege bestreitet. Seit Juli besteht eine Kooperation mit Hertha BSC, die sich in erster Linie finanziell bemerkbar machen soll.

Wer im Umfeld der Turbinen daher von Meisterschaften und Champions-League-Siegen träumt, wird von Rolf Kutzmutz schnell auf den harten Boden zurückgeholt. "Wir werden auch mit der finanziellen Unterstützung von Hertha nicht an die Etats von Wolfsburg, Bayern oder Hoffenheim heranreichen", sagte der Turbine-Präsident bei der Verkündung der Kooperation mit dem Nachbarn aus der Hauptstadt.

Ab Sonntag wird sich zeigen, ob die Potsdamerinnen den zuletzt immer größer werdenden Abstand zur Bundesligaspitze (zum Vorjahresdritten Hoffenheim immerhin 12 Punkte) wenigstens etwas verkleinern können.

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